Gesundheitsdirektoren erwarten weiteren Prämienanstieg

4,9 Prozent im Thurgau, je 6,7 Prozent in St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden und 7,9 Prozent in Appenzell Innerrhoden. Die Prämien in der Ostschweiz steigen unterschiedlich stark an. Die Gesundheitsdirektoren nehmen Stellung.

René Rödiger
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Die Prämien in den Ostschweizer Kantonen sind unterschiedlich stark gestiegen. (Bild: Keystone)

Die Prämien in den Ostschweizer Kantonen sind unterschiedlich stark gestiegen. (Bild: Keystone)

Appenzell Innerrhoden gehört zu den Kantonen mit einem überdurchschnittlichen Prämienwachstum (7,9 Prozent, Schweizer Durchschnitt: 6,5 Prozent). Der ländliche Kanton hat aber trotzdem noch immer die tiefsten Prämien der Ostschweiz und neu auch der Schweiz (vor Nidwalden). «Natürlich ist der deutliche Prämienanstieg unerfreulich, da er oberhalb der Kostenentwicklung liegt», sagt Antonia Fässler, Vorsteherin des Innerrhoder Gesundheitsdepartementes. Sie geht davon aus, dass der Anstieg mit der Reservenbildung der Kassen zu tun hat. Dennoch ist sie froh, dass Innerrhoden «im absoluten Bereich noch immer die tiefsten Prämien hat».

Um 6,7 Prozent steigen die Prämien im Kanton St.Gallen. «Damit bewegen wir uns im Mittelfeld, wobei die prozentuale Erhöhung nur eine Grösse ist. In Franken und Rappen ausgedrückt liegen wir nach wie vor deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt», sagt die St.Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann. Doch: «Der Risikoausgleich muss dringend und sofort verfeinert werden.» Die Regierungsrätin geht davon aus, dass in den nächsten Jahren weitere Prämienerhöhungen anstehen: «Die Reserven im Kanton St.Gallen sind tief - da stehen wir nicht gut da.» Der aktuelle Prämienanstieg werde wohl nicht ausreichen, um genügend Reserven zu bilden.

Hans Diem, der stellvertretende Gesundheitsdirektor von Appenzell Ausserrhoden, sieht die Schuld für die hohen Prämien auch in der Bevölkerung: «Wenn wir immer mehr Spitzenmedizin wollen, müssen wir dafür auch den Preis bezahlen.» Ausserrhoden gehört trotz der Erhöhung um 6,7 Prozent noch immer zu den Kantonen mit einer tiefen Prämie. Damit das so bleibt, fordert Regierungsrat Diem einen «sorgsameren Umgang mit der Medizin». Er hofft, dass damit künftige Prämienaufschläge vermieden werden können. «Aber die Erfahrung lehrt uns, dass dies wohl eher Wunschdenken bleibt», sagt Diem.

Im Thurgau sind die Krankenkassenprämien trotz des moderaten Anstiegs von 4,9 Prozent die höchsten der Ostschweiz. Für Regierungsrat Bernhard Koch kein Grund zur Sorge: «Ich gehe davon aus, dass im Thurgau auch in den nächsten Jahren die Prämien unterdurchschnittlich hoch steigen werden.» Der Kanton Thurgau habe weitaus die grössten Reserven der Ostschweiz. Ein Grund dafür seien auch die hohen Prämien in der Vergangenheit, meint Koch. «Aber in zwei bis drei Jahren werden wir in etwa auf das Niveau von St.Gallen kommen», sagt er.

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