GEBURTENREKORD: Ihr Kinderlein kommet

Seit 1971 wurden im Kantonsspital St.Gallen nicht mehr so viele Kinder geboren wie in diesem Jahr. Auch die anderen Ostschweizer Kantone verzeichnen Rekordwerte.

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Im Kantonsspital St. Gallen sind 2016 mehr Kinder als im Vorjahr geboren worden. (Bild: Urs Bucher)

Im Kantonsspital St. Gallen sind 2016 mehr Kinder als im Vorjahr geboren worden. (Bild: Urs Bucher)

Patrick Baumann

patrick.baumann@tagblatt.ch

Die Geburtsabteilung des Kantonsspitals St.Gallen (KSSG) hatte dieses Jahr viel zu tun. Bis Mitte Dezember haben dort über 1700 Kinder das Licht der Welt erblickt. Damit liegt die Anzahl Neugeborener jetzt schon deutlich über der Vorjahreszahl von 1681 Babys, heisst es in einer Mitteilung. Letztmals wurden im Jahr 1971 ähnlich viele Kinder geboren. Der Trend, dass wieder mehr Kinder geboren werden, ist am KSSG schon seit einigen Jahren feststellbar. Seit 2004 wird die Zahl aus dem Vorjahr stets übertroffen. «Dies ist wohl grösstenteils auf das generelle Bevölkerungswachstum zurückzuführen», sagt Philipp Lutz, Medienbeauftragter des Kantonsspitals St.Gallen. «Die Zahl junger Frauen, die im gebärfähigen Alter sind, hat zugenommen.» Zudem liessen sich heutzutage Beruf und Familie besser kombinieren als noch in früheren Jahren. «Kurzum: Eine Familie zu haben, ist wieder in.»

Dass wieder mehr Kinder geboren werden, zeigt auch ein Blick in die Spitäler der anderen Ostschweizer Kantone. «Nachdem in den beiden Ausserrhoder Frauenkliniken in Heiden und Herisau im Jahr 2011 die 1000er-Marke geknackt wurde, ist die Anzahl Geburten von Jahr zu Jahr angestiegen», sagt Nicole Graf Strübi vom Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden. Im Jahr 2015 sind 1432 Kinder zur Welt gekommen. Diese Zahl wurde in diesem Jahr bereits am 18. Dezember übertroffen. «Am vergangenen Sonntagabend erblickte im Spital Heiden das 1433. Kind in diesem Jahr das Licht der Welt.»

Im Kanton Thurgau sieht es ähnlich aus. «Wir rechnen im Jahr 2016 mit einer Steigerung von fünf bis sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei im Jahr 2015 bereits ein Geburtenrekord verzeichnet wurde», sagt Martina Gschwend von der Spital Thurgau AG.

Wickel- und Stillzimmer erneuert

Die meisten werdenden Mütter, die in die Geburtsabteilung des Kantonsspitals St.Gallen kommen, wohnen in der Stadt oder in der näheren Umgebung. «Es kommen aber auch Mütter aus der übrigen Ostschweiz zu uns ins Kantonsspital», sagt Philipp Lutz. Dies führt er unter anderem auf die moderne Ausstattung zurück. Kürzlich seien die Betten- wie auch die Wickel- und Stillzimmer vollständig erneuert worden. Auch die Familienzimmer seien auf dem neusten Stand. «Eine wichtige Rolle spielt auch die Sicherheit, die wir für Mutter und Kind gewährleisten können», sagt Lutz. «Unsere Geburtshilfe und Neonatologie bilden zusammen mit dem Ostschweizer Kinderspital das Ostschweizer Perinatalzentrum, welches jährlich zwischen 350 bis 400 kranke Früh- und Neugeborene betreut, davon etwa 50 bis 70 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm.»