Geldsorgen bei den Katholiken

Wie jeden Herbst geht es beim Katholischen Kollegium um Geld und Wahlen – aber diesmal mit einer Neuerung: Erstmals werden die Mitglieder des Büros inklusive Präsident nicht mehr bloss für ein Jahr, sondern für zwei Jahre gewählt.

Werner Kamber
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St. Gallen. Die längere Amtszeit ist die Frucht der Revision der Geschäftsordnung im Jahre 2009. Theo Keller, der als Präsident vorgeschlagen wird, könnte somit der erste sein, der das Amt zwei Jahre lang ausüben kann.

«Strukturell bedingtes» Defizit

Beim Budget hat sich das Kollegium auch mit der finanziell eher düsteren Zukunft des Katholischen Konfessionsteils auseinanderzusetzen.

Der Voranschlag rechnet bei einem Gesamtaufwand von 62,7 Millionen Franken mit einem Fehlbetrag von gut 1 Mio. «Das Defizit ist strukturell bedingt. Ohne spürbaren Abbau von Dienstleistungen oder einschneidenden Veränderungen in den Aufgabenbereichen des Katholischen Konfessionsteils kann es nicht beseitigt werden», erklärt der Administrationsrat.

Möglichkeiten für eine Verbesserung seien eine umfassende Verzichtsplanung oder zusätzliche Erträge, vorab bei der Katholischen Kantonssekundarschule. Der Beitrag der Stadt St. Gallen von 1,9 Mio. Franken decke nicht annähernd die Kosten für die über 500 Schülerinnen und Schüler aus der Stadt. «Wenn es keine wesentliche Verbesserung der Mitfinanzierung durch die Stadt gibt, werden einschneidende Massnahmen unausweichlich», so der Rat.

Trotz dieser düsteren Zukunftsaussichten gibt es einen Lichtblick: Die Rechnung des laufenden Jahres soll mit einem Fehlbetrag von «nur» 600 000 Franken abschliessen – rund eine Million besser als budgetiert.

Fassadensanierung

Dem Kollegium liegt auch ein Kreditbegehren von 1,7 Millionen Franken für die Sanierung der Südfassaden sowie die Innenrenovation der Turnhalle an der Moosbruggstrasse 22 vor.

«Die für die Sanierung vorgesehenen Gebäude sind Bauten, welche auf oder an der ehemaligen Stadtmauer stehen.» Die Gebäude sind zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert entstanden. Die Sanierung soll bis Ende 2011 beendet sein – rechtzeitig vor dem Gallus-Jubiläum. Dann soll der Stiftsbezirk «nicht mit grossen Baustellen belegt sein».

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,6 Mio. Franken. Davon kommen 250 000 Franken von der Denkmalpflege sowie 600 000 Franken aus dem Sparad-Fond. So hat das Kollegium noch über ein Kreditbegehren von 1,7 Mio. Franken zu entscheiden.

Neben den Finanzen behandelt das Kollegium zwei Vorstösse: Vorerst wird der 32 Seiten umfassende Bericht «Stellung und Aufgaben der Kirchgemeinden und des Katholischen Konfessionsteils» diskutiert, der von einer Kommission und drei Arbeitsgruppen erarbeitet wurde.

Anschliessend wird eine Interpellation von Karl Duijts, Sargans, beantwortet – es geht um Befugnisse der kantonalen Denkmalpflege bei Kirchenrenovationen. Sie verfüge, so der Vorwurf, «über zu viel undemokratische Macht».

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