Geschwindigkeitskontrolle
Das sind die acht fleissigsten Blechpolizisten im Kanton St.Gallen

Im Jahr 2020 hat die Kantonspolizei St.Gallen über 263'000 Verkehrsteilnehmende geblitzt. Diese Übersicht zeigt, wo sie dabei am erfolgreichsten war.

Sheila Eggmann
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Im Jahr 2020 stand bei Niederbüren 49 Tage lang ein Blitzer.

Im Jahr 2020 stand bei Niederbüren 49 Tage lang ein Blitzer.

Bild: Andrea Häusler

Sie fuhren im vergangenen Jahr in einen Blitzer? Dann sind sie nicht alleine. Genauer: Sie haben eine von über 263'000 Ordnungsbussen erhalten, welche die Kantonspolizei im 2020 aufgrund von Geschwindigkeitsübertretungen verschickt hat.

Möglicherweise hat es sie auf einer 80er-Strecke bei der Autobahn A1 bei St.Gallen erwischt, dort fuhren insgesamt 63'517 Personen mit einer überhöhten Geschwindigkeit vorbei. Nirgendwo wurden mehr Fahrzeuge geblitzt. Stellt man die Zahl ins Verhältnis mit der Anzahl an Fahrzeugen, die am Blitzer vorbeigefahren sind, ergibt das einen Wert von einem Prozent. Dieser Wert ist andernorts deutlich höher.

Diese Blitzer waren am effizientesten

Die Kantonspolizei hat im vergangenen Jahr mit elf semistationären Messanlagen an 78 Standorten Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. An sieben Orten hat sie überdurchschnittlich viele Verkehrsteilnehmende mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt.

An diesen Orten sind die Blitzer am effizientesten (von Niederbüren auf Platz 1 bis Altstätten auf Platz 7)

Die Messanlage an der Staatsstrasse in Niederbüren führt die Rangliste an. An diesem Blitzer sind innert 49 Tagen über 105'000 Autos vorbeigefahren. Über 11'000 waren dabei zu schnell, das ergibt eine Quote von über zehn Prozent. 130 Autofahrerinnen oder Autofahrer waren gar so schnell vorbeigedonnert, dass sie zur Anzeige gebracht wurden. Kein anderer Ort im Kanton weist ähnlich hohe Zahlen auf. Weder was die Quote noch die Anzahl an Vergehen betrifft. Woran liegt das?

«Am fehlenden Durchfahrtswiderstand», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St.Gallen. Das ist jener Effekt, der sich aufgrund von Erscheinungsbild, Nutzung und Verkehrsregelung von Strassenräumen der freien ungehinderten Durchfahrt entgegenstellt.

Hanspeter Krüsi, Kantonspolizei St.Gallen.

Hanspeter Krüsi, Kantonspolizei St.Gallen.

«Das wirkt sich auf die Geschwindigkeit und auf die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer aus.»

Damit aber auch in solchen Strassenabschnitten die Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird, werden semistationäre Messanlagen eingesetzt – zu Recht, wie die Statistik zeigt.

In Tübach, Thal und Wattwil fahren viele zu schnell

Die zweiterfolgreichsten Radargeräte sind diejenigen in Tübach. Die beiden Messanlagen an der Schulstrasse und an der Steinacherstrasse haben rund fünf Prozent der vorbeifahrenden Autos geblitzt. An der Schulstrasse gibt das ein Total von 143 Übertretungen, dort stand die Messanlage lediglich einen Tag lang. Bei der Steinacherstrasse haben sich 2'417 Verkehrsteilnehmende nicht an die Regeln gehalten, dort stand der Blitzer etwas mehr als 17 Tage.

Auf den Plätzen vier und fünf sind die semistationären Blitzer an der Salezerstrasse in Haag und an der Unteren Flooz in Wattwil. Beide weisen eine Quote von vier Prozent auf. Dahinter folgen die Messanlagen an der Thalerstrasse in Thal, an der Oberrieterstrasse in Altstätten und an der Bahnhofstrasse in Uzwil. Alle drei haben drei Prozent aller Autos geblitzt, die an ihnen vorbeigefahren sind.

Die Anlage in Jona blitzt am seltensten

Bei den restlichen Standorten, sowohl bei den semistationären als auch bei den festinstallierten Anlagen, lag die Erfolgsquote bei zwischen null und drei Prozent. Das Schlusslicht aller Blechpolizistinnen ist die festinstallierte Anlage in Jona. Sie war zwar 224 Tage lang in Betrieb und 237'000 Autos fuhren an ihr vorbei. Ausgelöst wurde sie lediglich 16 Mal.

Mit 139 km/h durch Goldach

Die höchste gemessene Geschwindigkeit liegt im Jahr 2020 bei 206 km/h auf der Autobahn bei Wil, wie aus der Statistik der Kantonspolizei hervorgeht. Erlaubt gewesen wären 120 km/h. In der 80er-Zone auf der A3 bei Murg ging jemand mit 157 km/h ins Netz. Die gröbste Übertretung in einer 60er-Zone war in Widnau. Dort wurde jemand mit 146 km/h registriert. Und durch Goldach donnerte jemand innerorts mit 139 km/h, statt der erlaubten 50 km/h. (shi)

Innerorts gibt's ab einer Übertretung von 16 km/h eine Anzeige

Wer die allgemein bekannten Tempolimiten überschreitet, muss mit einer Busse, einer Anzeige oder gar dem Entzug des Führerausweises rechnen. Überall beginnen die Bussen ab einer Überschreitung von einem km/h. Allerdings wird zuvor von der gemessenen Geschwindigkeit eine Sicherheitsmarge abgezogen.

Wer zu schnell fährt, muss mit folgenden Bussen und Strafen rechnen:

Überschreitung Innerorts Ausserorts Autobahn
Um 1-5 km/h 40.- 40.- 20.-
Um 6-10 km/h 120.- 100.- 60.-
Um 11-15 km/h 250.- 160.- 120.-
Um 16-20 km/h Anzeige 240.- 180.-
Um 21-25 km/h Anzeige Anzeige 260.-
Über 25 km/h Anzeige Anzeige Anzeige

Innerorts wird einem ab einer Übertretung von 21 km/h für einen Monat der Führerausweis entzogen und ab einer Übertretung von 25 km/h für mindestens drei Monate. Fährt man ausserorts über 26 km/h zu schnell, gibt man ebenfalls den Check für einen Monat ab, ab 30 km/h und mehr für mindestens drei Monate.

Auf der Autobahn wird einem bei einer Übertretung von 31 km/h das Billet für einen Monat entzogen, bei über 35 km/h für mindestens drei Monate.

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