Zwischen Hufen und Hüten am 39. Swiss Derby in Frauenfeld

Modisch war alles ausser gewöhnlich am 39. Swiss Derby auf der Pferderennbahn Frauenfeld. Für einmal richtete sich der Blick aber auf die Stilrichtung bei den Kopfbedeckungen.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Nicht jede Frau trägt Hut auf dem Kopf: Pferderennbesitzerin Victoria Hofer, Khanim Hanum Ibrahimova, aserbaidschanische Botschafterin, und Regierungsrätin Cornelia Komposch. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Nicht jede Frau trägt Hut auf dem Kopf: Pferderennbesitzerin Victoria Hofer, Khanim Hanum Ibrahimova, aserbaidschanische Botschafterin, und Regierungsrätin Cornelia Komposch. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Begeisterung für Pferde, Mode und Weltoffenheit zeichneten das Swiss Derby aus. Besonders die Damenwelt zelebrierte am Sonntag an diesem gesellschaftlichen Ereignis auf der Pferderennbahn der Grossen Allmend, was Stil und Tradition bedeutet. Nach wie der Anlass ein Pflichttermin für die Schönen und Reichen. Hingucker pendeln zwischen Hufen und Hüten. Und der Renntag zieht viele Zuschauer an, denn da kann jeder mitfeiern und mitfiebern, selbstverständlich immer ohne wirklichen Dresscode.

Zum Wiehern witzige und schöne Kopfbedeckungen

In einer ähnlichen Liga geht es nur in Paris, Deauville, Baden-Baden oder Ascot her und zu. Alicia Müller, Gattin vom Rennvereinspräsidenten Christoph Müller, weiss und versteht viel vom Rennbahngeschehen. Sie war schon in Ascot eingeladen und sie kann es auch kritisieren, weil sie die Szenerie liebt: Gestern am Derby gab es nichts zu meckern. «Es beeindruckt mich sehr, wie sich die Ladys und die Herren stilvoll kleiden», lobt Müller mit Blick auf die honorigen Gäste, darunter ausländische Gestütsbesitzer bis zu den gesellschaftstragenden Business-Peoples.

Vater und Sohn im Borsalino-Stil: Stadtpräsident Anders Stokholm (rechts) mit seinem Sohn Kai.

Vater und Sohn im Borsalino-Stil: Stadtpräsident Anders Stokholm (rechts) mit seinem Sohn Kai.

Auch Regierungsrätin Cornelia Komposch gab sich breitrandig behütet die Ehre, in Begleitung von der aserbaidschanischen Botschafterin Khanim Hanum Ibrahimova, die ihr keckes Hütchen in der Hand mittrug. Denn wenn schon Hut, dann bitte ausgefallen. Manche Hüte sind zum Wiehern witzig und schön. Mit Federn, breiter Krempe, ausladende Hüte, Strohhüte, Eleganz mit Batist bis zum Fascinator, ein Mini-Kopfschmuck, alle Kopfbedeckungen, selbst die abenteuerlichsten haben irgendwie eine Hauptrolle am Derby – nebst den Pferden.

Dresscode würdigte athletische Leistung

Schliesslich ist in Frauenfeld die Weltelite der Jockeys am Start, man würdigt mit dem Dresscode auch deren athletische Leistung. «Für jedes Rennen etwas Neues, alles passend, vom Hut bis zu den Schuhen», sagt Victoria Hofer aus Hunzenschwil mit Blick auf ihren Mann Heinz. Stilbewusst im Borsalino-Stil zeigen sich Stadtpräsident Anders Stokholm und Sohn Kai.

Zwei Frauenfelderinnen mit ein bisschen Ascot-Eleganz: Ester Zaugg und Catherine Stäheli.

Zwei Frauenfelderinnen mit ein bisschen Ascot-Eleganz: Ester Zaugg und Catherine Stäheli.

Die Frauenfelderinnen Esther Zaugg und Catherine Stäheli ehren das Derby mit Eleganz und blauen Hüten. Ob sie es wollen oder nicht: Sie zeigen Ascot-Qualitäten und freuen sich über die Komplimente. «Ist schliesslich unsere Frauenfelder Rennbahn», wird betont. Aber ja, der Kantonshauptstadtstolz muss sein. Wo hingegen die jeweilige Eleganz eingekauft wurde, darüber wird geschwiegen.

Schweizer Hoffnung erfüllt sich am 39. Swiss Derby

3800 Zuschauer kamen am Sonntag auf die Frauenfelder Allmend, um das prestigeträchtigste Flachrennen des Landes zu verfolgen. «Angegriffen, als ihn niemand erwartet hat – was für ein ausgeklügelter Schachzug!» Das Publikum und Speaker Markus Monstein jubelten dem Wallach Aquilino und seinem Reiter, Pierre-Charles Boudot, zu. Das Duo harmonierte perfekt. Vor den beiden Hengsten Youmna und Famous Wolf schaffte es der Fuchs ins Ziel des wichtigsten Flachrennens der Schweiz über 2400 Meter. Zum sechsten Mal in der Geschichte des Swiss Derbys wurde der Sieg somit in die Schweiz geholt. Peter und Regula Hartmann sind erst seit vier Wochen in Besitz des siegreichen Vollblüters Aquilino. «So kann man sich nur einmal im Leben fühlen», sagte Peter Hartmann. Für Jockey Boudot war das Rennen ein Leichtes: «Das Pferd hat sich perfekt verhalten, es war kein Problem, es zu reiten.» Die einzige Stute im Starterfeld, Thalissa, die im Besitz des Thurgauers Paul Baumgartner steht, erreichte die Ziellinie als Vorletzte. Sie wurde vom führenden Schweizer Jockey Tim Bürgin geritten, der das Frauenfelder Pfingstrennen gewonnen hat. Gegen die starke Konkurrenz kam das Team dennoch nicht an. (viv)

Aktuelle Nachrichten