Gedankenstrich-Kolumne
Samantha Wanjiru: Der beste Sommer aller Zeiten

Die Pandemie zwang uns, zu Hause zu bleiben. Die Massnahmen trafen alle, doch einige Branchen härter als andere. Deshalb fordert «Tagblatt»-Kolumnistin Samantha Wanjiru nun alle auf, hinauszugehen – und die am härtesten Betroffenen zu unterstützen. Auf dass dieser Sommer für alle toll wird.

Samantha Wanjiru
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Samantha Wanjiru, «Tagblatt»-Kolumnistin.

Samantha Wanjiru, «Tagblatt»-Kolumnistin.

Bild: Arthur Gamsa

Der letzte Winter war schwierig für uns alle. Die strikten Coronamassnahmen zwangen uns, zu Hause zu bleiben und brav Social Distancing zu praktizieren. Kein Ausgang in den Club, keine grossen Festlichkeiten wie Hochzeiten und Geburtstage, kein Auswärtsessen im Lieblingsrestaurant. Gerade für Kleinunternehmer war diese Zeit eine unheimliche Tortur.

Die psychische Belastung war für viele real und gross. Die Ungewissheit über die Zukunft, die finanzielle Belastung und die sozialen Einschränkungen waren einige der Gründe, weshalb es vielen schlecht ging. Auch wenn die Massnahmen zum Schutz unserer Gesundheit waren, sie haben vielen geschadet. Wie hoch der Schaden ist, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen.

Desto mehr freuen wir uns nun über die Lockerungen. Aktuell dürfen wir uns auf einen einmaligen Sommer freuen. Durch die Impfkampagne und der Bereitschaft der Bürger zur Impfung wurden uns die Türen zu einem Sommer mit lockeren Massnahmen geöffnet. Endlich können wir das im Lockdown angesparte Geld für Unternehmungen aller Art nutzen.

Gerade die Ostschweiz bietet viele Möglichkeiten, um seine Moneten sinnvoll an den Mann zu bringen. Eine Wanderung zum atemberaubenden Fünfländerblick in St.Gallen mit anschliessendem Kaffee im Restaurant lässt das Wanderherz höherschlagen. Ein Besuch des Fresh-Open-Air in Winterthur ist für Musikliebhaber auch wieder möglich. Auch eine Schifffahrt in Schaffhausen lädt dazu ein, die Seele nach einer langen Durststrecke wegen der Massnahmen baumeln zu lassen.

Zusätzlich ist es wieder möglich, in den Studios der Region seine Fitness auf Vordermann zu bringen und die mentale Gesundheit wieder zu stärken. Freizeitbetriebe wie der Säntispark oder die Kinos laden dazu ein, mit Freunden ohne Social Distancing den Abend zu geniessen.

Gerade die Gastrobetriebe sollten nun von der Gesellschaft unterstützt werden, damit sie wieder auf die Beine kommen. Denn sie mussten am meisten unter dem Lockdown leiden. Monatelang waren sie geschlossen und hatten deswegen unermessliche Einkommenseinbussen. Die Gastrolandschaft hat sich verändert, denn viele Restaurants und Clubs schafften es nicht und mussten leider ihre Türen für immer schliessen. Das wird vor allem in den Innenstädten deutlich. Wo früher das Lieblingscafé war, ist heute nur noch eine leere Halle mit der Anschrift «Zu vermieten».

Für viele Betriebe bedeutet dieser Sommer ein Neustart in eine bessere Zukunft. Auch wenn der Lockdown für viele das endgültige Aus war, hat sich gleichzeitig die Anzahl der Start-up-Unternehmen erhöht. Das heisst, wir können uns auf neue innovative Betriebe freuen. Die finanzielle Unterstützung durch Otto Normalverbraucher war noch nie so wichtig wie jetzt. Deswegen sollten wir den Sommer und die lockeren Massnahmen genau für diese Zwecke nutzen und unser Geld da hineinstecken, wo es am meisten gebraucht wird.

Freizeit und Kulturveranstaltungen bieten die Möglichkeit, uns von den stressigen Monaten der Ungewissheit zu erholen. Der Herbst könnte wieder strengere Massnahmen mit sich bringen. Ob und wie sich das auf unseren Alltag auswirken wird, ist ungewiss. Deswegen sollte dieser Sommer für alle, die unter den Massnahmen leiden mussten, der beste aller Zeiten werden – wir sollten ihn geniessen, solange er noch anhält.

Samantha Wanjiru ist Psychologiestudentin und Kopf der «Black Lives Matter»-Bewegung in der Ostschweiz. Sie schreibt diese Kolumne immer montags im Turnus mit
Toni Brunner, Ulrike Landfester und Walter Hugentobler.

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