Freiwillig vegetarisch an der Uni St.Gallen

ST.GALLEN. Der Studierendenrat der Uni Basel fordert eine komplett fleischlose Küche in der Uni-Mensa. Für die Studentinnen und Studenten der HSG ist das vorderhand kein Thema: An der St.Galler Universitäts-Mensa sei bereits ein grosses Angebot für Vegetarier vorhanden und jeder solle freiwillig auf Fleisch verzichten, wenn er das wolle.

Christa Kamm-Sager
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An der HSG ist eine rein vegetarische Mensa kein Thema. (Bild: Keystone)

An der HSG ist eine rein vegetarische Mensa kein Thema. (Bild: Keystone)

«Wir sind der Meinung, dass jeder selber entscheiden solle, ob er Fleisch essen will oder nicht.» Deshalb sei von der Studentenschaft der HSG kein Vorstoss in dieser Richtung geplant. «Es gibt genug Möglichkeiten, sich an der Universität gesund zu ernähren», sagt Sebastian Götz, Präsident der Studentenschaft, auf Anfrage von Tagblatt Online.

«Ein starkes Zeichen setzen»
Man wolle den Leuten nicht grundsätzlich verbieten, Fleisch zu essen, nur an der Uni Basel soll das nicht mehr möglich sein, so das Credo des Basler Studierendenrates. An der Uni Basel wollen die Studentinnen und Studenten, an ihrer Spitze der 29-jährige Chemiedoktorand Jens Hermes, den totalen Verzicht auf Fleisch - aus Liebe zu Tieren und aus ernährungspolitischen Gründen. «Die Uni Basel hat seit Januar 2012 eine Fachstelle für Nachhaltigkeit und es gibt sogar einen Master in nachhaltiger Entwicklung. Das Thema ist in aller Munde - die Uni kann mit einer vegan-vegetarischen Mensa ein starkes Zeichen setzen», äusserte sich Hermes in einem Interview auf Tagesanzeiger Online.

Angemessener Stellenwert
Der St.Galler Student Sebastian Götz findet, dass das Thema Ernährung und Nachhaltigkeit an der HSG einen angemessenen Stellenwert habe. Auch gebe es Vorlesungen zum Thema Ethik. «Aber einen politischen Zusammenhang zwischen diesen Vorlesungen und dem Fleischkonsum an unserer Uni herzustellen ist in den Augen der Studentenschaft zu weit hergeholt», so Götz. Er sei eher etwas erstaunt über den Vorstoss der Basler Studierenden. In der HSG-Mensa gebe es jeden Tag ein vegetarisches Menu und zudem sei es am Buffet möglich, sich ein fleischloses Gericht zusammen zu stellen. «Das genügt und es ist auch richtig, dass fleischlose Ernährung günstiger zu haben ist», so Götz. Der freiwillige Ansatz rund um die Ernährung erscheine ihnen als der richtige Weg.

Kein Fleisch an Berliner Uni
Die Basler Studierenden lassen sich bei ihrem Vorstoss auch von deutschen Universitäten inspirieren: Seit Anfang 2010 führt eine Uni-Mensa in Berlin ein rein vegetarisches Angebot. Auch gibt es in Deutschland Forderungen, an allen öffentlichen Kantinen nur noch fleischlose Gerichte anzubieten.