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GEDENKSTÄTTE: Polen lässt nicht locker

Der polnische Staat will das Polenmuseum in Rapperswil retten – indem er es auf eigene Kosten verkleinert und erneuert. Der Stadtpräsident winkt ab: An der Schliessung des Museums werde nicht gerüttelt.
Magnus Leibundgut, Adrian Vögele
Die Tage des Polenmuseums in seiner heutigen Form sind gezählt. (Bild: Manuela Matt)

Die Tage des Polenmuseums in seiner heutigen Form sind gezählt. (Bild: Manuela Matt)

Magnus Leibundgut, Adrian Vögele

ostschweiz@tagblatt.ch

Die kleine Staatsaffäre rund um das Polenmuseum im Schloss Rapperswil geht in die nächste Runde. Anlass war ein Treffen zwischen der St. Galler Regierung und dem polnischen Botschaftsrat am vergangenen Mittwoch. Regierungspräsident Fredy Fässler nutzte das Gespräch, um auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Polen einzugehen. Erwähnung fand auch das Polenmuseum, das ursprünglich als polnisches Nationalmuseum im Exil gegründet worden war. Der polnische Botschafter Jakub Kumoch habe auf die eminente Bedeutung des Museums hingewiesen, sagt Fässler: «Gleichzeitig hat er aber festgestellt, dass eine attraktive, moderne Museumsgestaltung und eine Reduktion der Fläche auch aus Sicht Polens unabdingbar seien.» Polen kenne und respektiere die aktuellen Eigentumsverhältnisse, sei aber sehr daran ­interessiert, ein neugestaltetes Museum im Schloss auf eigene Kosten realisieren zu können.

Stöckling erteilt eine klare Absage

Anna Buchmann, Direktorin des Polenmuseums, begrüsst die Initiative des polnischen Botschafters: «Wir hoffen darauf, dass Stadt und Ortsgemeinde diesen Vorschlag prüfen. Und dass diese Variante des Museums Aufnahme findet im neuen Konzept des Schlosses.» Buchmann verweist hierbei auf Gespräche, die das Polenmuseum mit der Stadt nach Abschluss des derzeit laufenden Projektwettbewerbs führen wird.

Martin Stöckling (FDP), Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, winkt jedoch ab: «Am Entscheid gegen das Polenmuseum wird nicht gerüttelt. Das Polenmuseum wird definitiv geschlossen.» Die Stadt sei nicht in die Gespräche zwischen der St. Galler Regierung und dem polnischem Botschafter involviert gewesen. «Wir haben immer klar kommuniziert, dass ein eigenständiges Polenmuseum keine Option mehr ist», konstatiert Stöck­ling. «In den Gesprächen mit dem Polenmuseum nach Abschluss des Projektwettbewerbs stehen die Schliessungsmodalitäten im Fokus.» Zudem werde die Frage thematisiert, ob Exponate des Polenmuseums allenfalls Platz im künftigen Konzept des Schlosses finden sollen. Die Jurierung im Wettbewerbsverfahren ist im August vorgesehen.

Konzept mit eigenständigem Polenmuseum fiel durch

Die Diskussion um die Nutzung des Schlosses und die Zukunft des Polenmuseums dauert seit Jahren an. Ein Konzept für das Schloss mit integriertem Polenmuseum war in der Vernehmlassung 2013 breit kritisiert worden. Die Ortsbürger stimmten dann einer Schlossvision zu, die kein eigenständiges Polenmuseum mehr vorsieht. Der polnische Aspekt der Schlossgeschichte soll aber dennoch berücksichtigt werden. Dies begrüsst auch das ­eidgenössische Aussendepartement, wie es mitteilte. Der polnische Staat hat derweil schon mehrfach angeboten, sich finanziell zu beteiligen.

Die Verbindung des Schlosses zu Polen geht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück: Ein polnischer Graf mietete darin Räume für ein Museum –und verpflichtete sich, das heruntergekommene Gebäude zu renovieren.

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