«Gesundheitspersonal gesucht»: Der Kanton St. Gallen rekrutiert zusätzliches Personal über Social Media

In den St. Galler Spitälern und Pflegeeinrichtungen zeichnet sich ein personeller Engpass ab. Der Kanton St. Gallen sucht bereits über Facebook und Twitter nach Verstärkung.

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Für einen Covid-19-Patient auf der Intensivstation sind bis zu fünf Pflegekräfte nötig.

Für einen Covid-19-Patient auf der Intensivstation sind bis zu fünf Pflegekräfte nötig.

Arthur Gamsa

(nh) Der Kanton St. Gallen vermeldete am Mittwoch einen weiteren unerfreulichen Rekord: 589 laborbestätigte Coronafälle in den vergangenen 24 Stunden. Es ist das bisher höchste Tagesresultat. Die Zahl der Todesfälle stieg um neun auf insgesamt 85.

Mit der Zahl der Neuinfektionen nimmt auch jene der hospitalisierten Personen zu – allerdings mit Verzögerung. Derzeit sind im Kanton
St. Gallen 194 Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Spitalpflege; das sind zehn mehr als am Dienstag. Insgesamt befinden sich 23 Personen auf der Intensivstation, 17 müssen beatmet werden.

An der Medienkonferenz vom Dienstag sprach Miodrag Filipovic, Leiter der Chirurgischen Intensivstation des Kantonsspitals St. Gallen, von einer «ruhigen, aber sehr angespannten Situation». Angespannt ist offenbar auch die Personaldecke beim Pflegepersonal.

Engpässe erwartet

«Gesundheitspersonal gesucht»: Mit diesem Banner wirbt der Kanton seit Mittwoch auf Facebook und Twitter um Fachkräfte. «Hast Du freie Kapazitäten und würdest gerne bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten mithelfen?», heisst es in der Mitteilung. Und weiter: «Wenn sich Institutionen wegen Personalengpässen bei uns melden, werden wir Dich kontaktieren.» Der angegebene Link führt zu einem Anmeldeformular mit dem Untertitel: «Die Coronakrise wird zu Engpässen im Gesundheitswesen führen.»

Bereits vergangene Woche wurde publik, dass das St. Galler Kantonsspital sein Personal von der Quarantänepflicht befreit, um Engpässen vorzubeugen. Insbesondere auf der Intensivstation werde zusätzliches Personal benötigt, da pro Coronapatient bis zu fünf nötig seien, heisst es aus betroffenen Kreisen.

Es ist nicht der erste Facebook-Aufruf des Kantons. Bereits im März, als ebenfalls ein Personalmangel befürchtet wurde, wandte sich die Staatskanzlei über Social Media an die Bürger.

Kanton kauft neue Beatmungsgeräte

Der Kanton St. Gallen rüstet auch in der Infrastruktur auf. Wie am Mittwoch in den amtlichen Publikationen veröffentlicht wurde, hat er den Zuschlag für neue Beatmungsgeräte für die Intensivstation vergeben. «Die aktuelle Infrastruktur der Beatmungsgeräte wird um weitere Geräte desselben Herstellers erweitert», heisst es im Begleittext. Der Auftrag geht demnach an die Firma Hamilton Medical AG in Bonaduz. In der aktuellen Lage sei ein einheitliches Bedienkonzept der Beatmungsgeräte unabdingbar, heisst es dazu.