Für den Ernstfall gewappnet

Gestern strömten rund 400 Mitarbeiter und Kunden aus dem Hauptsitz der St. Galler Kantonalbank an der St. Leonhard-Strasse. Der Grund war aber nicht etwa ein Brand, sondern eine Evakuationsübung.

Adrian Grzonka
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Ein Helfer informiert im St. Leonhardspark Mitarbeiter der Kantonalbank über Sicherheitsmassnahmen. (Bild: Michel Canonica)

Ein Helfer informiert im St. Leonhardspark Mitarbeiter der Kantonalbank über Sicherheitsmassnahmen. (Bild: Michel Canonica)

ST. GALLEN. In der St. Galler Kantonalbank haben sich gestern um 10.30 Uhr Szenen abgespielt, welche die meisten nur aus Filmen kennen: «Achtung, aus Sicherheitsgründen bitten wir alle Mitarbeiter und Kunden, das Gebäude auf schnellstem Weg zu verlassen», hallt es wiederholt durch die Lautsprecher im Hauptgebäude der St. Galler Kantonalbank an der St. Leonhard-Strasse. Innert kurzer Zeit leert sich die Empfangshalle. Zurück blieben einige Sicherheitsleute in orangen Westen, die zuvor die Evakuation koordiniert haben.

Vergnügtes Schmunzeln

Obwohl für die Passanten der Anblick von rund 400 Bankangestellten, welche gleichzeitig aus dem Bankgebäude strömen, ein nicht ganz alltäglicher sein dürfte, ist zumindest unter den Beteiligten wenig Aufregung zu erkennen. Die Evakuation findet nur zu Übungszwecken statt. Die Mehrheit der Bankangestellten weiss das offensichtlich: Statt Panik ist in manch einem Gesicht ein vergnügtes Schmunzeln zu sehen. Die Übung bietet eine willkommene Gelegenheit, sich die Füsse zu vertreten und den Arbeitsplatz für kurze Zeit zu verlassen.

Alle drei Jahre

Laut Simon Netzle, Mediensprecher der St. Galler Kantonalbank, ist das Erproben eines Ernstfalles für ein Unternehmen dieser Grösse unabdinglich und wird deshalb alle drei Jahre durchgeführt. Vor allem gegen technische Pannen und Brandfälle gelte es sich zu wappnen. Auch Notfallmassnahmen bei Erdbebenkatastrophen würden regelmässig durchexerziert. Dies aber nur mit dem Krisenstab, ohne das Gros der Mitarbeiter.

Den meisten Beteiligten scheint die Evakuierungsübung zu gefallen. Monica Gross, zum Beispiel, findet es gut, für den Ernstfall vorbereitet zu werden. Sie habe heute gelernt, wie man eine Notfalltüre aufbricht. Auch zu wissen, wo man sich im Ernstfall besammeln müsse, sei wichtig. Allerdings hätten ihr vor allem die Nebeneffekte der Übung zugesagt: «Schön, etwas frische Luft zu geniessen», meint sie im St. Leonhardspark, wo sich die Mitarbeiter versammelt haben. Sie ist nicht die einzige, die die Übung geniesst: Zum Abschluss gibt es für alle Beteiligten eine kleine Zwischenverpflegung.

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