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GERICHTSFALL: Vierjährige sollte zur Sexsklavin werden: St.Galler Mutter missbraucht ihre eigene Tochter

Eine Mutter war ihrem Liebhaber derart hörig, dass sie sich als seine Sklavin sah. Sie missbrauchte ihre kleine Tochter sexuell, machte Bilder davon und schickte sie dem Mann. Mitte März stehen sie vor dem St.Galler Kreisgericht.
Claudia Schmid
Ein schwerer Fall von Kindsmissbrauch wird vor dem St.Galler Kreisgericht behandelt. (Bild: Getty (Symbolbild))

Ein schwerer Fall von Kindsmissbrauch wird vor dem St.Galler Kreisgericht behandelt. (Bild: Getty (Symbolbild))

Die beiden Beschuldigten sind eine 31-jährige Schweizerin und ein 53-jähriger Deutscher, der in der Schweiz lebt. Sie unterhielten laut Anklageschrift seit August 2013 eine sogenannte BDSM-Beziehung, in der Fesselung und Disziplin, Dominanz und Unterwerfung sowie Sadismus und Masochismus eine Rolle spielen. Die Mutter habe den devoten, der verheiratete Vater eines Kindes den dominanten Part eingenommen.

"Seelenurkunde" unterzeichnet

Wie die Staatsanwaltschaft schreibt, befand sich die Frau in einem starken Abhängigkeits- und Unterordnungsverhältnis zu ihrem Liebhaber. Sie sei ihm bis zu einem gewissen Punkt hörig gewesen. Dies führte dazu, dass die Frau im März 2014 eine "Seelenurkunde" unterzeichnete. ­

Darin stand unter anderem geschrieben, dass sie den Beschuldigten als alleinigen Herrn anerkenne und ihm die vollkommene Vollmacht gebe, über sie zu bestimmen. "Ich will, dass mein Herr mich ausbeutet und auf meine Kosten für sich und seinen Erben ein schönes Leben gestalten kann", hiess es wörtlich in dem Schreiben.


Erziehung der Vierjährigen anvertraut

Zudem war festgehalten, dass sie ihm die Erziehung ihrer damals vierjährigen Tochter anvertraue. Gemäss Anklageschrift begann sie wenige Wochen danach, ­sexuelle Handlungen an ihrem Kind vorzunehmen, davon Bilder zu machen und diese ihrem Liebhaber zuzustellen.

Der Beschuldigte soll die Frau immer wieder zu sexuellen Handlungen mit ihrer Tochter und zur Herstellung entsprechender Film- und Fotoaufnahmen angestiftet haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, er habe das Mädchen auch selbst in eine sexuelle Handlung mit einbezogen. Die schweren Übergriffe dauerten mindestens von Juli 2014 bis zum 8. April 2015.

Die Mutter habe ihre vier- bis fünfjährige Tochter zur Sexsklavin ihres Liebhabers erziehen wollen, schreibt die Staatsanwaltschaft. Sie habe sie ihm hörig und gefügig machen wollen. Zudem habe sie die Tochter zeitweise ein Hundehalsband tragen lassen und ihr Pornofilme gezeigt. Mehrmals soll sie das Kind nachts alleine gelassen haben, um sich in der Stadt St.Gallen mit ihren Freiern zu treffen. Beim Beschuldigten fanden die Untersuchungsbehörden eine ganze ­Reihe pornografischer Bilder mit Gewaltszenen.

Dreieinhalb und fünf Jahre Freiheitsentzug

Die Staatsanwaltschaft fordert für die Mutter eine Verurteilung wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornografie und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht und als Sanktion eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Für den Mann beantragt sie Schuldsprüche wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind und mehrfacher Pornografie sowie einen Freiheitsentzug von fünf Jahren.

Geht es nach dem Willen der Anklage, ist für beide während des Strafvollzugs eine ambulante Massnahme anzuordnen. Zudem sei ihnen für die Dauer von zehn Jahren jede berufliche und organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu untersagen. Die Öffentlichkeit ist von der Gerichtsverhandlung ausgeschlossen. Sie findet Mitte März am Kreisgericht St.Gallen statt. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die ­Unschuldsvermutung.

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