Frauenfelder Zur-Rose-Gruppe übernimmt Versand von deutscher Online-Apotheke – und baut europäische Marktführerschaft aus

Der Versandapotheke Zur Rose mit Geschäftssitz in Frauenfeld übernimmt 1,1 Millionen Kunden der deutschen Online-Apotheke Apotal. Damit erhöht sie die Anzahl aktiver Kunden auf über 8 Millionen – und wird zur Nummer Eins in Deutschland.

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Ein Mitarbeiter der Versandapotheke Zur Rose bei der Arbeit.

Ein Mitarbeiter der Versandapotheke Zur Rose bei der Arbeit.

Gaetan Bally, Keystone (30. November 2016)

(pd/dar) Die Zur-Rose-Gruppe übernimmt die Versandaktivitäten der deutschen Online-Apotheke Apotal, wie sie in einer Medienmitteilung kommuniziert. Damit gehen 1,1 Millionen zusätzliche Kunden von Apotal auf die Zur Rose-Gruppe über, sofern alle dem Wechsel zustimmen. Damit baut Zur Rose die Marktführerschaft in Europa deutlich aus und erhöht die Anzahl aktiver Kunden auf über 8 Millionen. Die Finanzierung erfolgt aus vorhandenen Barmitteln und der Ausgabe von Aktien.

Apotal mit Sitz in Bad Rothenfelde in Deutschland ist heute eine der bekanntesten und grössten Apothekenmarken Deutschlands. Die Apotheke betreibt einen Versandhandel für rezeptfreie Medikamente, Gesundheits- und Kosmetikartikel, aber auch für verschreibungspflichtige Medikamente. Zudem hat Apotal ein marktführendes Netzwerk mit Fokus auf Diabetes-Patienten aufgebaut, das ein breites Spektrum an Angeboten und Dienstleistungen rund um diese chronische Erkrankung anbietet. 2019 erwirtschaftete Apotal mit ihrem Versandhandelsgeschäft einen Umsatz von EUR 157 Mio.

Übernahme verbessert Ausgangslage für künftige Entwicklungen

Zur-Rose-CEO Walter Oberhänsli.

Zur-Rose-CEO Walter Oberhänsli.

Bild: Donato Caspari (30. August 2016)

Die Zur-Rose-Gruppe zeigt sich erfreut über die Übernahme. CEO Walter Oberhänsli lässt sich in der Medienmitteilung wie folgt zitieren:

«Wir bauen damit unsere Markt- und Innovationsführerschaft als digitaler Gesundheitsdienstleister weiter aus.»

Apotal habe ein leistungsstarkes Online-OTC-Geschäft aufgebaut, das die Zur-Rose-Gruppe mit ihren Dienstleistungen wie dem elektronischen Rezept und dem eHealth-Plattform-Geschäft weiterentwickeln würden. Dies verbessere für die Zur-Rose-Gruppe die Ausgangslage für die zukünftigen Entwicklungen in Richtung Telemedizin und eHealth-Ecosystem.

Der Gründer der Apotal, Heinz-Peter Fichter, wird durch die Transaktion Aktionär der Zur Rose-Gruppe. Gleichzeitig steht er der Zur-Rose-Gruppe als Berater zur Verfügung. «Wir sind überzeugt, dass die Gesundheitsplattform einen echten Mehrwert für die Kundinnen und Kunden bringen wird», lässt sich der Apotal-Chef zitieren.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Der Abschluss wird im dritten Quartal 2020 erwartet.

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