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Die Stadt der kurzen Wege

Inmitten von Grünflächen bietet die Gemeinde Gossau mit ihrer guten Lage und der verkehrstechnisch hervorragenden Anbindung günstigen Wohn- und Lebensraum für Familien, aber auch attraktive Bedingungen für Industrie und Gewerbe.

Erstellt durch die Verlagsredaktion für die Stadt Gossau
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Der Bahnhof Gossau verfügt über eine hohe Bahnfrequenz und Zugfolge.

Der Bahnhof Gossau verfügt über eine hohe Bahnfrequenz und Zugfolge.

Eingebettet zwischen Bodensee und Säntis, liegt westlich von St. Gallen Gossau, die viertgrösste Gemeinde im Kanton. Bestehend aus der Stadt Gossau und dem Dorf Arnegg, bietet sie auf einer Fläche von insgesamt 27 Quadratmetern rund 18’000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein Zuhause. Darunter sind viele Familien, die inmitten von zahlreichen Grünflächen von vielfältigen Betreuungseinrichtungen, einem breiten Bildungsangebot und nicht zuletzt von im schweizweiten Vergleich finanziell günstigen Wohn- und Lebenskosten profitieren. Die gute Lage und die verkehrstechnisch hervorragende Erschliessung machen die Gemeinde Gossau auch wirtschaftlich zu einem bedeutenden Standort in der Ostschweiz. Mit knapp 10’000 Arbeitsstellen verfügt die Gemeinde Gossau über ein reiches Angebot an Arbeitsstellen, wovon rund 60 Prozent auf den Dienstleistungssektor fallen und rund 40 Prozent dem Handwerk und der Industrie zuzuschreiben sind.

Wolfgang Giella ist Stadtpräsident von Gossau.

Wolfgang Giella ist Stadtpräsident von Gossau.

Was macht die Gemeinde Gossau zu etwas Besonderem?

Wolfgang Giella: Da ist zum einen die Lage in einer sehr interessanten und spannenden Region und die hervorragende verkehrstechnische Anbindung. Dann bietet die Stadt Gossau alles, im Kleinen natürlich, es ist ja eine Kleinstadt. Gleichzeitig verliert man aufgrund der kurzen Wege wenig Zeit. Die Gemeinde ist familienfreundlich und es gibt kaum einen Ort in Gossau, von dem aus man nicht innert weniger Gehminuten im Grünen ist.

Gemäss einer aktuellen Studie lässt es sich in der Gemeinde Gossau im schweizweiten Vergleich finanziell attraktiv leben. Wie kommt das?

Es ist der Mix aus guter Lage und relativ guter Steuerpolitik, dazu kommen attraktive Preise im Segment Wohnen, gute Angebote vom Gewerbe, aber auch weitere Faktoren, die wir nicht in der Hand haben, wie die Höhe der Krankenkassenprämien.

Das grösste Projekt in der ­Geschichte der Stadt Gossau ist die «Sportwelt Gossau», die bis 2030 in drei Baumodulen entstehen soll. Rund 55 Millionen Franken kostet das erste Modul – was genau erhalten Gossauerinnen und Gossauer als Gegenwert für diese stolze Summe?

Mit dem Projekt «Sportwelt Gossau» entsteht beim Freibad ein Hallenbad.

Mit dem Projekt «Sportwelt Gossau» entsteht beim Freibad ein Hallenbad.

Die veralteten Sportanlagen werden auf ein zeitgemässes Niveau gehoben. Mit den 55 Millionen Franken werden im Gebiet Buechenwald ein neues Hallenbad in Nachbarschaft zum Freibad, vier Fussballplätze, davon das Hauptspielfeld mit neuer Tribüne, und neue Leichtathletikanlagen erstellt. Zudem werden attraktiv gestaltete Begegnungs- und Bewegungsräume und damit ein Mehrwert für die ganze Bevölkerung geschaffen. Sehr schön ist, dass die neuen Sportanlagen an den Buechenwald angrenzen, der ebenfalls Sportinfrastruktur beinhaltet, konkret einen Vitaparcours und eine Finnenbahn. Der Wald wird auch von Anwohnenden gerne zum Spazieren genutzt. Künftig wird man das kombinieren können und wenn man vom Wald zur Sportwelt spaziert, kann man Wettkämpfe beobachten oder in ein Café gehen. Es wird alles offener und zugänglicher, nebst der Tatsache, dass man auf einem guten Niveau Sport betreiben kann.

Die St. Gallerstrasse führt durch das Zentrum Gossaus, wo heute drei Kreisel zur Verstetigung des Verkehrs beitragen.

