Gemeinderat Teufen lehnt Bahntunnel ab

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Durchmesserlinie In Teufen sollen die Züge der Appenzeller Bahnen künftig wie Strassenbahnen verkehren. Das bisherige Bahntrassee würde aufgehoben. In einer Initiative wird als Alternative dazu ein Kurztunnel verlangt. Der Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen.

Der Bau der Durchmesserlinie von Appenzell über St. Gallen nach Trogen mit dem Riethüslitunnel wird die Verkehrssituation in Teufen stark verändern. Künftig werden die Züge im Viertelstundentakt verkehren. Unter anderem müssen dafür der Bahnhof Teufen, aber auch vier Haltestellen umgebaut werden. Durch das Dorf wird es eine neue Linienführung geben. Nach den Plänen der Appenzeller Bahnen soll der Zug künftig wie ein Tram richtungsgetrennt und zusammen mit den Motorfahrzeugen auf der Strasse fahren. Das bisherige Bahntrassee könnte damit aufgehoben werden.

Dagegen gibt es in Teufen Widerstand. In einer Initiative wird ein Kurztunnel zwischen Bahnhof und Schützengarten verlangt. Damit könne der Dorfkern vom Bahnverkehr entlastet werden, lautet das Argument. Am 21. Mai wird darüber abgestimmt. Der Gemeinderat hat nun ein Edikt zum Urnengang verabschiedet: Er lehnt die Initiative ab und spricht sich einstimmig für die Variante der Appenzeller Bahnen aus. Die Verkehrssituation lasse sich mit der Strassenbahnlösung «überzeugender und nachhaltiger verbessern», meint der Gemeinderat. Eine unabhängige Kostenschätzung habe gezeigt, dass der Kurztunnel teurer werde als im Initiativtext erwähnt. Dort war von 10 Millionen Franken die Rede. Laut Gemeinderat müsste mit Mehrkosten von 24,8 Millionen gerechnet werden. 2015 hatten die Stimmberechtigten in Teufen bereits einen Objektkredit von 30 Millionen für einen längeren Tunnel zwischen Bahnhof und Stofel abgelehnt. (sda)