Gärtnern für Anfänger

Der Frühling ist längst vorbei, doch keine Panik: Zum Gärtnern ist es noch nicht zu spät. Wir geben einige Last-Minute-Tips für alle, die keine Gartenzeitschriften lesen und keinen Grünen Daumen haben.

Livia Büchler
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Da ist dieses kleine Fleckchen Garten, auf dem alles vor sich hin wuchert. Der Frühling ist zwar vorbei, doch kommt auf einmal die Lust, etwas aus dem Fleckchen zu machen. Oder den kahlen Balkon mit etwas Grün anzureichern. Oder die Studenten-WG auf das neue Semester hin zu verschönern und den Garten, den die Hausbewohner seit Jahren verkümmern lassen, aufzumotzen. Aber was geht jetzt, Anfang August, überhaupt noch? Und was liegt im Budget? Wer weder Gartenzeitschriften liest, noch neben Profigärtnern wohnt, hat keine Ahnung. Für Tomaten oder Zucchetti ist es zwar zu spät, es gibt aber viele andere Pflanzen, die man jetzt problemlos noch setzen kann. Auch ohne grünen Daumen.

Anfänger-Pflanzen:

Kräuter sind einfache Pflanzen. Das behauptet zumindest der Gartenfachmann Pit Altwegg von «Blühende Gärten» in Freidorf. Sie sind zwar eher Frühlingspflanzen, lassen sich in einem Topf aber auch jetzt noch einsetzen. Und das Gute daran: man findet im Supermarkt kleine Stöckchen, muss also nicht mit einer Handvoll Samen beginnen und wochenlang warten, bis das erste Blättchen sichtbar wird. Im Gegenteil: Kräuter wuchern schnell und gerne. Schnittlauch, Petersilie und Majoran, aber auch Pfefferminze brauchen bloss gute Erde, Wasser und etwas Sonne. Der südländische Basilikum ist anspruchsvoller und nichts für Anfänger, er braucht ein sonniges Plätzchen, ist schneckenanfällig und friert nicht gerne. Ein absolutes Verbot bei Kräutern: Schnittlauch und Petersilie nebeneinander zu pflanzen.

Spätpflanzer-Pflanzen:

Das mit den Blumen ist so eine Sache, denn eigentlich blühen sie im Frühling und Sommer – allerdings nicht alle. Für ein schnelles Resultat empfiehlt der Fachmann Astern, die im Spätsommer schön blühen (Bild). Und keine Panik, es ist noch nicht zu spät: Jetzt ist genau der richtige Moment, sich über die Gartenplanung Gedanken zu machen, denn Ende August bis Mitte November, wenn der Frost beginnt, ist die beste Pflanzzeit. Blumen wie Taglilien und Funkien sind robuste, winterfeste Pflanzen, die vor dem Winter in die Erde müssen. Und auch Tulpenzwiebeln müssen im Herbst hinein, aber bitte so, dass die Spitze nach oben zeigt und die Pflanze wachsen kann. Ob es funktioniert hat, wird der nächste Frühling zeigen. Und der vergessliche Gärtner darf sich dann überraschen lassen, was alles aus der Erde spriesst.

Gestalten mit kleinem Budget:

Die Motivation ist da, nur leider fehlt das Geld? Da ist Kreativität gefragt. Kräuter und Blumenstöckchen gibt es im Grosshandel für wenige Franken. Und schon für eine Zwanzigernote werden schöne Stauden angeboten. Für die Gartengestaltung selbst braucht es weder einen Landschaftsarchitekten, noch eine Marmorstatue. Im Gegenteil: mit einem alten Zuber, einem Fass oder auch einem Handwagen aus Holz und ein paar grossen Steinen lässt sich viel machen.

Tränken statt ersäufen:

Giessen ist gleichzeitig das Einfachste und das Schwierigste im Garten. Und der Punkt, an dem die meisten Anfänger scheitern. Pflanzen brauchen Wasser, allerdings nicht jeden Tag ein bisschen, sondern lieber nur zweimal in der Woche, dafür aber ausreichend. Achtung: Pflanzen können nicht nur verdursten, sondern auch ertrinken! Lässt die Pflanze die Blätter hängen, ist sie vielleicht durstig. Vielleicht hat sich das Wasser aber auch gestaut und die Wurzeln faulen. Wobei zusätzliches Wasser dann auch nicht mehr hilft, denn eine faulende Pflanze lässt sich nicht retten.

Bewässern selbst gemacht:

Das Reisen soll wegen ein paar Blümchen nicht zu kurz kommen. Im Internet finden sich viele Bewässerungssysteme zum Selberbasteln. Wie gut diese funktionieren, ist aber eine andere Frage. Jeannette Geissman von der Gärtnerei Nützi in Oberuzwil empfiehlt deshalb den Tropf-Blumat (www.blumat.de). Bei diesem System stehen die Wasserleitungen unter Druck, und über einen Sensor wird so viel Wasser zugeführt, wie die Pflanze braucht. Am besten tränken in den Ferien aber immer noch die Nachbarn.

Plastik als Notlösung:

Wenn die Pflanzen ständig verdursten oder trotz aller Bemühen aus einem unerklärlichen Grund nicht wachsen wollen, sollte man sich vielleicht doch mit künstlichen Blumen begnügen. Diese sind um einiges pflegeleichter und immer schön bunt. Oder wie wär's mit einer Mini-Flip-Flap-Blume (www.megagadgets. de)? Sie ist solarbetrieben und ohne Wasserbedarf. Sie braucht nur einen Platz am Licht, und schon beginnen sich die Blätter zu bewegen. Das perfekte Gadget für alle, die wirklich keinen grünen Daumen haben.

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