«Zwinglis Frau»: Bühne Thurtal zeigt Freilichtspiel in Fischingen

Die Bühne Thurtal ist nach Herisau gezogen, zeigt aber im nächsten Sommer eine Produktion in Fischingen. Es wird das zweite Freilichtspiel der Theaterproduktionsgruppe im Hinterthurgau sein. 

Karin Erni, Roman Scherrer
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Mit dem Freilichtspiel «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park zeigte die Bühne Thurtal 2016 letztmals eine Produktion im Hinterthurgau. (Bild: Donato Caspari, Juli 2016)

Mit dem Freilichtspiel «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park zeigte die Bühne Thurtal 2016 letztmals eine Produktion im Hinterthurgau. (Bild: Donato Caspari, Juli 2016)

Durch die grosszügigen Räumlichkeiten weht ein Hauch von Kaffeeduft und Vanillezucker. Wo heute Theaterscheinwerfer eine kleine Holzbühne beleuchten, wurden früher Kaffee geröstet und Nidelzeltli gerührt. Hier befinden sich nun der Proberaum sowie der Kostüm- und Requisitenfundus der Theaterproduktionsgruppe Bühne Thurtal. Sie besteht seit knapp zehn Jahren und bietet nach eigenen Angaben «professionelles Theater für jedermann».

2011 ging die erste Produktion «Idda von Toggenburg» in Wil über die Bühne. Seither wurden mehrere Produktionen an unterschiedlichsten Aufführungsorten in den Kantonen St.Gallen und Thurgau realisiert, die insgesamt von mehreren zehntausend Zuschauern besucht worden sind.

Im Hinterthurgau zeigte die Bühne Thurtal letztmals 2016 eine Produktion. Damals wurde das Freilichttheater «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park aufgeführt, das sich um ein Stück Industriegeschichte drehte, wie es sich vor 100 Jahren in einem Ostschweizer Dorf abgespielt haben könnte.

Im kommenden Sommer kommt die Theaterproduktionsgruppe mit einem neuen Freilichtspiel zurück in den Hinterthurgau. Und zwar nach Fischingen. Vor dem Kloster zeigt sie mit dem Stück «Zwinglis Frau» die Geschichte von Anna Reinhart, der Frau des bekannten Reformators Ulrich Zwingli. Wie schon bei «Die Stickerin» werden auch in Fischingen Profi- und Laiendarsteller mitwirken.

Stücke für jedermann

Die Bühne Thurtal möchte der Ostschweiz nach eigenen Angaben qualitativ hochwertiges Theater bieten. Es sollen Stücke gespielt werden, die jedermann verstehe. Dabei will man nicht in die Volkstheaterschiene rutschen. An den Produktionen wirken sowohl Profischauspieler und als auch Laien mit.

Auf dem Programm stehen Kammerspiele, Freilichtspiele und Aufführungen für Kinder. Für die aktuelle Saison ist nebst dem Freilichtspiel «Zwinglis Frau» in Fischingen die Dinner-Komödie «Verdammte Baustellen», sowie das Kinderstück «Eine Woche voller Samstage» an der Märlibühne Wil geplant. (ker)

Junger Theaterleiter mit Ambitionen

Gegründet wurde die Bühne Thurtal von Willy Hollenstein aus Wil. Im Sommer 2018 ging er eine Zusammenarbeit mit Simon Keller aus Uzwil ein. Der in Hemberg Aufgewachsene hat Schauspiel an der European Film Actor School in Zürich studiert. Er produzierte 2018 im Setting der «Bräker-Freilichtspiele» in der Dreyschlatt bei Wattwil sein eigenes Theaterstück «Krabat».

Diese Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass Willy Hollenstein dem damals 24-Jährigen die Leitung der Bühne Thurtal anbot. Simon Keller sagte zu und begann, sein Team aus jungen Ostschweizer Fachleuten zusammenzustellen. Beim Eröffnungsanlass in Herisau konnte er dieses den über 50 Besuchern vorstellen.

Die neue Bühne Thurtal will nebst der Schauspielerei zur Anlaufstelle für Firmen, Vereine und Einzelpersonen werden, die im Bereich Bühnenproduktionen Unterstützung brauchen. Der Verein verspricht Komplettlösungen vom Text bis zur Durchführung. Auch Requisiten und Equipment sowie der Proberaum mit Soundanlage und Beleuchtung können für Anlässe gemietet werden. Wer sich zum Schauspieler berufen fühlt, kann sich auf der Website zu einem Casting anmelden.

Weitere Informationen unter www.buehnethurtal.ch

Jungspund übernimmt Bühne Thurtal: Der Uzwiler Simon Keller wird Nachfolger von Willy Hollenstein

Ab Sommer leitet der Schauspieler, Autor und Produzent Simon Keller die Bühne Thurtal. Er folgt auf den Wiler Willy Hollenstein, der nach zehnjähriger Tätigkeit zurücktritt. Der Wechsel ist nicht die einzige Veränderung, die den Verein dieses Jahr beschäftigen wird. Gestern wurde dem 25-Jährigen von der Gemeinde Uzwil zudem die Auszeichnung «Mittelpunkt 2019» verliehen.
Tobias Söldi