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«Ganz verreckt»: Gäste auf der Schwägalp sind beeindruckt von Schneemassen

Eine Woche nach dem Lawinenniedergang herrscht auf der Schwägalp schon fast wieder Normalzustand. Drinnen sitzen Gäste im Restaurant, draussen sind Spaziergänger unterwegs – nur wenig deutet noch auf das Jahrhundert-Ereignis hin.
Maria Kobler-Wyer
Bereits sind wieder einige Gäste auf der Schwägalp anzutreffen. (Bild: Raphael Rohner)

Bereits sind wieder einige Gäste auf der Schwägalp anzutreffen. (Bild: Raphael Rohner)

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint. Kinder schaufeln im Schnee, bauen ein Iglu, Spaziergänger führen ihre Hunde Gassi oder nehmen den Laternliweg unter die Füsse. Es ist ein prächtiger Wintertag auf der Schwägalp. Auf den ersten Blick deutet kaum etwas auf die Lawine hin, die vor einer Woche niedergegangen ist – ausser vielleicht der Schnee, der sich meterhoch türmt. Touristen wie Einheimische, Alt und Jung, zücken ihre Smartphones und schiessen Fotos oder halten die Schneemassen im Video fest.

Seit Mittwochmittag sind Restaurant und Hotel wieder in Betrieb. Im gut besetzten Restaurant trinken die Gäste Kaffee, unterhalten sich, ein Baby schreit. In diesem Teil sieht alles normal aus. Ein Vorhang versteckt die Schäden im hinteren Teil des Restaurants. «Wir haben schon fast wieder den Normalzustand», sagt Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn, bei einem Rundgang am Mittwochnachmittag. «Zwei Drittel der Plätze im Restaurant können wir benutzen.»

Eine der zerborstenen Fensterscheiben im Hotel. (Bild: (Raphael Rohner)

Eine der zerborstenen Fensterscheiben im Hotel. (Bild: (Raphael Rohner)

Von der Lawine beschädigt wurde hingegen der Frühstücksraum. Aus dem Boden ragen Anschlüsse. Wo vorher grosse Fenster waren, sind jetzt doppelschalige Holzplatten. «Bis wir die neuen Fenster einsetzen können, dauert es noch eine Weile», sagt Vattioni. «Die Fenster haben Lieferfristen von bis zu zehn Wochen.» Die Tapete ist zerrissen. Das Frühstücksbuffet wird nun im Durchgang eingerichtet, hier stehen Tische mit weissen Tischtüchern. Gegessen wird in der Schwägalp-Stobe. Der beschädigte Frühstücksraum ist mit einer provisorischen Holztür abgetrennt, damit die Gäste nicht mitbekommen, wenn die Handwerker die Schäden beheben.

Die beschädigte Tapete im Frühstücksraum. (Bild: Raphael Rohner)

Die beschädigte Tapete im Frühstücksraum. (Bild: Raphael Rohner)

Der Boden in den betroffenen Räumen ist wasserdicht. «Wir haben am Donnerstag sofort die Bodenheizung abgestellt», sagt Bruno Vattioni. «Der Schnee ist deshalb nicht geschmolzen und wir hatten keine Wasserschäden.» Es mussten auch keine Trocknungsmaschinen eingesetzt werden.

Jürg Solèr von der Assekuranz Appenzell Ausserrhoden schätzt den Schaden auf mehrere 100'000 Franken. «Aber sicher nicht mehr als eine Million», sagt er. Darin eingerechnet sind Grundstücksschäden wie Geländeverschiebungen oder beschädigte Strassen. Für den Schaden am Mobiliar ist die Assekuranz nicht zuständig. Und es ist auch noch nicht klar, wie hoch dieser ist. Der Gesamtschaden dürfte sich daher auf über eine Million Franken belaufen.

Bis die neuen Fenster eingebaut werden können, dauert es noch eine Weile. (Bild: Raphael Rohner)

Bis die neuen Fenster eingebaut werden können, dauert es noch eine Weile. (Bild: Raphael Rohner)

Ob Gäste wegen der Lawine ihren geplanten Aufenthalt auf der Schwägalp abgesagt haben, weiss Bruno Vattioni nicht. «Wir sind aber kulant», sagt er. «Meine Mitarbeiter rufen bei den Leuten an und fragen, ob sie kommen wollen.» Hingegen mussten Seminargruppen für ihre Tagung neue Räumlichkeiten suchen.

Der Säntis bei Sonnenschein und blauem Himmel. (Bild: Raphael Rohner)

Der Säntis bei Sonnenschein und blauem Himmel. (Bild: Raphael Rohner)

Derweil schauen draussen zwei ältere Appenzeller an die Felswand unter dem Säntis. «Siehst du den Abriss?», fragt einer und zeigt mit seinem Gehstock auf den Ort, an dem die Lawine losgegangen ist. «Ganz verreckt», sagt der andere. «Im Winter 1999 hatte es auch viel Schnee, aber nicht so viel wie jetzt.»

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