Hinterthurgauer Samaritervereine proben gemeinsam den Ernstfall

Alle drei Jahre treffen sich an alternierenden Standorten die Samariter aus sechs Hinterthurgauer Gemeinden. Am Samstag übten sie dabei im Schulareal Waldegg das richtige Vorgehen in Notfallsituationen.

Christoph Heer
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Die Samariter übten diverse Unfallszenarien auf dem Münchwiler Waldegg-Areal. (Bilder: Christoph Heer)

Die Samariter übten diverse Unfallszenarien auf dem Münchwiler Waldegg-Areal. (Bilder: Christoph Heer)

Mehrere Meter über eine Steinmauer hinuntergestürzt. Das Fahrrad ist Schrott, der Helm streng in Mitleidenschaft gezogen und die Verletzungen beim Kind nicht auf den ersten Blick erkenntlich. Was also muss getan werden? Was sind die ersten Eingriffe, Alarmierungen, Sicherungen des Unfallortes und natürlich die ersten lebenserhaltenden Massnahmen?

Viele Fragen, denen sich am Samstagnachmittag rund 50 Samariter und 20 Kursleiter und Helfer widmeten. Der Hinterthurgauer Samaritertag findet alle drei Jahre statt und ist äusserst beliebt bei den Teilnehmern aus den Samaritervereinen von Aadorf, Dussnang, Münchwilen (als Organisator), Wängi, Sirnach und Bichelsee-Balterswil-Eschlikon. Für die Meisten gehören solche Aus- und Weiterbildungstage zur Auffrischung Wissens. Aber, so war es dieses Mal der Fall, können auch solche daran teilnehmen, die sich ein erstes Bild vom Samariterwesen machen wollen.

Sirnach dürfte sich freuen

Mit Damaris Bissegger (21) aus Sirnach war nämlich eine junge Frau mit dabei, die noch nirgends in einem Samariterverein aktiv ist. «Ich verfolge schon seit geraumer Zeit die Idee, beim Samariterverein Sirnach mitzumachen. Vorgängig wollte ich jedoch einfach mal etwas Samariterluft schnuppern, damit ich weiss, was mich da erwartet. So traf es sich in diesem Moment hervorragend, dass ich an diesem Hinterthurgauer Tag mitmachen konnte.»

Ein schwerer Fahrradunfall eines jungen Mädchens wird simuliert.

Ein schwerer Fahrradunfall eines jungen Mädchens wird simuliert.

Sie sagt, dass die Wichtigkeit der Erste-Hilfe-Leistung ein enorm spannendes Arbeitsfeld umfasst. «Die Vielfältigkeit und das grosse Wissen der Samariter haben mich positiv überrascht. Und genau darum kann ich mir gut vorstellen beim Samariterverein Sirnach einzutreten», sagte sie augenzwinkernd. Über den «Lerntag» fand sie nur lobende Worte, «megacool, spannend, informativ, spassig, aber auch streng. Alles in allem ein toller Tag mit Samaritern, die sich täglich für das Wohl Anderer einsetzen». Der Sirnacher Verein darf gespannt sein, ob sie bald ein neues Mitglied aufnehmen dürfen, denn auch die Samariter kämpfen stets um Nachwuchs.

Zu viele Mitglieder gibt es nicht

Rita Knöpfli ist Präsidentin des organisierenden Münchwiler Samaritervereins. Zum Thema Nachwuchsproblem, ist sie sich bewusst, dass die Zukunft nicht all zu rosig aussieht. «Bei uns ist es definitiv so, dass man nie genug Mitglieder haben kann. Fakt ist auch, dass sich unsere Jahresagenda immer mehr füllt, immer mehr Anlässe – insbesondere Grossanlässe – decken wir ab, da braucht es genug Ressourcen.»

Nach den Übungen reflektieren die Samariter jeweils ihr Vorgehen.

Nach den Übungen reflektieren die Samariter jeweils ihr Vorgehen.

Der Münchwiler Verein zählt aktuell rund 40 Mitglieder, knapp 30 davon sind aktiv dabei. «Solche tollen Anlässe wie heute sollen zeigen, dass auch bei uns der Spass im Vordergrund stehen kann, trotz der Ernsthaftigkeit der Materie. Dass wir in zusammengewürfelten Teams, an diversen Posten wie ‹Velounfall›, ‹Verbrennung›, ‹Badeunfall›, oder ‹giftige Pflanze› arbeiten, kommt bei den Teilnehmern stets sehr gut an», sagt die Präsidentin und will damit Interessierte «gluschtig» machen.