Die St. Gallerstrasse führt durch das Zentrum Gossaus, wo heute drei Kreisel zur Verstetigung des Verkehrs beitragen.

Gossau hat vor genau 50 Jahren die Grenze von 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern erreicht und gilt seither als Stadt. Wie hat sich Gossau seither verändert?

Der Andreaspark.

Der Andreaspark.

Bild: Stefan Rüedi

Wir haben 8000 Menschen mehr, das merkt man natürlich, das ist fast eine Verdoppelung in den letzten 50 Jahren. Das heisst, wir haben mehrere neue Quartiere erhalten, neue Überbauungen, die urban sind, wie die Ringstrasse, der Happypark, der Perron 3, die Überbauungen am Haldensteig. Wichtig auch – vor 50 Jahren gab es die drei Kreisel noch nicht, die haben verkehrstechnisch einiges zum Positiven verändert. Weiter gab es meine Position noch nicht. Es gab den Gemeindammann und Gemeinderäte, heute den Stadtpräsidenten und Stadträte. Und sie haben eine andere Funktion. Auch die Gastronomie hat sich verändert, ist aufgrund der Urbanisierung innovativer, internationaler geworden. Mit der Regiobus hat Gossau ein leistungsstarkes Busunternehmen aufgebaut, das bedeutend für den öffentlichen Verkehr und die Feinerschliessung ist. Wir haben eine höhere Bahnfrequenz mit einer höheren Zugfolge. Und natürlich hat die Herisauerstrasse im Innenstadtbereich von der Brauerei Stadtbühl abwärts ganz anders ausgesehen. Die kleinen Stickerhäuschen sind diversen Neubauten gewichen.

Migros, Coop, Spar, Suttero – die Lebensmittelindustrie ist in Gossau stark präsent. Was macht Gossau für diese Firmen attraktiv?

Es gibt sicher eine Ansiedlungsgeschichte aus den 1960ern – aber die heutige Attraktivität liegt in der sehr guten Strassenanbindung über den Autobahnanschluss Winkeln und die Möglichkeit der Bahnanbindung. Die Lage am Rand des Siedlungsgebietes ist ideal für die Industrie. Also auch hier wieder die kurzen Wege. Überregional ist Gossau ein sehr vorteilhafter Standort, aufgrund der Landwirtschaft in der Ostschweiz, die auf sehr hohem Niveau mit sehr hoher Qualität produziert, was für die Lebensmittel- und Rohstoffindustrie extrem wichtig ist. Die Verkehrsmöglichkeiten, also der Lastenverkehr, aber auch sehr guter Bahnanschluss, sind gegeben.

Nebst Grossisten in der Industriezone hat Gossau ein reiches Gewerbe – was zieht dieses in die Stadt?

Es sind einige Faktoren, die ich schon genannt habe, wie die Verkehrslage. Dann haben wir einen Teil der Folgebranche aus der Lebensmittelbranche in Gossau. Dass sich ein Produzent von Darmhäuten für Würste hier ansiedelt oder ein Betrieb für Landwirtschaftsmaschinen ist naheliegend. Weiter leitet sich eine gewisse Attraktivität für die Holzindustrie, die Textilindustrie, und Textilzulieferer ab, aus historischen Gründen, aber auch aus der Nähe zu den genannten Industrien. Das gilt nicht nur für Gossau, sondern für den ganzen Perimeter Herisau, St. Gallen, Wittenbach. Man muss das etwas grösser betrachten. Weiter haben wir auch Gewerbe und Industrie, die nicht mit der Lebensmittelindustrie zusammenhängen, insbesondere die Baubranche. Manche Industrievertreter begrüssen etwa die Nähe zur Empa, zu den Olma-Messen oder auch zu den umliegenden Flughäfen. Für Firmen, die im Export tätig sind, ist ausschlaggebend, dass wir mit Baden Württemberg, Bayern und Vorarlberg an interessante Nachbarregionen grenzen.

Gemeindeinfos

Höhe: 638 m ü. M.
Fläche: 27,51 km2
Postleitzahl: 9200
Einwohner: 17 879
Einwohnerdichte: 650 Einw. pro km2
Stadtpräsident: Wolfgang Giella
www.stadtgossau.ch

Das Notker-Schulhaus ist prägend für das Gossauer Ortsbild.

Das Notker-Schulhaus ist prägend für das Gossauer Ortsbild.

Gossau ist seit 2019 «Fair Trade Town», was für besonderes ­Engagement für den fairen Handel steht. Wie zeigt sich das im Alltag?

