Frühling mitten im Winter

Dieses Wochenende geht es dem Schnee wegen der milden Temperaturen an den Kragen. In Amden, Kronberg und Ebenalp stehen die Lifte still. Dennoch verzagen die Bahnbetreiber nicht.

Katrin Meier/Jeanette Herzog
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Von Schnee kann im Appenzeller Skigebiet Ebenalp dieses Wochenende keine Rede sein. Die milden Temperaturen hatten zur Folge, dass gestern auch noch der letzte Skilift geschlossen wurde. Die Luftseilbahn bleibt aber in Betrieb. «Wir zählen jetzt auf Wanderer, die die Aussicht geniessen wollen», sagt Sepp Manser, Betriebsleiter der Luftseilbahn Wasserauen-Ebenalp. Er nimmt es halbwegs gelassen: «Da wir über keine Beschneiungsanlagen verfügen, müssen wir mit aperen Abschnitten im Winter rechnen.»

Kein Schnee in Sicht

Ähnlich sieht die Lage im benachbarten Kronberg aus. Auch hier sind alle Skilifte und Loipen zu. «Natürlich sind wir enttäuscht. Aber da wir im Winter nur zehn Prozent des Jahresumsatzes machen, können wir damit leben, wenn es im Winter nicht durchgehend Schnee hat», sagt Andreas Wyss, Geschäftsführer der Kronbergbahn.

Laut Ludwig Zgraggen von Meteo Schweiz sinken die Temperaturen erst wieder Mitte nächster Woche, mit Schneefall sei aber auch dann kaum zu rechnen. Sind die Skiferien in Gefahr? «Falls es so warm bleibt, stellen wir einfach auf Sommerbetrieb um», sagt Andreas Wyss. «Dann öffnen wir die Bobbahn und allenfalls auch den Seilpark.»

An verfrühte Frühlingsferien in Amden möchte der Infostellenleiter Heidiland, Thomas Exposito, nicht denken. Er hofft noch auf Schnee. Momentan sind in Amden aber alle Anlagen geschlossen. Genauso wie der Skilift Oberwangen im Thurgau.

Mehr Glück haben die höher gelegenen Skigebiete. Dort lockt zurzeit noch das Skivergnügen. «Wir konnten durch frühzeitige Beschneiung eine gute Grundlage schaffen», sagt Simon Meyer von den Pizolbahnen, «deswegen sind bei uns 10 von 11 Liften geöffnet.» Auch in Wildhaus wurde nur eine Anlage geschlossen. «Auf dem Chäserrugg liegen 50 Zentimeter Schnee. Es sind auf der Piste auch noch keine Gräser oder Steine sichtbar», sagt Christian Posser, Marketingverantwortlicher der Bergbahnen Wildhaus. «Rund herum grünt es aber.»

Hart, aber griffig

Einzig im Skigebiet Flumserberg sind ausnahmslos alle Anlagen im Betrieb. «Oben haben wir gute Verhältnisse. Der Schnee ist hart, aber griffig», sagt Heinrich Michel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bergbahnen Flumserberg. Bleibt das milde Wetter bestehen, könnte es aber auch in den höheren Skigebieten prekär werden. Um erneut zu beschneien, bräuchte es über längere Zeit hinweg Temperaturen unter null Grad.

Generell bleiben die Betreiber aber zuversichtlich. Sie hoffen auf Schneefall - noch vor den Skiferien. Sepp Manser zählt auf den 20. Januar, den Tag des Heiligen Sebastians: «Laut einer Bauernregel sollte es von da an wieder schneien.»