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Aadorfer Primarschüler erfahren, was es heisst, blind zu sein

Das Erlebnismobil der Christoffel Blindenmission macht in Aadorf Halt. Primarschüler erleben darin die Herausforderungen sehbehinderter Menschen.
Kurt Lichtensteiger
Die Fünftklässlerin Ruby Spruijt erfährt am eigenen Leib, was es heisst, blind zu sein.Bild: Kurt Lichtensteiger

Die Fünftklässlerin Ruby Spruijt erfährt am eigenen Leib, was es heisst, blind zu sein.Bild: Kurt Lichtensteiger

Gespannt betritt die elfjährige Ruby Spruijt einen Lieferwagen. Sie nimmt einen Langstock in die Hand und setzt sich eine Milchglasbrille auf, um die Graustarblindheit zu simulieren. Die Aadorfer Fünftklässlerin tastet sich vorsichtig durch einen zwölf Meter langen Erlebnisgang.

Sie kann sich dabei nur auf ihren Tast- und Gehörsinn verlassen. Immer wieder stösst sie auf Hindernisse, die ihr im Weg stehen. Schliesslich gelangt sie ans Ziel, nämlich den Ausgang, wo sie erleichtert aufatmet:

«Es war beeindruckend, ich konnte nichts sehen. Plötzlich war etwas über meinem Kopf, oder der Boden veränderte sich.»

Die gleichen oder ähnlichen Erfahrungen dürften von Mittwoch bis Freitag über 100 Aadorfer Schüler der vierten bis sechsten Klasse im Erlebnismobil der Christoffel-Blindenmission (CBM) gemacht haben. Nach diesem Erlebnis führte Klassenlehrer Peter Moser die Gruppe in den Mehrzweckraum, wo Bert Schneider von der CBM die junge Zuhörerschaft auf die allgemeinen Probleme im Umgang mit behinderten Menschen – weltweit über eine Milliarde – aufmerksam machte.

Die Augen geöffnet

Im Vordergrund stand dabei die Sehbehinderung von 36 Millionen Menschen. Allein vom grauen Star, dem heilbaren Katarakt, seien 13 Millionen betroffen. Ein Kurzfilm über das Schicksal eines ugandischen Zehnjährigen ging den Zuschauenden nahe.

Bis ins zehnte Altersjahr konnte der porträtierte Junge nichts sehen. Seine Zukunft schien hoffnungslos zu sein und ohne Bildung in Armut zu enden. Doch da tat sich überraschenderweise ein Licht auf. Dank einem kurzen Eingriff konnte dem Jungen zur Sehkraft verholfen werden. Es beeindruckte, wie der Junge nach gelungener Operation erstmals seine Augen aufschloss, die Umgebung wahrnahm und in die bescheidene Elternhütte zurückfand.

Wie man Menschen mit einer Sehbehinderung anspricht und wie man im Allgemeinen mit Menschen mit einer Behinderung umgeht, nämlich mit Freundlichkeit, Rücksicht und Verständnis, wurden den lebenslustigen jungen Menschen mit auf den Weg gegeben. Und wenn es nur darum gehe, den vom Schicksal Betroffenen Zeit zu schenken, sei schon viel geholfen.

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