St. Gallen
Das Leben hier ist vergleichsweise teuer

Wie viel kostet es, in St. Gallen zu wohnen? Lohnt sich ein Umzug? Eine Studie zeigt, wo die Gemeinde im schweizweiten Vergleich steht.

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Durchschnittlich günstig: Ein Single in St. Gallen mit 80'000 Franken Einkommen hat davon 37'600 Franken frei verfügbar.

Durchschnittlich günstig: Ein Single in St. Gallen mit 80'000 Franken Einkommen hat davon 37'600 Franken frei verfügbar.

Keystone-SDA
(chm)

In St. Gallen lebt es sich vergleichsweise teuer. Eine Studie der Credit Suisse hat ergeben, dass die Gemeinde, rein aus finanzieller Sicht, zu den unattraktivsten 18 Prozent aller Gemeinden in der Schweiz gehört. 

Die Bank hat in ihrer Studie «Hier lebt es sich am günstigsten» berechnet, wie viel Geld einem Haushalt in der Gemeinde als frei verfügbares Einkommen bleibt, wenn die typischen festen Ausgaben bezahlt sind. Zu diesen Ausgaben gehören einerseits die gemeindespezifischen obligatorischen Abgaben wie Steuern und andererseits Fixkosten wie Wohnkosten.

Unattraktiv für Ehepaare ohne Kinder und Ehepaare mit Kindern

Im Kanton St. Gallen nimmt St. Gallen bezüglich Wohnattraktivität den 43. Rang ein (unter 77 Gemeinden). Doch es gibt in St. Gallen Unterschiede je nach Haushaltssituation. Beim Vergleich dreier Modellhaushalte fällt auf, dass St. Gallen besonders für Ehepaare ohne Kinder und Ehepaare mit Kindern ein teures Pflaster ist, während die Gemeinde für Singles günstiger zu stehen kommt.

Die Einkommens-, Vermögens- und Wohnsituation dieser Haushalte unterscheidet sich in der Studie (Details siehe unten). Bei allen wird aber angenommen, dass sie mit dem ÖV ins nächste Grosszentrum (Zürich) zur Arbeit pendeln und dass sie ihre Kinder, falls sie welche haben, nicht fremdbetreuen lassen.

Singles: 47 Prozent freies Einkommen

Für eine Einzelperson, die in einer Mietwohnung lebt, 80’000 Franken verdient und 100’000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, gehört St. Gallen zu den durchschnittlich günstigen Gemeinden. Konkret bleibt dem Singlehaushalt nach Abzug der obligatorischen Ausgaben und Fixkosten 37'600 Franken oder rund 47 Prozent des Erwerbseinkommens, was im schweizweiten Vergleich durchschnittlich viel ist. Der Schnitt aller Gemeinden im Kanton beläuft sich auf 49 Prozent.

Der grösste Teil der Ausgaben dieses Modellhaushalt (63 Prozent) entfällt auf obligatorische Ausgaben wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträge oder Krankenkassenprämien. Der kleinere Teil geht für andere Fixkosten wie Miete/Hypothekarzinse oder Energie drauf. Bezüglich obligatorischen Abgaben ist St. Gallen für einen solchen Einpersonenhaushalt schweizweit durchschnittlich günstig, bezüglich Fixkosten ebenfalls.

Eher wenig übrig für Ehepaare ohne Kinder

Für ein Ehepaar ohne Kinder, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 130'000 Franken verdient und 250'000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, ist St. Gallen dagegen eher teuer. Bei dem angenommenen Einkommen und Vermögen bleiben diesem Modellhaushalt 58'000 Franken oder 44.6 Prozent des Erwerbseinkommens. Das ist im schweizweiten Vergleich eher wenig und liegt unter dem Schnitt der Gemeinden im Kanton (49 Prozent).

Auch hier machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (61 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist St. Gallen für einen solchen kinderlosen Ehepaarhaushalt schweizweit durchschnittlich günstig, bezüglich Fixkosten ist St. Gallen eher teuer.

Abgaben in St. Gallen generell höher als Fixkosten

Auch für ein Ehepaar mit zwei Kindern, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 110’000 Franken verdient und 200’000 Franken Vermögen sein eigen nennt,, ist St. Gallen eher teuer. Dieser Modellhaushalt hat in der Berechnung 51'000 Franken als frei verfügbares Einkommen übrig (46.4 Prozent des Erwerbseinkommens). Verglichen mit dem ganzen Land ist das eher wenig und liegt unter dem Schnitt der Gemeinden im Kanton (51 Prozent).

Wiederum machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (54 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist St. Gallen für einen solchen Vierpersonenhaushalt (2 Eheleute, 2 Kinder) schweizweit durchschnittlich günstig, bezüglich Fixkosten ist St. Gallen eher teuer.

Credit Suisse hat sich in ihrer Studie, die alle rund fünf Jahre durchgeführt wird, auf die finanziellen Gründe konzentriert, die für oder gegen St. Gallen als Wohnort sprechen. Nicht berücksichtigt sind andere Gründe, warum die 76'090 Einwohnerinnen und Einwohner von St. Gallen gerade in dieser Gemeinde leben.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt. Für die Einstufung in die Kategorien attraktiv, eher attraktiv, durchschnittlich, eher unattraktiv und unattraktiv (oder analog mit günstig/teuer etc.) teilen wir alle Gemeinden in der Schweiz in fünf gleich grosse Gruppen ein (Quintile). Das heisst: In jeder Gruppe befinden sich 20 Prozent der Gemeinden. Hier geht es zurück zur Übersicht der Gemeinden in Ihrer Region.

Zu ihrer Studie (PDF) bietet Credit Suisse ein Webtool, mit dem Sie verschiedene Haushaltssituationen für jede Gemeinde betrachten können.