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Kolumne

Gespräche über die Zukunft der St.Galler Spitäler: Warmlaufen in trügerischer Ruhe

Regula Weik

Lenkungsausschuss tönt sperrig, ungelenk, fast etwas leidend. Ganz falsch ist dieser Eindruck nicht. Das Gremium muss Vorschläge für die künftige St. Galler Spitallandschaft erarbeiten. Dies nachdem der Spitalverwaltungsrat im Frühsommer weite Teile des Kantons aufgeschreckt hatte. Seine klare Ansage: Künftig sollen an fünf heutigen Spitalstandorten keine stationären Leistungen mehr angeboten werden – in Altstätten, Flawil, Rorschach, Walenstadt und Wattwil. Der Aufschrei folgte auf dem Fuss.

Die Regierung reagierte und setzte besagten Lenkungsausschuss ein. Ihm gehören drei Mitglieder der Regierung und zwei Mitglieder des Spitalverwaltungsrats an. Dieses Quintett suchte am Montagabend erstmals das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Schauplatz des Treffens: Der Stadthof in Rorschach. Da sassen die fünf nun also, oben auf der Bühne. Unten im Saal Rorschacherinnen und Rorschacher, Interessierte aus der näheren Umgebung, Ärzte, Politiker, Laien und Fachleute. 300 an der Zahl, so die Schätzung jener, die die Stühle im Saal bereitgestellt hatten. Die Stimmung: ruhig, abwartend.

Operation am Spital Rorschach. (Bild: Urs Bucher)

Operation am Spital Rorschach. (Bild: Urs Bucher)

Dann eröffnet Gesundheitschefin Heidi Hanselmann den Abend. Die «drastischen Entwicklungen» der vergangenen Jahre brächten die Spitäler in Schwierigkeiten – «in der ganzen Schweiz, nicht nur im Kanton St. Gallen». Es folgen die weiteren Mitglieder des Lenkungsausschusses: Felix Sennhauser, Präsident, und Yvonne Biri Massler, Mitglied des Spitalverwaltungsrats, sowie die Regierungsräte Beni Würth und Marc Mächler. Von nicht kostendeckenden Tarifen ist die Rede, vom medizinischen Fortschritt und der zunehmenden Verschiebung von stationären hin zu ambulanten Behandlungen. Vom drohenden Defizit und davon, dass die öffentlichen St. Galler Spitäler «keine grossen Gewinne erzielen, aber ihre Rechnungen selber bezahlen können müssen». Dass der Kanton schon heute die stationären Leistungen zu mehr als der Hälfte finanziere und nicht alljährlich noch das finanzielle Loch stopfen könne. Dass «das Hoffen auf bessere Zeiten und bessere Tarife nichts nützt».

Dieses Handeln sei weder ein Sparprojekt, noch ein Spitalschliessungsprojekt. Es würden auch Alternativen zu den herkömmlichen, klassischen Spitälern aufgezeigt – wie Gesundheitszentren, Tageskliniken, Spezialkliniken. Bis es soweit sei, gebe es noch viele Fragen zu beantworten; die Rede ist von einem 40-seitigen Katalog – Fragen der Regierung, des Kantonsparlaments, der Standortgemeinden, der Bevölkerung.

Dann hat die Bevölkerung das Wort. Es gibt die eine oder andere Frage. Vereinzelt melden sich besorgte Stimmen. Ein flammendes Plädoyer für das Spital Rorschach fehlt – ausser von dort tätigen Ärzten. Sie bitten die Anwesenden, dem Spital nicht den Rücken zu kehren – jedenfalls nicht schon heute, weil zahlreiche Angebote bestünden und dies in guter Qualität. Haben die Rorschacher die Notwendigkeit von Veränderungen in der Spitallandschaft erkannt? Haben sie sich spitalmässig ohnehin längst Richtung St. Gallen oder Privatkliniken orientiert? War der Auftritt des Lenkungsausschusses derart überzeugend? Der Abend liefert die Antworten nicht.

Apropos Lenkungsausschuss: Die Mitglieder wählten ihre Worte äusserst bedacht und zurückhaltend. Kein Wort zu viel. Keine Nennung von Schwächen am Spital Rorschach, wie etwa die geringe Bettenauslastung. Keine klare Ansage, wohin es den Standort treiben könnte, wie die Pläne für ihn aussehen. Fazit: Die Spitalplaner haben das Publikum geschont - und umgekehrt. Ein leichtes Warmlaufen für den Lenkungsausschuss. In Altstätten und Wattwil freilich wird es anders tönen; die dortige Bevölkerung wird sich mit den allgemeinen, etwas kraftlosen Aussagen kaum abspeisen lassen.

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