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Frühlingsputz mit Knalleffekt: Armee räumt Munition auf der Säntisalp

Ein Team aus Gebirgsspezialisten und Kampfmittelbeseitigern der Schweizer Armee ist auf der Säntisalp im Einsatz. Mit Unterstützung der Luftwaffe birgt es Munition aus unwegsamem Gelände. Und sprengt den einen oder anderen Blindgänger.
Christof Krapf

Oberwachtmeister Benjamin Rohner ist ein vorsichtiger Mann. Der Kampfmittelbeseitiger beugt sich über eine Granate, die in einem Geröllfeld an der Säntisflanke steckt. Handelt es sich lediglich um Munitionsreste oder doch um einen Blindgänger? Enthält die Granate noch Sprengstoff? Ist der Zünder noch intakt? Fragen über Fragen. Rohner ist bei der Suche nach Antworten auf seine Augen und die Erfahrung angewiesen. Schliesslich entscheidet sich der Spezialist, die Granate zu sprengen - zu gefährlich wäre eine Bergung. Kein Job für schwache Nerven.

Fünfmal bläst Rohner in sein Horn - das ist das Sprengsignal. Der Sprengspezialist überprüft die Umgebung auf Tiere oder Wanderer. Dann zündet er die Sprengladung - vier Minuten hat er Zeit, um in Deckung zu gehen. Dann eine Rauchwolke; Augenblicke später ein lauter Knall. Die Druckwelle der Explosion ist noch in 500 Metern Entfernung zu spüren - wieder ist ein Blindgänger unschädlich gemacht.

Riesige Einschusslöcher im Säntis

Acht bis zehn Tonnen Munition aus Panzerhaubitzen und Minenwerfern hat die Schweizer Armee in den vergangenen zwei Jahren von der Säntisalp in die Wand des Säntis gefeuert. Der Schiessplatz Säntisalpen und Toggenburg ist einer der grössten in der Schweiz - an rund 40 Tagen pro Jahr wird oberhalb der Schwägalp am Fusse des Säntis scharf geschossen.

Die Stelle ist für Schiessübungen ideal - das Zielgebiet liegt in einem alten Steinbruch. Die Umgebung ist dadurch vor Splittern und Querschlägern geschützt. Im Berg klaffen zwei riesige Einschusslöcher - beide über acht Meter tief. Sie stammen von Panzergranaten und dienen als Naturziele.

Ein Gebirgsspezialist zeigt Munitionsreste. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Ein Super Puma der Armee hebt ab. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Mit zwei EC 635-Helikoptern fliegt die Armme Munitionsreste aus. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Gebirgsspezialisten und Kampfmittelbeseitiger suchen nach Munitionsschrott und Blindgängern. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Sammelstelle der Munitionsreste auf der Säntisalp. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Im Cockpit eines Super Pumas. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Mit zwei EC 635-Helikoptern fliegt die Armme Munitionsreste aus. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Oberwachtmeister Benjamin Rohner (links) und ein Gebirgsspezialist markieren einen Blindgänger. Bild: (Keystone/Gian Ehrenzeller)
Mit zwei EC 635-Helikoptern fliegt die Armme Munitionsreste aus. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Mit zwei EC 635-Helikoptern fliegt die Armme Munitionsreste aus. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Gleich wird dieser Blindgänger gesprengt. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Mit zwei EC 635-Helikoptern fliegt die Armme Munitionsreste aus. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Aufräumen am Säntis. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Aufräumen am Säntis. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Aufräumen am Säntis. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Aufräumen am Säntis. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Die Sprengung eines Blindgängers. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Die Sprengung eines Blindgängers. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Mit zwei EC 635-Helikoptern fliegt die Armme Munitionsreste aus. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Eingesammelte Munitionsreste. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
Oberwachtmeister Benjamin Rohner gibt das Signal zur Sprengung. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)
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Munitionsräumung auf der Säntisalp

Das Militär schiesst jedoch im Alpstein nicht nur - es räumt hinterher auch wieder auf. 20 Gebirgsspezialisten sowie drei Kampfmittelbeseitiger wurden an diesem Morgen mit einem Super-Puma-Helikopter ins unwegsame Gelände geflogen. In Gruppen durchqueren sie das Suchgebiet. An den steilen Hängen sammeln sie Munitionsschrott ein. Es ist ein Job für Spezialisten im Gebirge:

"Normal ausgebildete Soldaten könnten wir nicht in dieses Gelände schicken."

Das sagt Stephan Gartmann, der als Bergführer für die Sicherheit des Einsatzes zuständig ist. Jedem Aufräumtrupp ist obendrein ein Spezialist für Kampfmittelbeseitigung zugeteilt. Er entscheidet im Zweifelsfall, ob Munition geborgen wird oder gesprengt werden muss. Ausserdem hat er die Gebirgsspezialisten im richtigen Umgang mit Blindgängern ausgebildet. Dass solche am Fusse des Säntis liegen, zeigen mit gelben Bändern markierte Stellen. Dort werden Rohner und seine Kollegen später sprengen.

Die Munitionsreste, die gefahrlos entsorgt werden können, packen die Soldaten am Berg in Metallbehälter - zwei EC 635-Helikopter fliegen den Schrott aus dem unwegsamen Gelände.

2016 waren es neun Tonnen Abfall

Welche Menge Munitionsreste und Schrott in dieser Woche geborgen werden, weiss Einsatzleiter Christian Wildermuth noch nicht. Das zeigt seine Auswertung in der kommenden Woche. Bei der letzten Aufräumaktion 2016 sammelte die Armee neun Tonnen Abfall ein. Zudem sprengte das Militär 45 Blindgänger.

"Wir wollen der Bevölkerung und den Touristen eine saubere Berggegend um den Säntis hinterlassen", sagt Oberst Markus Krucker, Kommandant der Koordinationsstelle der Territorialdivision 4, die für den Einsatz verantwortlich ist. Noch bis am Freitag wird am Säntis deshalb aufgeräumt. Die nächste Aktion ist auf 2020 geplant.

Nur Oberwachtmeister Rohner und seine Sprengspezialisten werden auch in der kommenden Woche noch im Einsatz sein. Mit dem Sprengen der Blindgänger kommen sie nämlich kaum nach.

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