Für Fussballfans geschlossen

Die St. Galler Kantonspolizei rät Ladenbesitzern bei An- und Abreise von Fussballfans, die Shops zu schliessen. Ein Tankstellenshop hat eine andere Lösung: Eigene Sicherheitsleute.

Maria Kobler-Wyer
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Der BP-Tankstellenshop bei der AFG Arena rüstet sich bei Fussballspielen mit eigenen Sicherheitskräften aus. (Bild: David Suter)

Der BP-Tankstellenshop bei der AFG Arena rüstet sich bei Fussballspielen mit eigenen Sicherheitskräften aus. (Bild: David Suter)

GC-Fans haben vor rund zwei Wochen nach dem Spiel in Vaduz in Shops in Sargans und Trübbach Bier gestohlen. Nun empfiehlt die St. Galler Kantonspolizei Ladenbesitzern auf der Route von Vaduz zum Bahnhof Sargans, ihre Geschäfte während des Fanverkehrs geschlossen zu halten, wie Kapo-Mediensprecher Hanspeter Krüsi gegenüber dem liechtensteinischen «Radio L» sagte.

Nicht überall gibt es Probleme

«Die Fussballfans verhalten sich nicht so, wie es sein müsste», sagt Krüsi auf Anfrage. «Deshalb erteilen wir nun den Shop-Besitzern den Ratschlag, während der kritischen Zeit der An- und Abfahrten der Fans die Läden zu schliessen.» Betroffen sind Shops auf der Route von Vaduz bis zum Bahnhof Sargans. Die Empfehlung gilt nicht nur für das Spiel Vaduz – Basel vom Sonntag, sondern für den Rest der Saison.

«Weil es in Vaduz keinen Bahnhof gibt, dauert die Verschiebung der Fans länger», sagt Krüsi. In St. Gallen kommen die Gästefans direkt im Bahnhof in Winkeln an und werden von dort zur AFG Arena gebracht. «Auch bei Eishockeyspielen der Rapperswil-Jona Lakers haben wir diese Probleme nicht», sagt Krüsi. Die Hockeyfans werden durch die Bahnhofunterführung zur Diners Arena geführt. «Die Shop-Besitzer beim Bahnhof dürfen selber entscheiden, ob sie ihre Geschäfte schliessen wollen.» Auch den Shop-Betreibern auf der Route Vaduz–Sargans überlässt die Polizei die Entscheidung. «Wir üben keinen Druck aus, sondern geben eine Empfehlung ab», sagt Krüsi.

In Absprache mit Polizei

Eine Schliessung kommt für Teresa Monticelli, Leiterin des Aperto beim Bahnhof Sargans, nicht in Frage. Zwar hat sie beim ersten Heimspiel des FC Vaduz im Juli den Fussballfans mit der Schliessung des Shops gedroht, wenn sie sich nicht anständig benehmen: «Damals wurde ich überrumpelt», sagt sie. «Einige haben etwas gestohlen.» Inzwischen läuft es besser. Die Polizei informiert Monticelli, wann die Fans eintreffen. Dann stehen im Aperto jeweils zwei Mitarbeiter an der Kasse, ein weiterer steht an der Türe zum Bahnhof hin. Die andere Türe bleibt geschlossen.

Der Migrolino-Shop in der Nähe der Stockhorn-Arena in Thun darf hingegen bei Hochrisikospielen nicht öffnen. «Das ist eine Auflage der Stadt», sagt Migrolino-Mediensprecherin Marie-Louise Baumann. Bei den restlichen Heimspielen werden die Regale mit den alkoholischen Getränken abgeschlossen. BP ist nicht betroffen von Sachschäden oder Diebstählen durch Fussballfans. «Wenn die Polizei aber aus Sicherheitsgründen die Schliessung der Shops während des Fanverkehrs empfehlen würde, würden wir uns daran halten», sagt Mediensprecherin Isabelle Thommen.

Sicherheitsleute angestellt

Manuela Zimmermann, Marktleiterin des Spar Convenience Shops bei der BP Tankstelle vis-à-vis der AFG Arena, hat zwar weniger mit Gästefans zu kämpfen. Dennoch ist ihr Laden in der Vergangenheit von Sachbeschädigungen durch Fussballfans nicht verschont geblieben. «Leider», sagt Zimmermann. «Seit einem Jahr bieten wir deshalb bei Risikospielen drei bis vier, bei anderen Spielen zwei Sicherheitsleute auf.» Zimmermann bezahlt die Sicherheitsleute von ihrem Budget. Den Laden zu schliessen, zieht sie aber nicht in Betracht. «Die Fussballfans kaufen Getränke und Zigaretten», sagt Zimmermann. «Das gibt Umsatz.»

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