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FRAUENQUOTE: Wie es sich im Thurgau mit Frauen regiert

Der Ständerat will eine angemessene Frauenvertretung im Bundesrat. Im Kanton Thurgau regieren zurzeit mehrheitlich Frauen, in Ausserrhoden nur Männer. Zeit, nachzufragen, was besser geht.
Ursula Wegstein
Der Thurgauer Regierungsrat präsentiert sich in der laufenden Legislatur mit einer 3:2-Frauenmehrheit. (Bild: Kirsten Oertle)

Der Thurgauer Regierungsrat präsentiert sich in der laufenden Legislatur mit einer 3:2-Frauenmehrheit. (Bild: Kirsten Oertle)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; font-size: 18px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent; color: rgb(0, 120, 190);"><em style="margin: 0px; padding: 0px; font-size: 18px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Laufen Sitzungen mit Frauen anders ab? Wird, wenn Frauen dabei sind, länger geredet? Führen Abstimmungen in Kantonsregierungen mit Frauen zu anderen Ergebnissen? Und: Fehlt in einer reinen Männerregierung die weibliche Perspektive? Das wollte die «Ostschweiz am Sonntag» von den Regierungsrätinnen und Regierungsräten in den Kantonen Thurgau und Appenzell Ausserrhoden wissen. Dies nach dem Entscheid des Ständerats vom Mittwoch, eine angemessene Vertretung der Geschlechter im Bundesrat und in den Bundesgerichten in der Verfassung festzuschreiben: die «weiche» Frauenquote.

Die Antworten fallen – beinahe – unisono aus: Diskutieren und Entscheidungen treffen ist kein Mann-Frau-Thema, sondern eine Frage der verschiedenen Persönlichkeiten, die zusammen wirken müssen. «Eine gute Zusammenarbeit in einem Regierungsgremium richtet sich nicht nach dem Geschlecht, sondern steht und fällt mit dem Charisma jeder einzelnen Person», sagt die Thurgauer Bildungs- und Kulturchefin Monika Knill (SVP).

Atmosphäre ist offener und persönlicher

Die aktuelle Frauenmehrheit in der Regierung führe nicht zu anderen Ergebnissen: Es werde weder länger geredet noch anders diskutiert, sagt Rainer Gonzenbach, Staatsschreiber im Kanton Thurgau. Vielmehr fänden die gleichen intensiven Diskussionen und argumentativen Auseinandersetzungen statt. «Das läuft nicht auf einer anderen Schiene», ergänzt er.

Dennoch: Justiz- und Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch (SP), die lange in Männergremien gearbeitet hat, findet, Gremien, wo Frauen und Männer zu etwa gleichen Teilen vertreten sind, diskutierten anders und würden in Sachen Ausgewogenheit und Differenziertheit auch anders entscheiden. «Ich erachte die Diskussionskultur als eine andere: Der Fokus auf das Thema wird breiter gefasst, und weiche Faktoren fliessen in die Entscheidungen ein», sagt sie.

«Im Vergleich zu der Zeit, als der Regierungrat ein reines Männergremium war, ist die Atmosphäre offener und persönlicher geworden», sagt der Thurgauer Finanz- und Sozialdirektor Jakob Stark (SVP) auf die Frage nach dem Arbeitsklima im ­Regierungsrat. Auf die gefällten ­Entscheide habe sich die Zu­sammensetzung des Gremiums ­jedoch nicht ausgewirkt. Diese hingen vor allem von den persönlichen Werthaltungen und Einschätzungen der Regierungsmitglieder ab.

Dinkelbrötchen, Salat und eine Thermoskanne Tee

Veränderungen durch mehr Frauen in der Regierung scheinen ­hingegen anderweitig sichtbar: «Wenn in der Mittagspause statt Eingeklemmten nun auch Salate bereitstehen, auf dem Pult eine Thermoskanne mit Tee steht oder die Männer in der Mittagspause aufpassen müssen, dass sie nicht über die Handtaschen der Frauen stolpern», scherzt Monika Knill. «Wo es früher in der Pause Kaffee und Gipfeli gab, hat es heute auch Tee und Dinkelvollkornbrötchen», berichtet die Thurgauer Regierungspräsidentin Carmen Haag, Mitglied der CVP und Direktorin Bau und Umwelt. «Vielleicht machen wir am Tisch auch mal einen Spruch wie ‹Kommt, wir nehmen die Männer in die Mitte›.»

Das frauenlose Ausserrhoden

Und in der frauenlosen Ausserrhoder Regierung? «Eine geschlechtsspezifische Perspektive mag es bei einzelnen Themen ­geben», sagt Landammann Paul Signer. «Aber ein Mitglied der Regierung, ob Mann oder Frau, muss die Fähigkeit mitbringen, für alle mitdenken zu können.»

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