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FSME-RISIKOGEBIET (ROT): Frühlingserwachen im Unterholz

Seit jüngstem trägt eine weitere Zeckenart jenen Virus, der zu einer Hirnhautentzündung führen kann: Die Auwaldzecke. Noch ist diese in der Ostschweiz ungefährlich. Dennoch raten Experten zur Vorsicht.
Joel Mähne
Lange Hosen und geschlossene Schuhe schützen vor Zecken. (Bild: Getty)

Lange Hosen und geschlossene Schuhe schützen vor Zecken. (Bild: Getty)

Joel Mähne

joel.maehne@tagblatt.ch

Die Tage werden wieder wärmer und die Insekten beginnen wieder zu krabbeln und zu fliegen. So auch die etwa 20 Zeckenarten, die in der Schweiz vorkommen. Seit einigen Jahren gehört dazu auch die Auwaldzecke. Sie war lange Zeit hauptsächlich für Hunde gefährlich (siehe Infotext). Doch im Raum Leipzig wurden sowohl 2016 als auch 2017 Zecken nachgewiesen, welche mit den Erregern der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, infiziert waren. Der FSME-Virus kann in einzelnen Fällen zu einer Hirnhautentzündung führen. Für die Ostschweiz aber gibt es Entwarnung, weil es hierzulande noch keine Funde von infizierten Auwaldzecken gibt. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Denn die Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden, nimmt weiter zu: Der warme Winter und Vorfrühling haben dafür gesorgt, dass die Zecken früher aktiv werden. Das gilt im Besonderen auch für die Holzbockzecke, welche bisher als einziger Träger des FSME-Virus bekannt war. Der Kanton Thurgau und Teile des Kantons St. Gallen gelten dabei als Risikogebiet, etwa ein Prozent der hier gefundenen Holzbockzecken ist vom FSME-Virus befallen und kann bei einem Biss die gefährlichen Erreger übertragen.

Ein Zeckenbiss droht allerdings nicht nur in Wald und Wiesen, sondern auch im heimischen Garten. Zu diesem Ergebnis kam eine an der Universität Hohenheim durchgeführte Studie. Die verantwortliche Parasitologin Ute Mackenstedt warnt, dass besonders naturbelassene Gärten in Waldnähe betroffen sind. Um das Einschleppen von Zecken durch Tiere wie Rehe und Füchse zu vermeiden, rät die Expertin, den Garten einzuzäunen. Ausserdem hilft es, den Rasen kurz zu halten.

Langfristiger Schutz durch Impfung

Gegen Zeckenbisse können unterschiedliche Massnahmen ergriffen werden: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) empfiehlt, beim Aufenthalt in einem Risikogebiet lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen. Ausserdem kann ein Anti-Zeckenspray verwendet werden. Auch Haustiere sollten geschützt werden. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der ganze Körper kontrolliert, die Köpfe von Kindern dabei besonders gründlich abgesucht werden. Einen längerfristigen Schutz vor FSME garantiert eine Impfung.

Neben dem üblichen Gang zum Hausarzt ist diese seit November 2015 auch in Apotheken möglich. Yvonne Geiger, Präsidentin des Apothekerverbandes St. Gallen/Appenzell erklärt, dass die Impfung in der Regel dreier Injektionen bedarf, zwei innerhalb von vier Wochen und eine dritte nach sechs bis zwölf Monaten. Eine Impfung ist ohne Anmeldung während der normalen Öffnungszeiten möglich und kostet etwa 70 Franken. Bisher können die Apotheken zwar noch nicht direkt mit den Krankenkassen abrechnen, eine Rückforderung ist gemäss Geiger aber in den meisten Fällen möglich.

Weitere Informationen www.impfapotheke.ch

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