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FUNKSTILLE: Ärger über tote Swisscom-Leitungen

Diese Woche blieb das Telefon in zahlreichen Büros stumm. Unter der Störung litten Tausende Swisscom-Geschäftskunden, auch in der Ostschweiz.
Ein Softwarefehler führte zu Störungen. (Bild: Georgios Kefalas/KEY)

Ein Softwarefehler führte zu Störungen. (Bild: Georgios Kefalas/KEY)

Das Problem ist mittlerweile behoben, doch der Märstetter Gemeindepräsident ärgert sich noch immer über die Swisscom. Fast drei Tage lang kämpften Geschäftskunden des Anbieters mit Störungen in der Telefonie. Auf der Märstetter Gemeindeverwaltung blieben die Telefone weitgehend stumm. Gemeindepräsident Jürg Schumacher fand ­insbesondere die Information dürftig: «Es ist eine himmeltraurige Unternehmenskommunikation von der Swisscom.» Auch bei Firmen war der Ärger gross, beispielsweise bei der Thurgauer Stedy Gwürz AG: Er sei «ausser sich», sagte Geschäftsleiter Valentin Stettler: «Es kann doch nicht sein, dass eines der grössten Schweizer Unternehmen solche Ausfälle hat, und diese nicht einmal richtig kommuniziert.»

Swisscom weist Kritik zurück

Seit Mittwochnachmittag sei die Störung behoben, sagt Swisscom-Sprecherin Annina Merk. Es habe sich um einen Softwarefehler gehandelt, der durch ein Update habe behoben werden können. Betroffen waren Kunden der Dienstleistungen «Smart Business Connect» und «Managed Business Communication.» Man habe rund um die Uhr mit Hochdruck an der Lösung gearbeitet. Bei Swisscom gehe man von einigen Tausend betroffenen Geschäftskunden aus, die genaue Zahl kenne man aber nicht. Kritik an der Kommunikation weist Merk zurück: «Wir haben die Kunden sehr breit informiert.» Die Informationen seien laufend über die Unternehmenswebseite, die Sozialen Medien, SMS-Newsletter, App und Hotline verbreitet worden. Zu einem späteren Zeitpunkt hätten zudem alle Kunden ein E-Mail erhalten. «Eine zielgerichtete Kundenkommunikation war leider nicht möglich, da wir aufgrund des Störungsbildes nicht wussten, welche Kunden tatsächlich von der Störung betroffen waren.

«Wirtschaftlicher Schaden entstanden»

Der Märstetter Gemeindepräsident Jürg Schumacher bleibt bei seinem Urteil: «Jeder anständige Konzern würde in solch einem Fall innert Minuten auf der Webseite an prominenter Stelle eine grössere Mitteilung mit Begründung publizieren.» Die Informationen der Swisscom hätten sich lange auf wenige Zeilen zur Störung beschränkt. «Dass mein Telefon nicht funktionierte, wusste ich selber», sagt Schumacher. Auch eine Medienmitteilung wurde nicht publiziert – obwohl bei den betroffenen Unternehmen sicherlich auch wirtschaftlicher Schaden entstanden sei.

Johannes Wey

ostschweiz

@tagblatt.ch

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