Appenzell
Im Jahr mit dem Coronavirus sind mehr Menschen als üblich gestorben

Appenzell gehört zur Mehrheit der Gemeinden, in denen im vergangenen Jahr mehr Menschen gestorben sind als im langjährigen Durchschnitt.

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Die Zahl der jährlichen Todesfälle in Appenzell seit 2010 im Vergleich.

Die Zahl der jährlichen Todesfälle in Appenzell seit 2010 im Vergleich.

(chm)

Total sind 2020 in Appenzell, Schwende, Rüte, Schlatt-Haslen und Gonten 128 Menschen gestorben. Das geht aus neuen Daten hervor, die das Bundesamt für Statistik diese Woche veröffentlicht hat. Seit 2010 sind in diesem Gebiet zwischen 96 und 128 Menschen pro Jahr gestorben, im Durchschnitt 116.

Appenzell Innerrhoden ist ein Spezialfall in der Schweizer Todesfallstatistik: Stirbt jemand aus den Bezirken Appenzell, Schwende, Rüte oder Schlatt-Haslen, werden diese Todesfälle allesamt in Appenzell erfasst. Darauf bezieht sich auch das Bundesamt für Statistik in seiner Zählung. Deshalb können die Todesfälle für diese fünf Orte in der Todesfallstatistik nach Gemeinden nicht näher aufgeschlüsselt werden.

Die Statistik geht nicht den Todesursachen nach. Sie zeigt deswegen keinen direkten Zusammenhang mit der Coronapandemie, insbesondere nicht für einzelne Gemeinde. Dennoch ist der Einfluss der Virusinfektionen deutlich sichtbar: Vor allem in den Monaten mit erhöhten Fallzahlen kam es zu deutlich mehr Todesfällen als üblich.

Die offizielle Zählung der Todesfälle, die mit einer Coronainfektion im Zusammenhang stehen, geht für 2020 von über 7560 Todesfällen aus. Insgesamt sind in der Schweiz fast 76'200 Menschen gestorben, was einem Anstieg von 12.4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und rund 16.8 Prozent mehr ist als im jährlichen Schnitt seit 2010.

Mehr ältere Menschen gestorben

Die Mehrzahl der Todesfälle in den fünf Bezirken betrafen naturgemäss ältere Menschen. 38 Verstorbene waren 90-jährig oder älter. 56 Todesfälle betrafen Menschen zwischen 80 und 89 Jahren. 20 Menschen starben im Alter von 70 bis 79 Jahren. 14 Menschen waren bei ihrem Tod unter 70 Jahre alt.

Die 114 Todesfälle bei den Über-70-Jährigen liegen über dem Durchschnitt seit 2010 (95). Das sind 21 Prozent mehr Todesfälle in dieser Altersgruppe als im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019.

Zu beobachten ist auch, dass weniger Jüngere gestorben sind. Die 14 Todesfälle bei den Unter-70-Jährigen liegen noch bei rund 65 Prozent des langjährigen Durchschnitts in dieser Altersgruppe (21).

Diese Tendenz gilt schweizweit: Im Coronajahr 2020 starben landesweit 63'500 Über-70-Jährige. Das sind rund 22 Prozent mehr als im Zehnjahresschnitt (52'200). Demgegenüber ging die Sterblichkeit bei den Unter-70-Jährigen leicht zurück: Es starben 12'700 Menschen, was rund 2.4 Prozent weniger sind als im Durchschnitt seit 2010.

Hier geht's zur Übersicht für die Ostschweiz.

Dieser Artikel ist mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt worden.