Das Logo und die knapp 40 Logoträger, also Unternehmen, Gastrobetriebe und Institutionen, die sich verpflichtet haben, eine Mindestanzahl Fair-Trade-Produkte zu verwenden oder anzubieten, sensibilisieren konstant auf das Thema des fairen Handels, was ich persönlich sehr wichtig finde. Ich nehme auch wahr, dass man aktiv darüber nachdenkt, wie man weitere Betriebe für das Anliegen gewinnen kann. Es steht permanent im Raum. Es braucht einen langen Atem, hat aber mit Sicherheit einen positiven Einfluss auf das Konsumverhalten.

Isaak Jakob Gröbli, Erfinder der Schifflistickmaschine, lebte von 1886 bis zu seinem Tod 1917 in Gossau. Wie steht es heute um das Erfindertum respektive die Innovationskraft in der Stadt Gossau?

Aus den klassischen Erfindern sind moderne Entwickler geworden. Aber Jakob Gröbli hat die Schifflistickmaschine erfunden, aus dem Wunsch heraus, einen Vorgang zu rationalisieren. In diesem Bereich gibt es in Gossau sehr viel innovative Industrie und Gewerbe. Ich bin immer wieder erstaunt, was ich da alles sehe und höre. In vielen Bereichen der Umwelttechnologien sind die Industrie und das Gewerbe sehr fortschrittlich. Sie machen keine Lippenbekenntnisse, sondern setzen sich aktiv ein. Indem beispielsweise ein Holzheizkraftwerk finanziert wird oder dann die Versuche von Migros und Coop, ihre Transporte mit Lastwagen mit Wasserstoff-Antrieb durchzuführen. Erwähnenswert sind auch die innovativen Entwicklungen des Holzbau-Unternehmens Blumer Lehmann AG sowie der Aepli Metallbau im Bereich Fassaden und Fassadenschutz. Aus der Industrie kam auch die erfolgreiche Idee zum Energienetz GSG, das ungenutzte Abwärme nutzbar macht. Den Geist, etwas vorwärtszutreiben und dabei die Gesamtheit im Blickfeld zu haben, sehe ich in Gossau unentwegt.

Die Sonne geht auf über Gossau.

Die Sonne geht auf über Gossau.

Was zeichnet das kulturelle Leben in der Stadt Gossau aus?

Das kulturelle Leben basiert vor allem auf dem Vereinsleben. Es gibt Vereine, die auf sehr hohem Niveau Veranstaltungen organisieren, wie der Kulturkreis Gossau, Aktigo oder andere Kulturvereine. Es gibt Vereine wie den Theaterverein, die unsere Bühnen mit populären Stücken bespielen, aber auch mit solchen, die zum Nachdenken anregen. Wir haben Vereine, die sich im Wettkampf messen, wie der Bauernverein, der sich schweizweit gut positioniert, wir haben Musik- und Gesangsvereine und natürlich Vereine im Bereich Sport.

Wohin soll sich die Stadt in Zukunft entwickeln und auf welche Bereiche wird besonders Wert gelegt?

Die Weiterentwicklung basiert auf dem «Leitbild Gossau35» und dem Stadtentwicklungskonzept. Bezeichnend ist die Tendenz, dass produzierende Industrie und Gewerbe Gossau weiterhin erhalten bleiben. Eine weitere Entwicklung wird sein, dass sich produzierende Gewerbebetriebe vermehrt ausserhalb des Zentrums ansiedeln und dadurch das Wohnen im Zentrum zunimmt. Diese Veränderung geschieht jedoch vielerorts, nicht nur in Gossau. Aufgrund der Digitalisierung wird sich das Verkehrsverhalten noch massiv verändern, mit Auswirkungen auf das historische Zentrum und die Verfügbarkeit von Mobilität. Und Gossau wird sich, ähnlich wie umliegende Gemeinden oder etwa Wittenbach, weiter zu einem Wohnstandort entwickeln für Arbeitnehmende, die im Dienstleistungszentrum der Stadt St. Gallen tätig sind. Entsprechend werden sich Ansprüche und Angebote verändern müssen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Gossau?

Ich tue Gossau Unrecht, wenn ich von einem Lieblingsplatz spreche. Wenn ich aufgrund von verbrachter Lebenszeit definiere, ist es natürlich das Rathaus. Hinsichtlich Spazieren oder Kraft tanken, kann ich viele Lieblingsorte nennen wie die Rüthi oder die Mult. Aber auch in der Stadt kann ich mich erholen, wenn ich vom Haldenbüelhügel, auf dem die Kirche steht, übers Städtchen und bei schönem Wetter bis zum Alpstein sehe. Oder wenn ich von Arnegg über Brühwil nach Hengertschwil mit dem Velo fahre, vorbei an schönen Weilern, Bauernhöfen, Landschaften. (scu)

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