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Gefährliche Ablenkung am Steuer

ST.GALLEN. Telefonieren, essen, am Radio hantieren: Ein Viertel der Verkehrsunfälle passiert wegen abgelenkter Fahrer. Um dem entgegenzuwirken, lanciert die Polizei eine Präventionskampagne. Und sie führt vermehrt Kontrollen durch.
Anina Rütsche
Die Stadtpolizei St.Gallen büsste und informierte gestern abgelenkte Autofahrerinnen und Autofahrer in St.Fiden. (Bild: Urs Jaudas)

Die Stadtpolizei St.Gallen büsste und informierte gestern abgelenkte Autofahrerinnen und Autofahrer in St.Fiden. (Bild: Urs Jaudas)

ST. GALLEN. Und plötzlich steht da dieser Polizist in leuchtend oranger Weste, der einen von der Hauptstrasse in eine Seitengasse lotst. Die meisten Autofahrer reagieren zunächst mit Verwunderung. Erst im Gespräch auf einem nahen Parkplatz wird ihnen bewusst, was passiert ist: Sie alle waren kurz zuvor von weiteren Polizeibeamten am Steuer ihres Fahrzeugs beobachtet worden – und zwar abgelenkt, zum Beispiel beim Bedienen ihres Handys. Auch das Hantieren an Navigationsgeräten oder am Autoradio gehört zu beliebten Nebenbeschäftigungen beim Fahren, ebenso wie das Essen, Trinken und Rauchen.

Schweizweite Kampagne

«Lenken statt ablenken» lautet das Motto der Verkehrssicherheitskampagne, die gestern in der Deutschschweiz angelaufen ist. Sie dauert bis zum 22. Oktober und orientiert sich an einem ähnlichen Projekt vom vergangenen Jahr.

Auch die Mitglieder des Polizeikonkordats Ostschweiz, sowohl kantonale als auch städtische Korps, beteiligen sich daran. «Etwa ein Viertel aller Verkehrsunfälle passiert wegen abgelenkten Autofahrern, und das ist entschieden zu viel», sagt Ralph Hurni, Kommandant der Stadtpolizei St. Gallen. Laut Hurni ereigneten sich letztes Jahr insgesamt 3421 Unfälle auf den Strassen im Kanton St. Gallen – bei 848 davon sei Unaufmerksamkeit die Ursache gewesen.

In Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden sowie im Thurgau sehe das Verhältnis ähnlich aus. «Unser Ziel besteht nun darin, die Zahl solcher Unfälle zu reduzieren.»

Prävention am Fernsehen

Schweizweit werden 323 000 Franken in die Prävention unter dem Titel «Lenken statt ablenken» investiert. Jedes mitwirkende Polizeikorps beteiligt sich an den Kosten. Zu den Massnahmen gehören Plakate am Strassenrand, Anzeigen in grossen und überregionalen Tageszeitungen und Flyer. «Insbesondere ist sie aber am Fernsehen präsent», sagt Bruno Zanga, Kommandant der Kantonspolizei St. Gallen. Zusammen mit dem Pantomimen Damir Dantes wurden mehrere 20sekündige Spots eingespielt. Alle Kurzfilme beginnen mit derselben Szene: Der Pantomime fährt ein imaginäres Auto. Beherzt greift er dann zum Mobiltelefon oder einem Snack – auch diese sind unsichtbar. Umso deutlicher ist aber die Botschaft der Spots: Innerhalb von Augenblicken kommt es nämlich zu einem Auffahrunfall, und der Protagonist fliegt mit entsetztem Gesicht direkt auf die Kamera zu – und fertig. Anschliessend erscheint das Kampagnen-Signet.

Bussen und Anzeigen ausgestellt

«Die Botschaft dieser Werbung ist leicht verständlich», sagt Bruno Zanga. Doch nebst der Prävention sei auch die Repression wichtig. Im Rahmen der Kampagne führen die Polizeikorps daher verstärkte Kontrollen durch. Den Anfang machte die Stadtpolizei St. Gallen gestern an einer Hauptverkehrsachse im Quartier St. Fiden. Die Beamten stellten dabei gemäss Polizeimeldung 20 Ordnungsbussen wegen Benutzung von Handys ohne Freisprecheinrichtung aus. Zudem wurden drei Lenker angezeigt. Einer hatte am Steuer SMS geschrieben, ein anderer las einen Lieferschein, und ein weiterer führte einen nicht gesicherten Hund auf dem Beifahrersitz mit – alles Tätigkeiten, die im Notfall zu verzögerten Reaktionen führen.

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