Interview
Frisch gemähtes Gras, eine Heuwiese oder ein frisch bezogenes Bett schmeckt für sie nach Glück

Sabina Peter Köstli, Geschäftsführerin von Benevol Thurgau, liebt den Sommer und Kokosglace. Sie hat vier Wetterapps, denn irgendwo scheint immer die Sonne. Und sie ist eine Frau mit einem heimlichen Hobby: Wenn sie nicht schlafen kann, dann sieht sie fern. Etwas ganz Bestimmtes.

Lukas Gerzner
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Sabina Peter-Köstli, Geschäftsführerin von Benevol und Politikerin. (Bild: Andrea Stalder)

Sabina Peter-Köstli, Geschäftsführerin von Benevol und Politikerin. (Bild: Andrea Stalder)

Was hat Sie in der letzten Woche besonders gefreut?

Das SRF-Format «Helden des Alltags». Es machte die Freiwilligenarbeit, die mir wegen meiner Tätigkeit bei benevol Thurgau sehr am Herzen liegt, zum Thema.

Warum wohnen und wirken Sie in Aadorf?

Wir haben den Ort ausgewählt. Ich bin hier in der Nähe aufgewachsen und habe auch lange hier in der Region gearbeitet. Nach Umwegen in Amriswil wollten wir in den Hinterthurgau.

Wenn Sie den Thurgau verlassen müssten, in welche Richtung würde es gehen?

In die schöne, gemütliche Stadt Bern mit der Aare und den Bergen in der Nähe.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Ich bin ein Wassermensch: Steckborn vermittelt im Sommer ein Feriengefühl. Auch der Bichelsee gefällt mir.

Der Sommer ist aber vorbei ...

... eindeutig meine Lieblingszeit. Der November ist schon ein schwieriger Monat, in diesem Jahr zwar okay, doch sollte man grundsätzlich mehr Licht machen können.

Machen Sie Sport, um gesund zu bleiben?

Ich jogge, weil ich mich fürs Leben gerne bewege, um den Kopf auszulüften. Im Sommer radle ich gerne zur Arbeit nach Weinfelden oder gehe schwimmen. Und eine ausgewogene Ernährung ist mir wichtig.

Können Sie kochen? Was wäre Ihr aufwendigstes Gericht?

Ich koche gerne für einen kleinen Personenkreis. Meine Apfeltorte ist sicher etwas Aufwendigeres, da habe ich alles in allem 1 ¼ Stunden.

Ihr Restaurant-Tipp?

Das Restaurant Heidelberg in Aadorf. Es ist ein erfreulich junges Gastgeberpaar, die Ambiance passt, und das Essen ist schön angerichtet.

Bratwurst mit oder ohne Senf?

Grobkörniger Senf. Ich weiss, das ist ein Frevel hierzulande. Das merke ich schon, wenn ich nach Senf frage.

Warum sind Sie keine Vegetarierin?

Zu ausgewogenem Essen gehört für mich auch Fleisch und Fisch. Ich bin Flexitarier, versuche also, bewusst auf meinen Fleischkonsum zu achten.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Riz Casimir und zum Dessert Coupe Dänemark.

Welches ist Ihre liebste Glacesorte?

Zitrone und Kokos. Ich habe sehr gern Süsses, das macht glücklich.

Wonach schmeckt Glück sonst noch für Sie?

Frisch gemähtes Gras, eine Heuwiese oder ein frisch bezogenes Bett.

Wer macht das Bett bei Ihnen zu Hause?

Ich bin froh, dass mein Mann mir die Hälfte des Haushalts abnimmt.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Nastücher für die Freudentränen. Uhr und Handy lasse ich ab und zu bewusst daheim liegen.

Sabina Peter-Köstli ist in Aadorf fast ausschliesslich mit dem Fahrrad anzutreffen. (Bild: Andrea Stalder)

Sabina Peter-Köstli ist in Aadorf fast ausschliesslich mit dem Fahrrad anzutreffen. (Bild: Andrea Stalder)

Die beste App auf Ihrem Handy?

Ich habe vier Wetterapps installiert. Irgendwo scheint immer die Sonne.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Ein ganzes Wochenende krieg ich selten frei, doch am Sonntagmorgen mag ich es, meinem Morgenritual noch intensiver nachzugehen.

Wie sieht das Morgenritual aus?

Ich mache Gymnastik, lese die Zeitung und trinke Kaffee. Und ich denke an meine Liebsten.

Weshalb denken Sie an Ihre Liebsten?

In allem, was ich tue, möchte ich mich immer selber noch spüren können. Ich möchte wissen, wofür ich lebe, um bewusst zu leben und gesund zu ­bleiben.

Wann können Sie zufrieden einschlafen?

Ich freue mich, wenn die Tagesplanung, wie ich sie gemacht habe, aufgegangen ist.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten wollen?

Geraldine. Der Name gefällt mir einfach, ich mag den Klang der französischen Sprache.

Sabina Peter Köstli (53)

Die Geschäftsführerin benevol Thurgau (Fachstelle für Freiwilligenarbeit) wohnt in Ettenhausen. Sabina Peter Köstli ist CVP-Kantonsrätin und Gemeinderätin in Aadorf (bis Mai 2019) sowie nebenamtliche Richterin. Sie hat das KV gemacht und anschliessend Betriebswirtschaft studiert. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. (lug)

Haben Sie ein Lieblingstier, und was bewundern Sie daran?

Die Giraffe. Die hat immer den Überblick. Das habe ich auch gerne.

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Schwarz-Weiss-Denken und Angstmacherei habe ich gar nicht gerne.

Lügen Sie manchmal? Bei welchen Gelegenheiten?

Grundsätzlich lüge ich nicht, doch ich sage manchmal aus menschlich-strategischen Gründen nicht alles.

Was finden Sie gut an sich?

Ich mag meine spontane Art, auf Leute zuzugehen, meine Energie und das Engagement, das ich an den Tag lege.

Was sagen die Töchter über Sie?

Sie wissen, dass Mami immer an etwas dran ist, aber auch, dass ich immer für sie da bin und sie unterstütze.

Wer ist Ihr Vorbild?

Mein Mann. Er hat grossen Humor, nimmt sich nicht zu ernst, ist intelligent, nicht nachtragend und die Ruhe in Person.

Mit wem würden Sie gerne eine Flasche Wein trinken?

Mit Matthias Horx, dem Zukunftsforscher. Ich finde es faszinierend, dass man die Zukunft mit entsprechenden Berechnungen voraussagen kann.

Was möchten Sie im Leben noch machen?

Ein Buch schreiben. Am liebsten meine und andere Lebensgeschichten.

Lesen Sie viel?

Ich lese gerne zur Entspannung; am liebsten Biografien und Historienromane. Empfehlen kann ich «Patriarchen. Zehn Porträts von Alex Capus über bekannte Wirtschaftsführer des 19. Jahrhunderts.» Mich fasziniert die Herleitung der Gegenwart aus der Vergangenheit.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Wenn ich nachts nicht schlafen kann, gehe ich vor den Fernseher und schaue «Bauer, ledig, sucht ...»

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

«Mit beiden Beinen im Leben» – meine Rolle könnte eine meiner Töchter spielen.

In welcher Erinnerung wollen Sie der Nachwelt bleiben?

Als Powerfrau, die sich in einem positiven Sinn engagiert und nie aufgegeben hat.

Interview: Lukas Gerzner