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«Wo lebt man entschleunigter?»

Wildhaus-Alt St. Johann  Gemeindepräsident Rolf Züllig gibt Auskunft über Vorzüge und Herausforderungen in seiner Gemeinde.

Erstellt durch die Verlagsredaktion der CH Regionalmedien AG
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Der Blick auf Alt St. Johann von oben.

Der Blick auf Alt St. Johann von oben.

Bild: PD

Was macht Wildhaus-Alt St. Johann zu etwas Besonderem?

Rolf Züllig

Rolf Züllig

Rolf Züllig: Bei uns steht man der Natur sehr nahe, auch die Jahreszeiten sind sehr intensiv. Das Erwachen der Natur im Frühling, wenn das Winterkleid abgestreift ist und das junge zarte Grün aus den Bäumen wächst, ist ein einmaliges Spektakel. Den Sommer mitten in den Bergen zu erleben, ist ein wunderschönes Erlebnis. Der Herbst, wenn der Wald herrlich golden leuchtet, ist eine Wohltat fürs Auge. Die Gemeinde mit Worten und Bildern zu beschreiben, ist unzureichend, unsere Region muss man erleben, mit allen Sinnen.

Wildhaus-Alt St. Johann ist ein attraktiver Ort für Touristen im Sommer und Winter. Was macht die Gemeinde für Ihre Bewohnerinnen und Bewohner ­besonders attraktiv?

Das ländliche Flair mit Qualitäten, die man lieben muss. Lassen Sie es mich so beschreiben: Keine Autobahn, keine Eisenbahn, keine Hochspannungsleitungen, kein Kreisel und keine einzige Ampel. Wo lebt man entschleunigter?

Wo sehen Sie im Tourismus das grösste Potenzial für Ihre Gemeinde und das Toggenburg?

Die Touristen sollen bei uns statt eines raschen Glücksmoments, ein echtes, nachhaltiges Erlebnis bekommen. Die Tourismusbranche stärkt das Wirgefühl und die Resonanz im Lebensraum unter den Einheimischen, Zweitheimischen und Gästen sowie in Verbindung zur Natur.

Welche Einbussen hat die Gemeinde durch die Pandemie erlitten, die ja besonders den Tourismus stark betroffen hat?

Gerade unsere natürliche Landschaft mit dem riesengrossen Wanderweg-Netz hat viele Menschen in unsere ­Gemeinde gelockt. Auch gab es viele Zweitwohnungsbesitzer, die hier in ihren Häusern oder Wohnungen im Homeoffice ihrer Arbeit nachgegangen sind. Wir können daher nicht wirklich von Einbussen sprechen. Natürlich sind während der Coronakrise besonders die Gastrobetriebe stark betroffen, wo es möglich ist, bieten wir unkompliziert Hilfe an.

Was zeichnet das kulturelle Leben der Gemeinde
Wildhaus-Alt St. Johann aus?

Man staunt immer wieder, was alles in unserer Gemeinde an Erlebnissen angeboten wird. Die bäuerlichen Traditionen, die kulturelle Vielfalt, darunter Klangwelt, Älplerchilbi, Zeltainer, Festivals, Open Air, auch zahlreiche Vereine tragen zur Vielfalt und Erlebnisqualität von Gästen und der Bevölkerung bei.

Was wird das neue Klanghaus der Gemeinde bringen?

Wir haben es in der Hand, das Klanghaus mit seinem Umfeld als wertschöpfendes Element zu etablieren.

Was sind die grössten Heraus­forderungen, vor welchen Ihre Gemeinde steht?

Die Raumplanung ist eine Herkules­aufgabe. Die Auszonung und die neue Rahmennutzungsplanung wird noch viele Ressourcen binden. Insbesondere müssen überzeugende Chancen identifiziert werden. Das Damoklesschwert der Enteignung und Vermögensvernichtung überschattet alle zukunftsgerichteten Gedanken. Bei den Gemeindefinanzen wird das Spannungsfeld zwischen Erträgen und weiterwachsenden Aufgaben anspruchsvoll bleiben. Wir stehen auch vor wichtigen Weichenstellungen bei den künftigen Alters- und Pflegeeinrichtungen, bei der frühen Förderung im Vorschulalter bis hin zur Akzeptanz und Finanzierungsbereitschaft. Der sich bietenden Chance am Standort Acker wollen wir zum Durchbruch verhelfen, auch gegen Wi­derstände. Wir brauchen neue Beherbergungsqualität beziehungsweise der Gast erwartet sie.

Die Region Obertoggenburg und damit Ihre Gemeinde trägt das Label «Energiestadt», wie äusserst sich das im Alltag?

Im geschärften Bewusstsein um unser Klima und den «Fussabdruck», den wir hinterlassen. Die Bereitschaft zur Verhaltensänderung, auch wenn es weh tut, wird immer wieder thematisiert. Die Gemeinde will auch als Vorbild wahrgenommen werden.

Wie sehen Sie das erste Jahrzehnt nach der Fusion zur Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann? Was verbindet die Dörfer Wildhaus, Unterwasser und Alt St. Johann, was unterscheidet die Dörfer und deren Einwohnerinnen und Einwohner?

Wenn Klischees bewirtschaftet und ­akzentuiert werden, entspricht das der Normalität, nicht nur im Toggenburg. Die Dörfer sind eine politische Gemeinde und die Fusion ist ein Erfolgsmodell. Der Steuerfuss wurde um 20 Prozentpunkte gesenkt und wichtige Infrastrukturprojekte wurden realisiert. Die neue Gemeinde hat in ihrer Geschichte noch nie einen Aufwandüberschuss produziert. Auch für den Kanton ein Erfolg, der weniger beanspruchte Finanzausgleich hat die seinerzeitigen 10 Mio. Franken Fusionsbeiträge schon amortisiert.

Wie ist es, in einer Gemeinde zu leben, deren tiefster und höchster Punkt 1654 auseinander liegen?

Topografisch betrachtet bietet sie eben darum die atemberaubende Natur- und Gebirgslandschaft. Wenn Sie die Kluft mit einem Augenzwinkern auf die Gesellschaft übertragen, dann kann ich nur sagen: Wer sich auf die Menschen einlässt, kann Freunde fürs Leben gewinnen, wenn die erste Zurückhaltung abgelegt ist!

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Ihrer Gemeinde?

In der Natur, bevorzugt im Wald, wo es ruhig und doch sehr lebendig ist. Ich kann da meine Gedanken schweifen lassen.

Gemeindeinfos

Höchster Punkt: 2501 m ü. M.
Tiefster Punkt: 860 m ü. M. Fläche: 87,53 km2
Postleitzahl: 9656 Einwohner: 2596
Einwohnerdichte: 29 Einw. pro km2
Gemeindepräsident: Rolf Züllig


www.wildhaus-altstjohann.ch

Wildhaus-Alt St. Johann ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde.
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Wildhaus-Alt St. Johann ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde.

Bilder: PD

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