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Zwölf Jahre nach dem SRF-Experiment «Pfahlbauer von Pfyn» treffen sich die Teilnehmer im Thurgau wieder

Die SRF-Sendung «Pfahlbauer von Pfyn» ist zurück. Der Thurgauer Archäologe Urs Leuzinger durfte das Projekt begleiten. Er erzählt, wie er durch die Sendung zur «Wienerliprominenz» wurde.
Geraldine Bohne
Zwei Familien lebten im Sommer 2007 als Pfahlbauer im Hinderriet bei Pfyn. (Bild: PD)

Zwei Familien lebten im Sommer 2007 als Pfahlbauer im Hinderriet bei Pfyn. (Bild: PD)

Sie assen, kleideten sich und wohnten einen Monat lang wie in der Steinzeit. 2007 zog die SRF-Sendung «Pfahlbauer von Pfyn» jeden Abend zahlreiche Zuschauer vor den Fernseher.

Nun treffen die Teilnehmer des Projekts in einer neuen SRF-Serie im Hinderriet bei Pfyn wieder aufeinander. Der Thurgauer Archäologe Urs Leuzinger durfte das Projekt damals sowie heute wissenschaftlich begleiten. Für ihn war das Experiment ein grosses Highlight.

Vier Wochen als Pfahlbauer unterwegs

«Das Wiedersehen mit den Beteiligten war wie eine Klassenzusammenkunft», sagt Leuzinger. Es seien viele Erinnerungen aufgekommen.

«Für mich und viele andere war diese Zeit genial. Für die meisten gehören die Steinzeit-Ferien zum besten Erlebnis aller Zeiten.»

Während vier Wochen lebten zwei Familien und zwei junge Männer als Pfahlbauer im Hinderriet bei Pfyn. Zur Verfügung hatten sie originalgetreue Kleider, Hütten, Nahrungsmittel und Werkzeuge. Vor dem Projekt wurden die Teilnehmer in einem Trainingscamp geschult.

Die Sendung wurde im Sommer 2007 jeden Abend live im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. Bei Spitzenzeiten hatte sie bis zu einer halben Million Zuschauer. In der neuen siebenteiligen Serie zeigt das SRF ab Sonntag, nebst dem Wiedersehen der Beteiligten, auch die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Steinzeit.

Der Leiter des Museums für Archäologie des Kantons Thurgau, Urs Leuzinger.

Der Leiter des Museums für Archäologie des Kantons Thurgau, Urs Leuzinger.

«Seit 2007 ist viel passiert», sagt Urs Leuzinger. Mittlerweile haben Wissenschaftler und Archäologen neue naturwissenschaftliche Methoden für die Forschung zur Verfügung. Zum Beispiel sei die DNA-Analyse viel ausgereifter. Der Archäologe ergänzt: «Vier der über 30 Fundstellen im Thurgau sind zudem zum Welt-Kulturerbe ernannt worden.»

Realitätscheck der Lederschuhe

Das Projekt «Pfahlbauer von Pfyn» sei für Leuzinger lehrreich gewesen. «Als Archäologe behandle ich sehr viele Sachen akademisch. Mit dem Projekt konnte ich neue praxisbezogene Erkenntnisse gewinnen. Etwa, wie lange man mit diesen Lederschuhen laufen kann.»

Die Pfahlbauer hätten gar nicht so schlecht gelebt, meint der Archäologe. «Ausserdem bewundere ich ihre Kenntnisse der Natur.»

«Die Pfahlbauer waren kleine Geologen.»

Nicht nur für Urs Leuzinger war die Zeit sehr lehrreich, auch Schulkindern wurde mit der Sendung das Thema nähergebracht. «Die Kinder erfuhren, dass es nicht nur den Özi gab.» Dass es nun ein Remake gäbe, sei bildungstechnisch das Beste, was passieren kann.

Urs Leuzinger durfte bereits als Experte bei der deutschen Produktion «Steinzeit – das Experiment» mitwirken. Durch diese sei er zur Sendung des SRF gekommen. Die Ausstrahlung 2007 habe ihm Bekanntheit gebracht. «Ich bin kurzzeitig zur Wienerliprominenz geworden. Ich wurde sogar im Zoo angesprochen, ob ich nicht der aus dem Fernsehen sei», sagt der Archäologe lachend.

«Pfahlbauer von Pfyn» läuft jeweils sonntags um 18.15 Uhr auf SRF1.

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