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Das St.Galler Kantonsgericht erspart Schläger Gefängnis

Das Kantonsgericht St. Gallen anerkennt die Reue eines jungen Mannes, der betrunken und im Affekt einen Restaurantgast mit einem Faustschlag verletzt hat.
Claudia Schmid
Kreisgericht St.Gallen (Bild: Sam Thomas)

Kreisgericht St.Gallen (Bild: Sam Thomas)

Das Kreisgericht St. Gallen hatte den Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Sechs Monate wurden als vollziehbar erklärt. Im Urteil berücksichtigte die Vorinstanz eine Vorstrafe aus dem Jahr 2012. Noch als Minderjähriger war der heute 23-Jährige bei einer Ausein­andersetzung zweier Gruppen dabei. Er versetzte dem Opfer einen Schlag, obwohl es bereits bewusstlos am Boden lag.

Das Kantonsgericht, welches das erstinstanzliche Urteil neu beurteilte, hob nun den Entscheid auf. Neu hat es ihn nicht wegen versuchter schwerer, sondern wegen einfacher Körperverletzung verurteilt. Die Sanktion senkte es auf eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Der Vollzug wird mit einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben. Zudem muss der Beschuldigte eine Busse von 300 Franken zahlen.

Neuer Schuldspruch, mildere Strafe

Für die Dauer der Probezeit wird Bewährungshilfe angeordnet und die Weisung erteilt, unter Aufsicht der Bewährungshilfe eine forensische Psychotherapie zu absolvieren. Sie hat eine bessere Kontrolle problematischer Verhaltensweisen und eine erhöhte Chance auf ein deliktfreies Leben zum Ziel. Dadurch wird auch die Sicherheit für die Allgemeinheit gesteigert. Die forensische Psychotherapie ist deliktzentriert ausgerichtet. Bei der Auseinandersetzung mit seiner Tat sollen beim Patienten deliktfördernde Aspekte geschwächt und schützende Aspekte gestärkt werden.

Mit dem Strafmass ging das Kantonsgericht St. Gallen sogar unter den Antrag der Verteidigung. Diese hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von höchstens acht Monaten gefordert. Die Faustschläge und ihre Folgen seien nicht zu bagatellisieren, hatte der Verteidiger betont. Jedoch zeige sein Mandant aufrichtige Reue und habe mit Unterstützung der Bewährungshilfe zuverlässig damit begonnen, den angerichteten Schaden abzuzahlen. Die Ernsthaftigkeit, mit der er seine Probleme in Angriff nehme, müsse zu seinen Gunsten berücksichtigt werden.

Zum aktuellen Strafverfahren kam es, weil der in der Schweiz aufgewachsene, montenegrinische Staatsangehörige im Februar 2016 in einem Club in St. Gallen unter starkem Alkoholeinfluss einen Faustschlag ausgeteilt hatte, der dem Opfer einen Nasenbeinbruch zufügte. Dieses soll ihn mit dummen Sprüchen provoziert haben und ihn vor allem mit den Worten: «Bist du schwul oder was», in Rage gebracht haben.

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