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Trotz Pandemie: Die reichsten Ostschweizerinnen und Ostschweizer wurden im vergangenen Jahr noch reicher

Es ist wieder so weit: Die «Bilanz» hat auch dieses Jahr die Liste der 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer publiziert. Darunter befinden sich erneut 23 Personen aus der Ostschweiz. Viele davon haben seit der Pandemie ein noch dickeres Portemonnaie.

Alain Rutishauser 1 Kommentar
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Bereits seit 1989 listet das Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz» die 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer auf. Am Donnerstag erschien die 33. goldene «Bilanz»-Ausgabe. Wie bereits vergangenes Jahr sind unter den reichsten 300 auch 23 Frauen und Männer aus der Ostschweiz dabei. Darunter sind 13 Vermögende aus dem Kanton St.Gallen, neun aus dem Kanton Thurgau und mit Dölf Früh eine Person aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Das sind die sechs reichsten Menschen in der Ostschweiz, darunter auch die St.Gallerin Bettina Würth als einzige Frau:

1. Jorge Lemann (St.Gallen, Vermögen: 17,5 Milliarden)

Der reichste Ostschweizer und achtreichster Schweizer: Jorge Lemann mit seiner Frau Susanna an der Media and Technology Conference in Sun Valley, Idaho, aufgenommen 2015.

Der reichste Ostschweizer und achtreichster Schweizer: Jorge Lemann mit seiner Frau Susanna an der Media and Technology Conference in Sun Valley, Idaho, aufgenommen 2015.

Bild: Andrew Gombert / EPA

Nachdem Jorge Lemann im vergangenen Jahr Börsenverluste von sieben Milliarden Franken beklagte, geht es mit seinem Vermögen bergauf. Neu liegen stolze 17,5 Milliarden Franken auf dem Konto, 1,5 Milliarden mehr als noch im vergangenen Jahr. Dies nicht zuletzt dank erfolgreichem Führungswechsel in seiner Firma AB InBev, dem mittlerweile weltweit grössten Bierbrauer. Ausserdem sind seine Aktien bei Burger King und dem Lebensmittelkonzern Kraft Heinz stark gestiegen. So hält sich Lemann die Konkurrenz vom Hals und behält den Titel des reichsten Ostschweizers. Schweizweit schafft es Lemann auf Platz 8.

2. Baron August von Finck (Thurgau, Vermögen: 8-9 Milliarden)

Zweitreichster Ostschweizer ist August von Finck, hier mit Gattin Francine, aufgenommen im Juni 2008.

Zweitreichster Ostschweizer ist August von Finck, hier mit Gattin Francine, aufgenommen im Juni 2008.

Bild: Imago Stock

Baron August von Finck verteidigt den zweiten Platz der reichsten Ostschweizerinnen und Ostschweizer und legt laut «Bilanz» im Vergleich zum Vorjahr um eine Milliarde zu. Sein Vermögen beträgt nun zwischen acht und neun Milliarden Franken. Er wohnt im Schloss Weinfelden und besitzt ein breites Immobilienportfolio sowie Firmenbeteiligungen rund um die Welt. Finck soll laut Recherchen des «Spiegels» eine massgebliche Rolle in der Finanzierung der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) gespielt haben.

3. Beda Diethelm (St.Gallen, Vermögen: 4-4,5 Milliarden)

Drittreichster Ostschweizer ist Beda Diethelm, Hauptaktionär und Mitinhaber der Firma Sonova, die sich auf Hörgeräte spezialisiert.

Drittreichster Ostschweizer ist Beda Diethelm, Hauptaktionär und Mitinhaber der Firma Sonova, die sich auf Hörgeräte spezialisiert.

