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Riesenfunken in Lustenau: Weltrekord geknackt – Feuerwehr muss Funkenflug bekämpfen

Dreieinhalb Monate baute die «Hofstalder Funkenzunft» ihn auf. Am Samstag schauten zehntausend zu, als der Weltrekord Funken brannte. Gegen Ende musste die Feuerwehr ausrücken – der Auslöser: massiver Funkenflug.
Maria Keller
Der brennende Funken liess tatsächlich einen Funkenregen, teils grössere Stücke Richtung Zuschauer fliegen, sodass die Feuerwehr zum Einsatz kam. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der brennende Funken liess tatsächlich einen Funkenregen, teils grössere Stücke Richtung Zuschauer fliegen, sodass die Feuerwehr zum Einsatz kam. (Bild: Hanspeter Schiess)

Sie haben es geschafft. Der welthöchste Funken der Lustenauer Funkenzunft brennt. Erst raucht es gewaltig und schon nach wenigen Minuten explodiert die Hexenfigur auf der Spitze des 60 Meter hohen Holzturms mit einem lauten Knall. Der Funken ist in eine eindrückliche Feuerbrunst gehüllt. Er brennt besser als geplant: Der Funkenflug regnet auf die Besucher nieder und in der Menge wird es hektisch. Schlussendlich muss die Feuerwehr ausrücken.

Doppelt so viele Besucher wie erwartet

Bereits am Nachmittag wimmelt das Areal von Besuchern. «Erwartet haben wir 5000 Zuschauer, gekommen sind 10'000», sagt Marco Hollenstein, Obmann der Lustenauer «Hofstalder Funkenzunft». Inmitten der Besucher hetzt er von Interviews zu Fototerminen. Für grosse Emotionen sei keine Zeit, doch er fühle sich super, sagt Hollenstein. Die Idee, einen Rekordfunken zu bauen, hatte die Zunft erstmals vor neun Jahren.

«Ich war noch Obmannssohn, als 2000 in Gaissau ein Rekordfunken gebaut wurde. Damals wussten wir: Das wollen wir auch!»

Dreieinhalb Monate war die Zunft mit dem Bau beschäftigt. Es hat gedauert, doch das Ziel ist erreicht. Eine Vermessungsfirma ist mit einem Lasermessgerät angerückt. Das Resultat: Der Holzturm, der aus hundert Tonnen Holz besteht, ist 60,648 Meter hoch und hat sich somit den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde verdient.

Diskussionen im Vorfeld

Im Voraus sorgte der Rekordfunken bereits für Diskussionen. Umweltschützer kritisierten den hohen Holzverbrauch und die Feinstaubbelastung. Hollenstein sieht die dadurch ausgelöste «mediale Angriffsschlacht» als Grund für das unerwartete Ausmass des Events. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Zunft selbst noch keine Werbeaktionen gestartet.

«Wir waren nur noch Beifahrer des Trubels, der ohne unsere Mitsprache ausgelöst wurde.»

Trotzdem würde Hollenstein auch im Nachhinein nichts an dem Vorgehen ändern. «Es ist alles optimal verlaufen.» Der Funken steht traditionsgemäss wie jedes Jahr. Nur hat er in diesem Jahr einen Weltrekord aufgestellt.

Einen Rekord, den nicht alle Besucher als notwendig erachten. «Ein kleiner Funken hätte auch genügt», meint eine ältere Besucherin. Das Spektakel habe sie sich aber nicht entgehen lassen wollen. Schon vor 60 Jahren sei bei ihr im Garten ein Funken gezündet worden. «Der Pfarrer, die Lehrer – alle waren eingeladen.»

(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
(Bild: Hanspeter Schiess)
11 Bilder

Der Rekordfunken in Lustenau

Trubel und Tradition

Ein weiterer Besucher meint:

«Der Trubel ist ein bisschen übertrieben. Der Funken ist trotzdem wunderschön und gehört zur Tradition.»

Ebenso ganz im Sinne der Tradition werden auf dem Areal neben Bratwurst und Bier auch «Funkenküechli» verkauft. Die Atmosphäre ist friedlich und das Wetter ideal. Zahlreiche Besucher schiessen Fotos neben dem noch intakten Funken. Später werden sie hinter die Absperrung gebeten, wo sie aus 120 Meter Entfernung das Spektakel beobachten. Für Livemusik ist während des ganzen Events gesorgt. Unter den Besuchern finden sich Vertreter aller Altersstufen, darunter auffällig viele Familien mit Kindern.

Um 20 Uhr ist es schliesslich so weit: Ein Raunen geht durch die Menge, als der Holzturm endlich Feuer fängt. Kurz darauf wird es in der Menge eng. Hektik bricht aus, als die Funken auf die Menge regnen, und einige Besucher rennen aus der Gefahrenzone. Ein Besucher sagt:

«So gross war der Funkenflug noch nie.»

Bald haben sich die meisten Besucher auf die andere Seite des Areals begeben. Die Feuerwehr ist im Einsatz und richtet ihren Wasserstrahl auf umliegende Häuser. «Als Sicherheitsmassnahme», wird vermutet. «Es ist noch zu früh, um definitive Aussagen machen zu können», sagt ein Mitglied der Feuerwehr.

Wie das Portal «heute.at» schliesslich berichtete, war massiver Funkenflug der Auslöser für den Einsatz. Nach dem Entzünden hatte der Wind nämlich plötzlich gedreht. Die Folge: Ein Asche- und Funkenregen ging auf Zuschauer, Verkaufsstände oder Fahrzeuge nieder. In Brand gerieten laut dem Bericht auch einige Sträucher und Büsche. Die Feuerwehr besprühte die umliegenden Dächer mit Wasser.

Laut Polizeiangaben wurde beim Abbrennen des Funkens niemand verletzt, der Sachschaden sei gering.

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