FRIEDRICHSHAFEN: Taucher holen Torpedo aus dem Bodensee

Ein vermutlich deutscher Lufttorpedo aus dem Zweiten Weltkrieg ist aus dem Bodensee geborgen worden. In Zusammenarbeit von Behörden aus der Schweiz und Deutschland wurde das Geschoss aus einer Tiefe von rund zehn Metern vor Friedrichshafen heraufgeholt.

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Ein Team aus Schweizern und Deutschen brachte den Torpedo ans Ufer. (Bild: RP Stuttgart)

Ein Team aus Schweizern und Deutschen brachte den Torpedo ans Ufer. (Bild: RP Stuttgart)

Die Bergungsarbeiten hatten bereits am 21. Februar begonnen, wurden aber zwei Tage später witterungsbedingt bis letzten Dienstag unterbrochen. Die eigentliche Bergung fand am Mittwoch statt, wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte.

Die Bergung gestaltete sich aufgrund der Dimension der Bombe sehr aufwändig: Der Waffentyp ist 5,45 Meter lang, hat ein Gewicht von 700 bis 900 Kilogramm und verfügt in der Regel über eine Sprengladung von etwa 170 Kilogramm. Entdeckt wurde der Torpedo bei der Erfassung der Beschaffenheit des Seeuntergrundes durch das baden-württembergische Institut für Seeforschung (ISF). Wissenschafter hatten mittels Sidescan-Sonar ein verdächtiges Objekt identifiziert, der Verdacht wurde bei einer Überprüfung durch einen Unterwasserroboter erhärtet und bei einem Taucheinsatz bestätigt.  


Gemäss deutschen Nachrichtenportalen steckte der Torpedo 1,8 Meter tief im Schlick, rund 500 Meter vom Ufer entfernt, und musste während mehrerer Tage mit Spezialsauggeräten von Sedimenten befreit werden. Erst dann konnte der Stahlkoloss ans Ufer transportiert werden. Er enthielt übrigens keinen Sprengstoff: Er wurde vermutlich zu Testzwecken abgefeuert, um die Kalibrierung zu überprüfen. Experten vermuten, dass auf dem Seegrund noch zahlreiche Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg liegen.

Beteiligt an dem Einsatz waren unter anderem die Schweizer Armee, der deutsche Kampfmittelbeseitigungsdienst und die Wasserschutzpolizei. Nur dank der «guten internationalen Kooperation» habe die Bergung erfolgreich bewältigt werden können, erklärte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer. (sda/red.)

Eine Unterwasseraufnahme zeigt die von Schlick bedeckte Bombe. (Bild: RP Stuttgart)

Eine Unterwasseraufnahme zeigt die von Schlick bedeckte Bombe. (Bild: RP Stuttgart)

Mit speziellen Saugern befreit ein Taucher den Torpedo von Sedimenten. (Bild: RP Stuttgart)

Mit speziellen Saugern befreit ein Taucher den Torpedo von Sedimenten. (Bild: RP Stuttgart)

Die Untersuchung mittels Unterwasserroboter bestätigte die Vermutung. (Bild: RP Stuttgart)

Die Untersuchung mittels Unterwasserroboter bestätigte die Vermutung. (Bild: RP Stuttgart)

Mehrtägiger Grosseinsatz auf dem Bodensee. (Bild: RP Stuttgart)

Mehrtägiger Grosseinsatz auf dem Bodensee. (Bild: RP Stuttgart)