Gefängnis für Autoaufbrüche

ST. GALLEN. Ein Paar hat zwischen November 2011 und Januar 2012 sowie im Juni 2012 Bargeld und Wertgegenstände aus Autos gestohlen. Vereinzelt verübte es die Diebstähle in Liegenschaften. Mehr als 120 Delikte gehen auf das Konto der beiden.

Claudia Schmid
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ST. GALLEN. Ein Paar hat zwischen November 2011 und Januar 2012 sowie im Juni 2012 Bargeld und Wertgegenstände aus Autos gestohlen. Vereinzelt verübte es die Diebstähle in Liegenschaften. Mehr als 120 Delikte gehen auf das Konto der beiden. An der Gerichtsverhandlung von Mitte August waren der 35jährige Schweizer und die 21-Jährige geständig.

Zu Freiheitsstrafen verurteilt

Nun hat das Kreisgericht St. Gallen die Urteile veröffentlicht. Es hat den Mann zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und einer Busse von 3000 Franken verurteilt. Seine Ex-Freundin hat eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren erhalten. Für sie hat das Gericht Bewährungshilfe angeordnet. Die Frau muss zudem zwei Geldstrafen bezahlen, die die Staatsanwaltschaft Bischofszell im Juli 2011 und das Untersuchungsamt St. Gallen im November 2010 bedingt ausgesprochen hatte. Solidarisch müssen die beiden für Zivilklagen von über 60 000 Franken und Zivilforderungen von 20 000 Franken geradestehen. Die Verfahrenskosten belaufen sich beim Mann auf 40 000 Franken, bei der Frau auf 22 000 Franken.

Schwere Drogensucht

Das Paar war schwer drogensüchtig. Mit dem gestohlenen Geld und dem Verkauf der Wertgegenstände bestritt es den Lebensunterhalt und finanzierte die Betäubungsmittel. Sie seien praktisch täglich auf Diebestour gegangen, so die Frau. Die Delikte begingen sie in St. Gallen und anderen Ostschweizer Orten.

Der bereits elfmal vorbestrafte Mann befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Nur das Gefängnis habe ihn bisher davon abgehalten, Delikte zu begehen, erklärte der Staatsanwalt im Plädoyer. Der Beschuldigte betonte, er wolle nach der Verbüssung der Freiheitsstrafe sein Leben in den Griff bekommen. Die Frau habe trotz Schwangerschaft Rückfälle in den illegalen Drogenkonsum gehabt, hiess es. Sie sagte, sie strebe eine Ausbildung an und wolle für ihre Tochter und ihr ungeborenes Kind eine stabile Familie aufbauen. Seit vier Monaten befinde sie sich im Methadonprogramm. Der Verteidiger machte auf die soziale Situation und eine «Unreifeproblematik» seiner Mandantin aufmerksam. Sie sei milde zu bestrafen.

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