Fussball-Chaoten
«Gastrecht missbraucht»: GC-Fans zünden Knallkörper und gefährden Anhänger im Nebensektor – FCSG will hart durchgreifen +++ Beleidigungen und Aggressionen auch vor und nach dem Spiel

Vor, während und nach dem Spiel zwischen dem FC St.Gallen und den Zürcher Grasshoppers kam es am Sonntag zu Zwischenfällen mit Anhängern der Gäste. GC-Fans verhielten sich aggressiv, zündeten Pyros, bedrohten Personen und versprayten Hausfassaden. Die Stadtpolizei St.Gallen führt weitere Abklärungen durch, der FCSG zeigt sich empört und will nun die Täterschaft ausfindig machen.

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Blick in den Sektor, wo die GC-Fans am Sonntag untergebracht waren.

Blick in den Sektor, wo die GC-Fans am Sonntag untergebracht waren.

Bild: Keystone (St.Gallen, 5. Dezember 2021)

Flüchtende Passanten, Bedrohungen und Graffitis: Das Spiel zwischen dem FC St.Gallen und den Zürcher Grasshoppers (0:4) hatte es auch neben dem grünen Rasen in sich. Die rund 400 Gäste, die mit dem Extrazug von Zürich nach St.Gallen fuhren, verhielten sich teilweise aggressiv, zündeten pyrotechnisches Feuerwerk, bedrohten Personen und brachten mehrere Sprayereien an, wie die Stadtpolizei mitteilt.

«Beim Fussmarsch zum Stadion wurde durch Gästefans knallendes Feuerwerk gezündet, und es kam zu einzelnen Provokationen. Zudem wurden entlang der Herisauer Strasse gegen 20 Sprayereien an Hausfassaden angebracht», heisst es in der Mitteilung der Stadtpolizei.

«Auch während des Spiels wurde diverses pyrotechnisches Feuerwerk gezündet.»

Laut Andreas Bosshard von der FC St.Gallen Event AG handelte es sich dabei um mindestens einen Knallkörper, den die GC-Fans aus dem Gästesektor B4 in Richtung des angrenzenden Sektors B3 gezündet haben. Dieser Sektor wird vor allem von Familien und älteren Menschen genutzt. Durch diese Aktion haben die Gästefans laut Bosshard «eine Grenze in einem nicht tolerierbaren Mass überschritten und die Gefährdung von unbeteiligten Personen wissentlich und willentlich in Kauf genommen.»

Täterschaft drohen harte Sanktionen

Die GC-Fans hätten dadurch ihr Gastrecht missbraucht und die Sicherheit von Menschen gefährdet. Dies toleriere der FC St.Gallen unter keinen Umständen, heisst es auf Anfrage.

«Der FC St.Gallen wird alles daran setzen, die Täter zu ermitteln.»

Dabei wolle der Verein vor allem das verfügbare Videomaterial auswerten und eng mit den Behörden zusammenarbeiten. Sollten die Täter beziehungsweise Täterinnen gefunden werden, werden diese laut Bosshard mit den zur Verfügung stehenden Massnahmen hart sanktioniert. Der Verein hat dabei die Möglichkeit gegen die ermittelte Täterschaft ein Stadionverbot auszusprechen. Weitere Auswirkung auf das Spiel, wie beispielsweise eine Wiederholung oder ein Forfait-Sieg für den FC St.Gallen, hält Bosshard für unwahrscheinlich.

Passanten flüchteten vor GC-Fans

Auch auf dem Retourweg zum Bahnhof hätten einige GC-Fans erneut ein sehr aggressives Verhalten gezeigt, heisst es im Communiqué der Stadtpolizei weiter. «Sie suchten Auseinandersetzungen, worauf mehrere Passanten flüchten mussten, welche am Bahnhof auf den Zug warteten.» Bislang hat die Stadtpolizei St.Gallen keine Kenntnis, ob es zu tätlichen Auseinandersetzungen und verletzten Personen gekommen ist.

Zudem gab es Zugstörungen, da einige der Gästefans im Extrazug mehrmals die Notbremse gezogen hatten. Mit rund 20 Minuten Verspätung habe der Extrazug schliesslich den Bahnhof Winkeln verlassen können.

Die Stadtpolizei St.Gallen führt weitere Abklärungen zu den Zwischenfällen durch. (stapo/sae)

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