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Gallus hat es nach Japan geschafft

Der heilige Gallus macht auch im Land der aufgehenden Sonne von sich reden. Denn in Japan hat eine kleine Brauerei sich des Namens «Sankt Gallen» bedient und produziert unter dieser Marke Spezialitätenbiere. Die Brauerei wurde über soziale Netzwerke im Internet gesichtet.
Die Website der japanischen Brauerei hat einen Internetshop. (Bild: Screenshot, www.sanktgallenbrewery.com)

Die Website der japanischen Brauerei hat einen Internetshop. (Bild: Screenshot, www.sanktgallenbrewery.com)

Der heilige Gallus macht auch im Land der aufgehenden Sonne von sich reden. Denn in Japan hat eine kleine Brauerei sich des Namens «Sankt Gallen» bedient und produziert unter dieser Marke Spezialitätenbiere. Die Brauerei wurde über soziale Netzwerke im Internet gesichtet. Doch was hat das japanische Bier mit der Gallusstadt zu tun?

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Auf der Internetseite der Brauerei erscheint nach wenigen Klicks ein Bild der prunkvollen Stiftsbibliothek. Eine Verwechslung ist damit auszuschliessen, der Bezug zur Gallusstadt ist deutlich. Doch nach wie vor ist nicht geklärt, wie eine Brauerei in der Nähe von Tokio auf die Idee kommt, ihre Brauerei «Sanktgallenbrewery» zu taufen. Hilfe findet sich bei Roger Walch, Journalist und Japanologe, der seit knapp 15 Jahren im Land des Lächelns lebt: «Die Brauerei hat mit St. Gallen nur den Namen gemein», schreibt Walch per E-Mail. Der Brauer habe sich für den Namen entschieden, weil St. Gallens Klosterbrauerei die älteste verbriefte Brauerei der Welt sei. Einen weiteren Bezug hat Walch nicht gefunden.

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Das Rezept hat die Brauerei gemäss dem Japanologen von San Francisco importiert. Das Bier sei ein obergäriges Ale und habe in Japan mehrere Preise gewonnen. Wie das Bier schmeckt, weiss er aber nicht: «Ich habe die Marke noch nirgends im Verkauf gesehen und das Bier selber auch noch nie probiert», schreibt Walch.

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Das japanische Familienunternehmen, gegründet im März 1993, verwendet verdächtig ähnliche Etiketten wie Schützengarten – Mönch Gallus und der Bär sind darauf abgebildet. Und das in einem eiförmigen Rahmen. Zudem wird das Sujet ähnlich wie im Original in der unteren Hälfte von einem dünnen Banner durchquert.

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Reto Preisig, Geschäftsführer von Schützengarten, hatte bislang keine Kenntnis der Sanktgallenbrewery. Er ist überrascht, dass eine japanische Brauerei den St. Galler Klosterplan so stark thematisiere. «Es unterstreicht aber die Bedeutung St. Gallens bezüglich Europas biergeschichtlicher Entwicklung.» Preisig sieht markenrechtlich keine Probleme. Die Brauerei gebe ja nicht an, das Bier in St. Gallen zu brauen.

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Doch wie schmeckt das Bier nun, ähnlich dem Gallusbier? Beim Tourismusbüro der Region St. Gallen-Bodensee kennt ein Mitarbeiter jemanden, der in Japan auf das Bier gestossen ist. Daniel Lehmann, ein Bierliebhaber, war im vergangenen Sommer auf Japanreise. Zu Beginn seines Trips landete er im «The World End», einem Irish-Pub in Tokio. Dort bekam er das gesuchte Ale im Offenausschank: «Es hat sehr gut geschmeckt», sagt Lehmann, «bitter und fruchtig.» Es sei mit dem Gallusbier nicht zu vergleichen, da es eine andere Sorte Ale sei.

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So bleibt der einzige gemeinsame Nenner Gallus. Und damit darf wohl ein weiterer Erfolg auf das Konto des Wandermönchs verbucht werden. Seine Mission wird in neuen Gefilden fortgeführt – auch wenn er nicht mehr als katholischer Missionar, sondern als Imageträger obergärigen Biers fungiert.

Das hat aber durchaus verbindenden Charakter. Schützengarten-Chef Reto Preisig jedenfalls möchte nun mehr über die japanischen Brauer wissen: «Wir werden Kontakt aufnehmen und mit den japanischen Kollegen den fachlichen Austausch suchen».

Sebastian Schneider

Daniel Lehmann: «Happy», dieses Bier gekostet zu haben. (Bild: pd)

Daniel Lehmann: «Happy», dieses Bier gekostet zu haben. (Bild: pd)

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