«Geht es so weiter, wird es existenzbedrohend»: Wie das Corona-Virus auch Thurgauer Restaurants trifft

Ausbleibende Bankette: Einige Restaurants im Thurgau sind vom der Virus-Krise stärker betroffen als andere. 

David Grob und Ida Sandl
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Das Restaurant Eisenbahn in Weinfelden spürt den Gästeschwund – der Mittagservice bleibt noch stabil.

Das Restaurant Eisenbahn in Weinfelden spürt den Gästeschwund – der Mittagservice bleibt noch stabil. 

Bild: Andrea Stalder

Die Corona-Krise trifft einige Thurgauer Restaurants mit voller Härte. «Geht es längere Zeit so weiter, wird die Situation existenzbedrohend», sagt etwa Reto Lüchinger, Wirt und Inhaber des Restaurants Eisenbahn in Weinfelden. Ähnlich sieht es Christoph Komarnicki, Geschäftsführer und Inhaber des Gasthofs zum Goldenen Kreuz in Frauenfeld.

«Ein bis zwei Monate können wir überbrücken. Dann könnte es schwierig werden.»

Beide Restaurants sind ähnlich aufgestellt. Zum klassischen Mittags- und Abendservice kommen zwei weitere Geschäftsfelder hinzu: grössere Bankette und zu einem kleinen Teil die Hotellerie. In normalen Zeiten hilft dies: Die Betriebe sind mit drei Standbeinen breit aufgestellt. Jetzt aber kommt das Corona-Virus und schlägt mit voller Wucht zwei Beine weg. «Zurzeit werden viele Bankette abgesagt», sagt Komarnicki. Damit trifft es sein Hauptgeschäftsfeld: Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaften er und sein Team mit Banketten.

Stornieren dann auch noch Hotelgäste ihre Buchungen, fallen weitere Einnahmen weg. «Es gibt leider fast keine Neubuchungen zurzeit. Gleichzeitig kommt es zu sehr vielen Stornierungen», sagt Lüchinger vom Restaurant Eisenbahn in Weinfelden. Auch das Abendgeschäft laufe etwas schlechter, sagen beide. «Zum Glück kommen die Gäste am Mittag noch», sagt Lüchinger.

Die kleineren Restaurants sind kaum betroffen

Denselben Satz hört man auch aus kleinerer Restaurants – nur ohne den Zusatz «zum Glück». Für sie hat das Corona-Virus weniger Auswirkungen. «Mittags war es gestern und heute etwas ruhiger», sagt Simon Michel, Inhaber des Restaurants Frohsinn in Felben. Ähnlich tönt es auch aus dem Restaurant Rössli in Matzingen. Berufstätige im Dorf und Durchreisende kämen weiterhin, sagt Wirt und Inhaber Beat Wick. «Und die Vereine erscheinen am Abend immer noch geschlossen.» Auch Christoph Michel, Inhaber des Restaurants Scharfes Eck in Frauenfeld spürt nur wenig von der Corona-Krise.

«Wir machen ganz normale Umsätze.»

Einzig ein Bankett mit 25 Personen sei bislang abgesagt worden.

Die betroffenen Wirte Komarnicki und Lüchinger ergreifen derzeit erste Massnahmen wegen der ausbleibenden Kunden. Die Mitarbeiter bauen Überstunden ab, Ersatzpersonal wird nicht aufgeboten. «Allenfalls muss ich über Kurzarbeit nachdenken, um alle Stellen erhalten zu können», sagt Komarnicki.

«Wir freuen uns über jeden Gast», sagt Thomas Hasen von der «Seelust» in Egnach. Catering werde abbestellt, Jahresversammlungen oder Tagungen fallen aus. Im Restaurant spüre man den Rückgang. Es sei sehr schwierig, auf die Situation zu reagieren, da man nicht wisse, wie lange sie dauere. So könne man die Mitarbeiter nicht in die Ferien schicken. «Sobald sich die Situation entschärft, brauchen wir sie sofort wieder.»