Bild: Ennio Leanza / KEYSTONE

Beda Diethelm hält mit 10,4 Prozent die Aktienmehrheit der Firma Sonova, die weltweit Hörsysteme herstellt. Gegründet wurde die Firma 1945 als AG für Elektroakustik, später wurde sie von Ernst Rihs zu Phonak AG umbenannt. Nach seinem Tod übernahmen die Söhne von Rihs, welche unter anderem den Berner Fussballklub BSC Young Boys besitzen, und auch Diethelm stieg ins Unternehmen ein. Die Aktienpakete haben in den vergangenen Jahren mächtig an Wert gewonnen, alleine im vergangenen Jahr um eine Milliarde. So hat sich auch das Vermögen von Diethelm um 50 Prozent vergrössert und liegt nun zwischen vier und viereinhalb Milliarden Franken.

4. Peter Spuhler (Thurgau, Vermögen: 3,5-4 Milliarden)

Unternehmer Peter Spuhler vor einem «Flirt»-Zug seiner Firma Stadler Rail, aufgenommen im September 2020.

Unternehmer Peter Spuhler vor einem «Flirt»-Zug seiner Firma Stadler Rail, aufgenommen im September 2020.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Peter Spuhler hat gut lachen. Er konnte nicht nur eine halbe Milliarde Franken im vergangenen Jahr erwirtschaften, seine Firma Stadler Rail kann sich vor Aufträgen kaum retten. Der Auftragsbestand von Stadler wuchs Anfang Jahr auf ein Rekordhoch von 17,9 Milliarden Franken, wie die Firma im August mitteilte. So erhielt Stadler Rail in den vergangenen Monaten unter anderem Aufträge der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) für 286 neue Triebzüge, 16 Lokomotiven nach Portugal und erstmals auch aus Neuseeland, wo Stadler Rail für 228 Millionen Euro 57 Lokomotiven ausliefert.

5. Bettina Würth (St.Gallen, Vermögen: 3-3,5 Milliarden)

Die einzige Milliardärin in der Ostschweiz: Bettina Würth im Würth Gebäude in Rorschach, aufgenommen im September 2014.

Die einzige Milliardärin in der Ostschweiz: Bettina Würth im Würth Gebäude in Rorschach, aufgenommen im September 2014.

Bild: Benjamin Manser

Vater und Tochter Würth führen gemeinsam das Imperium des Schraubenherstellers Würth mit über 80'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Wir harmonieren gut zusammen», sagt Vater Reinhold Würth in der «Bilanz», der sich aber grösstenteils aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat. Tochter Bettina Würth besitzt zwischen drei und dreieinhalb Milliarden Franken und ist die einzige Frau unter den reichsten Ostschweizern. Der Familie gehört auch eine riesige Kunstsammlung mit über 18'500 Gemälden – unter anderem von Pablo Picasso, Edvard Munch und Hans Arp.

6. Carsten Koerl (St.Gallen, Vermögen: 3-3,5 Milliarden)

Sportradar-CEO Carsten Koerl während des Sportbusiness-Kongresses Spobis in Düsseldorf, aufgenommen am 30. Januar 2020.

Sportradar-CEO Carsten Koerl während des Sportbusiness-Kongresses Spobis in Düsseldorf, aufgenommen am 30. Januar 2020.

Bild: Jürg Schäler/Imago

Diesen September ging Carsten Koerl mit seiner Firma Sportradar an die New Yorker Börse Nasdaq. Das Unternehmen, welches Sportdaten und Wettergebnisse liefert, wurde am ersten Börsentag auf 7,4 Milliarden Dollar taxiert. Wie die «Bilanz» schreibt, zählt Sportradar zu den einflussreichsten Sportdatenfirmen weltweit und unterhält 2500 Mitarbeitende und 8000 Freelancer weltweit. Als Corona ausbrach und der Profisport für mehrere Wochen ausfiel, eroberte Sportradar eine neue Branche, den E-Sport, veranstaltete Onlineturniere und kam so relativ unbeschadet durch die Pandemie. Das freute auch Koerl, der sein Vermögen um eine halbe Milliarde steigern konnte.

1 Kommentar
Willi Lang

Super - also können es Ostschweizer auch einige Nullen mehr hinter einer Zahl zu haben  - das gibt Geld in die Steuerkassen .  Nur kein Neid - viel Kies gibt auch Sorgen - wohin damit wenn nix mehr rausschaut , aber Überleben werden alle .

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