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Gescheitelte Patrioten im Rosenkrieg

«Gemeinsam sind wir stark» – so heisst die Hymne der ausländerfeindlichen Pegida. Und so lautet auch das Motto des Schweizer Pegida-Exports Nummer 1, Ignaz Bearth.

«Gemeinsam sind wir stark» – so heisst die Hymne der ausländerfeindlichen Pegida. Und so lautet auch das Motto des Schweizer Pegida-Exports Nummer 1, Ignaz Bearth. Seit Monaten tingelt der Uzwiler quer durch Europa, um den Wutbürgern die Vorzüge der direkten Demokratie näherzubringen und um sie im Kampf gegen die Überfremdung zu unterstützen.

Ganz nebenbei kandidierte der Präsident der Rechtsaussen-Partei DPS für den Nationalrat (1590 Stimmen) sowie für den St. Galler Kantonsrat (351 Stimmen) und beteiligte sich am Aufbau eines Schweizer Pegida-Ablegers – mit mässigem Erfolg. In Deutschland hingegen ist der Eidgenosse um einiges populärer. So populär, dass selbst der deutsche Pegida-Gründer Lutz Bachmann für den Schweizer Ex-Neonazi entflammte.

Nun aber ist diese grenzüberschreitende Amour fou jäh erloschen. Denn Bearth geht fremd. Der Seitensprung mit Ansage ist eine für Samstag angekündigte Grossdemo in Berlin, bei welcher der Uzwiler als Pegida-Redner angekündigt ist. Bachmann jedoch will mit «seiner» Pegida nichts mit der Kundgebung zu tun haben: Die Demo sei eine Finte und Bearth gar nicht mehr Mitglied der Bürgerbewegung, sondern bloss ein Wichtigtuer, der sein Ego polieren wolle. Der Zurückgewiesene sieht die Sache freilich ganz anders und bläst im Rosenkrieg zum Gegenangriff: Bachmann sei hinterhältig und ein Spalter, lässt er auf Facebook verlauten.

Spalt-Potenzial hat die gescheiterte Beziehung der gescheitelten Patrioten tatsächlich: Pegida Schweiz hat Bearth mittlerweile ausgebootet und will nun eine eigene Partei gründen, um es mit dessen DPS aufzunehmen. Angesichts des bescheidenen Wählerzuspruchs ein nicht allzu ambitioniertes Vorhaben. (sg)

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