«Für uns stehen die Sicherheit und Gesundheit unserer Teilnehmenden und Referenten an oberster Stelle»: St.Gallen Symposium wegen Corona-Virus auf 2021 verschoben

Das 50. St.Gallen Symposium, welches vom 7. bis 8. Mai hätte stattfinden sollen, wurde auf kommendes Jahr verschoben. Grund der Absage ist das Corona-Virus. 

Katharina Brenner
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Das Symposium St.Gallen 2020  wurde wegen des Corona-Virus auf 2021 verschoben.

Das Symposium St.Gallen 2020  wurde wegen des Corona-Virus auf 2021 verschoben.

Bild: Urs Bucher (10. Mai 2019)

Acht Monate Arbeit – und jetzt die Absage. 34 Studentinnen und Studenten haben ihr Studium an der Universität St. Gallen (HSG) für ein Jahr unterbrochen, um ehrenamtlich das St. Galler Symposium zu organisieren. Illustre Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wären vom 7. bis 8. Mai nach St.Gallen gekommen. Jetzt haben das International Students’ Committee und die St. Galler Stiftung für Internationale Studien den Anlass abgesagt. Beat Ulrich, CEO des Symposiums, wird in einer Mitteilung mit den folgenden Worten zitiert:  

«Für uns stehen die Sicherheit und Gesundheit unserer Teilnehmenden und Referenten an oberster Stelle.»

Und weiter: «In Absprache mit den zuständigen Behörden und der Universität St.Gallen mussten wir diesen Entscheid leider so fällen.» Dass dieser bereits knapp zwei Monate vor dem Symposium erfolgt sei, liege daran, dass die Gefahr einer Ausbreitung von COVID-19 und mögliche Reiserestriktionen derzeit nur schwer abschätzbar seien. «Für die Planung und Durchführung des St.Gallen Symposiums stellen sie ein grosses Risiko dar. Damit ermöglichen wir es allen, frühzeitig noch umzudisponieren.» Neu soll das Symposium vom 6. bis 7. Mai 2021 stattfinden.

Daimler, Nestlé und Karin Keller-Sutter

Mit der Absage des Symposiums verschiebt sich auch dessen Jubiläum. Im kommenden Jahr wird es zum 50. Mal durchgeführt. Insgesamt hätten zwischen 900 und 1000 Personen am Symposium teilgenommen. Zwischen 400 und 500 Studenten hätten während des Symposiums ausgeholfen. Auf der Gästeliste hatten neben den Vorstandsvorsitzenden von Daimler und Nestlé auch die Co-Präsidentin des Club of Rome Mamphela Ramphele sowie Harvardprofesor Michael Sandel und Bundesrätin Karin Keller-Sutter gestanden. Die Medienverantwortliche Melanie Monstein sagt: 

«Das Symposium abzusagen war ein sehr schwerer Schritt, aber der richtige.»

Zum finanziellen Schaden könne sie noch nichts sagen. Auch nicht, ob die Teilnehmerbeiträge zurückerstattet werden. Je nach Partnerschaft würden diese unterschiedlich ausfallen. Man würde nun nach individuellen Lösungen mit den Teilnehmenden suchen.

Mit dem Team aus Studenten und Studentinnen werde man sich in der nächsten Zeit austauschen und sehen, ob und wie sich weiterhin einbringen möchten, so Monstein. «Ihr Aufgabenbereich wird sich in den kommenden Wochen komplett ändern. Ihr Fokus wird neu darauf liegen, mit unseren Partnern, Lieferanten und Speakern fürs kommende Jahr zu planen», wird CEO Beat Ulrich in der Mitteilung zitiert.

Über das St.Gallen Symposium

Das St.Gallen Symposium ist eine studentische Initiative. Unter der Begleitung der St.Galler Stif­tung für Internationale Studien organisiert das «International Students' Committee» – ein Team von rund 35 Studierenden der Universität St.Gallen (HSG) – den Anlass. Während des Symposiums werden sie von gegen 500 weiteren Studierenden der HSG unterstützt. An den vergangenen Symposien haben Persönlichkeiten wie Christine Lagarde (Europäische Zentralbank), Christian Mumenthaler (Swiss Re), Jack Ma (Alibaba Group), Prof. Niall Ferguson (Stanford University), Kersti Kaljulaid (Staatspräsidentin Estlands), Sigmar Gabriel (ehem. deutscher Vizekanzler) oder Anders Fogh Rasmussen (NATO) an den St.Galler Debatten teilgenommen. (pd)

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