Gerichtsfall
Raserfahrt: 28-Jähriger fuhr mit einem Maserati 103 km/h in einer 50er-Zone – nun steht er vor dem Kreisgericht St.Gallen

Der Beschuldigte sei durch sein Handeln das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfer eingegangen. Nun hat die Raserfahrt dem 28-Jährigen eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr und eine Busse von 2000 Franken eingebracht.

Claudia Schmid
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Ein 28-Jähriger fuhr mit einem Maserati in einer 50er-Zone 103 km/h – nun steht der Lenker vor Gericht.

Ein 28-Jähriger fuhr mit einem Maserati in einer 50er-Zone 103 km/h – nun steht der Lenker vor Gericht.

Bild: Imago Stock&people

Mitte Mai fuhr ein 28-jähriger Lenker mit einem geliehenen Maserati auf der Industriestrasse in Gossau, als er in eine Geschwindigkeitskontrolle geriet. Statt mit den signalisierten 50 km/h war er mit einer rechtlich relevanten Geschwindigkeit von 103 km/h unterwegs.

Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann wegen qualifizierter, grober Verkehrsregelverletzung an. «Durch sein Handeln ging der Beschuldigte das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern ein», heisst es in der Anklageschrift. Er habe wissentlich und willentlich gehandelt und ein solches Risiko sowie eine Geschwindigkeitsübertretung in Kauf genommen, als er den Maserati massiv über das erlaubte Geschwindigkeitslimit beschleunigte.

Es sei ihm unerklärlich

Da der Lenker geständig und einsichtig war sowie das beantragte Strafmass der Anklage akzeptierte, konnte der Fall am Kreisgericht St.Gallen im abgekürzten Verfahren durchgeführt werden. Es sei ihm unerklärlich, dass er so schnell unterwegs gewesen sei, erklärte der Beschuldigte an der Gerichtsverhandlung. Erst als die Polizei mit Blaulicht hinter ihm hergefahren sei, habe er bemerkt, dass etwas nicht stimme.

Die massive Geschwindigkeitsüberschreitung könne er sich nur erklären, weil er den Maserati geliehen habe und deshalb die Reaktion des Autos falsch eingeschätzt habe. «Ich bin beruflich oft den ganzen Tag mit dem Auto unterwegs und fahre nie zu schnell», beteuerte der Mann. Bei der Fahrt mit dem Maserati auf der Industriestrasse sei er ganz normal auf dem Nachhauseweg gewesen.

Ausweisentzug belastet tägliche Arbeit

Mit der Raserfahrt war ein Ausweisentzug verbunden, der vom Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St.Gallen verfügt wurde. Die fehlende Fahrbewilligung treffe ihn schwer, da er beruflich auf ein Auto angewiesen sei, erklärte der Beschuldigte. Glücklicherweise könne er auf einen Kollegen zählen, der ihn chauffiere, wenn es nicht anders gehe. Der Vorfall und die Folgen seien ihm auf jeden Fall eine Lehre fürs Leben gewesen.

Sowohl die Anklage als auch die Verteidigung betonten, der Beschuldigte sei geständig und zeige Reue. Sein Mandant sehe ein, dass er einen Fehler begangen habe und akzeptiere das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmass, betonte der Verteidiger. Die Staatsanwältin vermerkte, die Fahrbahn sei zum Zeitpunkt der kurzen Raserfahrt trocken gewesen.

Das Kreisgericht St.Gallen kam zum Schluss, dass alle Vorgaben für ein abgekürztes Verfahren gegeben sind und erhob die Anträge der Anklage zum Urteil. Damit wurde der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, bei Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er eine Busse von 2000 Franken bezahlen. Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von 2732 Franken gehen zu seinen Lasten.

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