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Freis Mission: Sauberer Alter Rhein

Vor zwei Jahren hat Martin Frei mit dem Stand Up Paddling (Stehpaddeln) am Alten Rhein in Diepoldsaubegonnen. Seither fischt er regelmässig Abfall aus dem Wasser und entlang des Ufers.
Susi Miara
Martin Frei ist diesen Sommer regelmässig mit seinem SUP am Alten Rhein unterwegs. Bild: pd

Martin Frei ist diesen Sommer regelmässig mit seinem SUP am Alten Rhein unterwegs. Bild: pd

Seine ganze Kindheit und Jugend hat Martin Frei am Alten Rhein verbracht. «Für mich ist das Naturschutzgebiet ein Heiligtum, dem man Sorge tragen muss», sagt er. Sein wichtigstes Anliegen ist das Abfallproblem. «Als ich vor zwei Jahren mit dem Stand Up Paddling angefangen habe, wurde mir bewusst, wie viel Müll im Alten Rhein herumschwimmt.» Bereits bei der ersten Fahrt habe er im Abstand von zehn Metern Flaschen aus dem Wasser geholt. Seine weiteren Fahrten absolvierte er von da an nur noch mit einem Abfallsack. Dabei stellte er fest, dass sich das Stand Up Paddle Board (SUP) ideal dafür eignet. «Auch am Ufer erreicht man damit jeden kleinsten Winkel», sagt er.

Ausbeute der Putzaktion: 400 Liter Müll. (Bild: pd)

Ausbeute der Putzaktion: 400 Liter Müll. (Bild: pd)

400 Liter Abfall

Bald stellte er aber fest, dass er allein mit dem Abfallproblem nicht zurechtkommt, und organisierte deshalb eine Putzaktion am Alten Rhein. Zwölf Personen konnte er dafür begeistern. Auf zehn Brettern und einem Boot wurde das Gebiet zwischen dem Rohr und dem Zollamt sorgfältig gereinigt. 400 Liter Abfall kamen so zusammen. Glasflaschen, Pet-Flaschen, Badeutensilien, Hundespielzeug, Flip-Flops, aber auch Silch und Schwimmer wurden aus dem Wasser gezogen.

«Ein einschneidendes Erlebnis war eine tote Ente, die an einem Silch hängen blieb und ertrank», sagt Martin Frei.

Dies habe ihn motiviert, weiter zu machen.

Gleichzeitig machte er sich auch Gedanken, wie man das Abfallproblem lösen könnte. «Was auf jeden Fall fehlt, sind die Abfalleimer», sagt er. Rund um den Gemeindeplatz habe er sieben Abfalleimer gezählt, am Alten Rhein auf einer Länge von sieben Kilometern gerade drei.

Zwischen Schmitter-Zoll und Matz aus dem Wasser gefischt. (Bild: pd)

Zwischen Schmitter-Zoll und Matz aus dem Wasser gefischt. (Bild: pd)

Letzte Woche stellte er Gemeinderat Stefan Britschgi und Bauamtschef Guido Seitz sein Abfallkonzept vor (siehe Kasten).

«Ich möchte, dass mein Abfallkonzept bis spätestens nächstes Jahr zu 100 Prozent umgesetzt wird», sagt er.

Bereits nach der ersten Putzaktion sehe es am Alten Rhein viel besser aus. «Ich kann jetzt 400 Meter paddeln, ohne eine Flasche zu finden», sagt Martin Frei.

Deshalb will er auch dieses Wochenende mit seinem SUP den Alten Rhein abfahren und die verschiedenen Schülergruppen direkt ansprechen. Erfahrungsgemäss finden nämlich am letzten Wochenende vor der Sommerferien ausgiebige Feiern im Matz statt. «Feiern ja, aber richtig», appelliert Frei.

Hinweis: Auf dem Facebook-Profil von Martin Frei ist ein Video über die Putzaktion aufgeschaltet.

Das Abfallkonzept «Alta Rhy» von Martin Frei

Punkt 1: Mindestens zwei WC-Anlagen oberhalb vom Matz auf dem Boden vom Schmitterhof mit Kanalisationsanschluss, Strom und Wasser, möglichst rustikal und vandalensicher.

Punkt 2: Aufstockung Abfalleimer an acht Standorten: Schmitter Zoll, auf halber Strecke von Rohr und Schmitter-Zoll, beim neuen WC, oberhalb vom Matz, Fussballplatz bei der Treppe oder Strasse zum Alten Rhein, Krottabädli, Querriegel, Beginn Naturschutzgebiet.

Punkt 3: Eintägige Sensibilisierung der Schüler der ersten Sekundar- und Realklassen von Diepoldsau, Balgach, Widnau, Heerbrugg mit Theorieblock (Thema Abfall in der Natur), Müllsammeln am Alten Rhein und Grillen im Matz.

Punkt 4: Einstellung eines Sozialarbeiters mit Spezialfunktionen 100% für vier Monate (von Mitte Mai bis Mitte September). Aufgabenbereich: Patrouillenfahrten mit SUP, Sensibilisierung von Gästen und Gruppen, Müllsammeln auf SUP im Wasser und am Ufer, Präsenz markieren am gesamten Alten Rhein, Littering-Bussen bei Bedarf verteilen, ausgenommen das Leeren der Abfalleimer. (pd/mia)

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