Für das Hallenprovisorium im Riethüsli wird es eng

Die Kritiker des Sporthallenprovisoriums im Riethüsli stehen längst auf der Matte. Nun bezweifelt auch die vorberatende Kommission dessen Notwendigkeit. Das 4-Millionen-Projekt dürfte es schwer haben im Parlament.

Regula Weik
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St. Gallen. Der Kanton will vorwärts machen mit dem Sporthallenprovisorium für die Schülerinnen und Schüler des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums im Riethüsli. 4,38 Millionen Franken kostet die geplante Holzhalle, mit dem Bau wird frühstens im Juni begonnen, Ende Jahr ist sie bezugsbereit – vorausgesetzt, das Kantonsparlament stimmt dem Bauvorhaben zu und das Referendum wird nicht ergriffen. In der Aprilsession ist das Hallenprovisorium traktandiert.

Es dürfte eine spannende Diskussion anstehen, umso mehr als die vorberatende Kommission auf das Geschäft nicht eintreten will.

Druck machen

«Es besteht keine dringende Notwendigkeit für den Bau eines Provisoriums», hält die Kommission fest. Es sei vielmehr das Gespräch mit den potenziellen Haftpflichtigen und deren Versicherungen zu suchen, um möglichst rasch den Wiederaufbau der Halle anzugehen.

«Das Ganze ist eine ungefreute Situation», sagt Kommissionspräsident Andreas Widmer. Und die Kommission sei «etwas im Dilemma». Schliesslich habe sie aber klar entschieden, «den politischen Druck gegenüber der Regierung und den Versicherungen aufrechtzuerhalten», und diesen höher gewichtet als die rechtlichen Aspekte.

Auf diese beruft sich die Regierung – und hält daher am Provisorium fest.

«Es wäre problematisch, die Halle vor Abschluss der Schadenregulierung wieder aufzubauen, weil damit möglicherweise Mängelrechte verwirkt würden», schreibt sie in der Vorlage. Sie stellt sich auf einen längeren Rechtsstreit ein; es geht um viel Geld. Allein die Folgekosten dürften mehrere Millionen betragen; hinzu kommt der Schaden an der eingestürzten Halle – auch dieser in Millionenhöhe.

Die Ursache des Halleneinsturzes – an den Dachträgern waren verstärkende Rippen weggelassen worden – ist inzwischen zwar geklärt, nicht aber die Schuldfrage.

Für die Kommission hat die Regierung den Wiederaufbau der Halle «zu wenig forciert», dauert die Klärung der Haftungsfrage «lange Zeit» und verteuert der «Umweg über das Provisorium» die ganze Geschichte.

Falls das Kantonsparlament dennoch auf die Vorlage eintritt, kann sich die Kommission unter einer Voraussetzung ein Provisorium vorstellen: Dann nämlich, wenn «bis Ende Jahr keine Einigung mit den Haftpflichtigen respektive deren Versicherungen erzielt werden kann».

CVP und SVP für Wiederaufbau

Auch einzelne Parteien drängen auf einen raschen Wiederaufbau der eingestürzten Turnhalle. Sie wollen von einem Provisorium nichts wissen. Schon gar nicht von einem derart teuren.

Die SVP hat bereits vor Wochen den unverzüglichen Wiederaufbau der Sporthalle am jetzigen Standort gefordert. «Wir stellen uns gegen ein kostspieliges Provisorium.»

Widerstand kommt auch von der CVP. Sie hält ebenfalls nichts von einem teuren Provisorium. In einer Einfachen Anfrage will die Partei von der Regierung wissen, ob es nicht «am kostengünstigsten und schnellsten ist, die Halle auf der vorhandenen Bausubstanz wieder herzustellen».

Das Dach der Dreifachturnhalle im Demuttal war am Morgen des 24. Februar 2009 eingestürzt. Verletzt wurde niemand.

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