Wohnen
In Wilen ist das Leben durchschnittlich günstig oder teuer

Wie viel kostet es, in Wilen zu wohnen? Lohnt sich ein Umzug? Eine Studie zeigt, wo die Gemeinde im schweizweiten Vergleich steht.

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Günstig: Ein Single in Homburg mit 80'000 Franken Einkommen hat davon 40'400 Franken frei verfügbar.

Günstig: Ein Single in Homburg mit 80'000 Franken Einkommen hat davon 40'400 Franken frei verfügbar.

Keystone-SDA
(chm)

In Wilen lebt es sich vergleichsweise durchschnittlich günstig. Das hat eine Studie der Credit Suisse ergeben. Ungefähr die Hälfte der Gemeinden in der Schweiz ist attraktiver, die andere Hälfte unattraktiver. 

Die Bank hat in ihrer Studie «Hier lebt es sich am günstigsten» berechnet, wie viel Geld einem Haushalt in der Gemeinde als frei verfügbares Einkommen bleibt, wenn die typischen festen Ausgaben bezahlt sind. Zu diesen Ausgaben gehören einerseits die gemeindespezifischen obligatorischen Abgaben wie Steuern und andererseits Fixkosten wie Wohnkosten.

Attraktiv für alle Modellhaushalte

Im Kanton Thurgau nimmt Wilen bezüglich Wohnattraktivität den 33. Rang ein (unter 80 Gemeinden). Beim Vergleich dreier Modellhaushalte (Single, Ehepaar mit Kinder, Ehepaar ohne Kinder; Details zu Annahmen siehe unten) zeigt sich, dass es sich in Wilen für alle finanziell eher attraktiv lebt – der Indexwert der Credit Suisse lässt Wilen demgegenüber etwas unvorteilhafter erscheinen.

Die Einkommens-, Vermögens- und Wohnsituation dieser Haushalte unterscheidet sich in der Studie (Details siehe unten). Bei allen wird aber angenommen, dass sie mit dem ÖV ins nächste Grosszentrum (Zürich) zur Arbeit pendeln und dass sie ihre Kinder, falls sie welche haben, nicht fremdbetreuen lassen.

Singles: 49 Prozent freies Einkommen

Für eine Einzelperson, die in einer Mietwohnung lebt, 80’000 Franken verdient und 100’000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, gehört Wilen zu den eher günstigen Gemeinden. Konkret bleibt dem Einpersonenhaushalt nach Abzug der obligatorischen Ausgaben und Fixkosten 39'000 Franken oder rund 48.8 Prozent des Erwerbseinkommens, was im schweizweiten Vergleich eher viel ist. Der Schnitt aller Gemeinden im Kanton beläuft sich auf 50 Prozent.

Der grösste Teil der Ausgaben dieses Modellhaushalt (60 Prozent) entfällt auf obligatorische Ausgaben wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträge oder Krankenkassenprämien. Der kleinere Teil geht für andere Fixkosten wie Miete/Hypothekarzinse oder Energie drauf. Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Wilen für einen solchen Singlehaushalt schweizweit günstig, bezüglich Fixkosten ist Wilen eher teuer.

Eher viel übrig für Ehepaare ohne Kinder

Für ein Ehepaar ohne Kinder, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 130'000 Franken verdient und 250'000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, ist Wilen ebenfalls eher günstig. Bei dem angenommenen Einkommen und Vermögen bleiben diesem Modellhaushalt 65'900 Franken oder 50.7 Prozent des Erwerbseinkommens. Das ist im schweizweiten Vergleich eher viel und liegt im Schnitt der Gemeinden im Kanton (51 Prozent).

Auch hier machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (64 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Wilen für einen solchen Ehepaarhaushalt ohne Kinder schweizweit eher günstig, bezüglich Fixkosten ist Wilen durchschnittlich günstig.

Abgaben in Wilen generell höher als Fixkosten

Auch für ein Ehepaar mit zwei Kindern, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 110’000 Franken verdient und 200’000 Franken Vermögen sein eigen nennt,, ist Wilen eher günstig. Dieser Modellhaushalt hat in der Berechnung 56'300 Franken als frei verfügbares Einkommen übrig (51.2 Prozent des Erwerbseinkommens). Verglichen mit dem ganzen Land ist das eher viel und liegt im Schnitt der Gemeinden im Kanton (52 Prozent).

Wiederum machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (59 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Wilen für einen solchen Vierpersonenhaushalt (2 Eheleute, 2 Kinder) schweizweit eher günstig, bezüglich Fixkosten ist Wilen durchschnittlich günstig.

Credit Suisse hat sich in ihrer Studie, die alle rund fünf Jahre durchgeführt wird, auf die finanziellen Gründe konzentriert, die für oder gegen Wilen als Wohnort sprechen. Nicht berücksichtigt sind andere Gründe, warum die 2'521 Einwohnerinnen und Einwohner von Wilen gerade in dieser Gemeinde leben.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt. Für die Einstufung in die Kategorien attraktiv, eher attraktiv, durchschnittlich, eher unattraktiv und unattraktiv (oder analog mit günstig/teuer etc.) teilen wir alle Gemeinden in der Schweiz in fünf gleich grosse Gruppen ein (Quintile). Das heisst: In jeder Gruppe befinden sich 20 Prozent der Gemeinden. Hier geht es zurück zur Übersicht der Gemeinden in Ihrer Region.

Zu ihrer Studie (PDF) bietet Credit Suisse ein Webtool, mit dem Sie verschiedene Haushaltssituationen für jede Gemeinde betrachten können.