Zweiter Anlauf für die Hirschen-Überbauung in Hüttwilen

Nach einigem Hin und Her, wie und ob das Areal des ehemaligen Restaurants Hirschen im Hüttwiler Dorfzentrum überbaut wird, ist nun klar: Es gibt ein neues Projekt und eine neue Bauherrschaft. Geplant sind zehn Eigentumswohnungen.

Evi Biedermann
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Eine Visualisierung des neuen "Hirschen" im Zentrum Hüttwilens. (Bild: PD)

Eine Visualisierung des neuen "Hirschen" im Zentrum Hüttwilens. (Bild: PD)

Der neue Besitzer plane für übernächstes Jahr eine Überbauung mit einem Restaurant, hatte es geheissen. Und: «Für die Zwischenzeit wird ein neuer Wirt gesucht», stand im Juni 2017 in einem TZ-Artikel über den scheidenden Wirt Alois Frei und langjährigen Besitzer des Restaurants Hirschen in Hüttwilen.

Eine neue Wirtin wurde bald darauf gefunden, doch sie war schnell wieder weg. Damit war das Restaurant für den neuen Besitzer vom Tisch, nicht aber eine Wohnüberbauung. Dafür allerdings interessierte sich zwischenzeitlich auch ein ortsansässiges Baukonsortium (siehe Kasten). Nach erfolgreichen Verhandlungen mit dem neuen Besitzer zog dieser schliesslich sein überarbeitetes Bauvorhaben zurück und verkaufte die Liegenschaft an das Baukonsortium. Geplant ist nun ein Mehrfamilienhaus mit 3,5-, 4,5- und 5,5-Zimmer-Wohnungen, die bereits zum Verkauf ausgeschrieben sind. «Wir sind überzeugt, dass Bedarf dafür vorhanden ist», sagt Irene Mischler vom Konsortium, die sich um die Vermarktung der zehn Wohnungen kümmert.

Heizsystem wärmt und kühlt

Das Haus wird im Minergie-P-Standard gebaut, dem Qualitätsmerkmal für Niedrigst-Energie-Bauten. «Etwas Anderes kommt für uns nicht in Frage», sagt Irene Mischler, die mit ihrer Familie seit 2004 in einem solchen Haus lebt und arbeitet. Minergie-P bedinge ein eigenständiges, am niedrigen Energieverbrauch orientiertes Gebäudekonzept. «Die Bewohner spüren das nicht nur im Portemonnaie, sondern auch beim Komfort», sagt Mischler.

Die Visiere stehen bereits: Vermarkterin Irene Mischler vor dem ehemaligen Restaurant Hirschen. (Bild: Evi Biedermann)

Die Visiere stehen bereits: Vermarkterin Irene Mischler vor dem ehemaligen Restaurant Hirschen. (Bild: Evi Biedermann)

Geplant ist zum Beispiel ein Heizsystem mit Bodenheizung. Speziell daran ist, dass dieses im Winter wärmt und im Sommer kühlt. Sie begründet den Wechsel von der Luft- zur Bodenheizung:

«Kühlen im Sommer wird immer häufiger gewünscht.»

Dazu kann die Temperatur in jedem Raum individuell reguliert werden. Die Energiekosten werden teilweise durch eine Fotovoltaikanlage gedeckt. Vorgesehen ist ein Eigenverbrauchsmodell. Das heisst, der Strom, den die Fotovoltaikanlage produziert, wird primär den Bewohnern verkauft – und das natürlich zeitgleich. Den Überschuss übernimmt das Elektrizitätswerk Hüttwilen. Der Erlös fliesst in den Erneuerungsfonds der Stockwerkeigentümergemeinschaft.

Individuelle Abschirmung von Elektrosmog

Grosse Bedeutung kommt der Minimierung von Elektrosmog zu. Nach Prüfung durch einen Fachmann, ob und woher Strahlen kommen, wird jede Wohnung gegen aussen und gegen die angrenzende Wohnung abgeschirmt.

Ein Konsortium aus einheimischen Fachleuten

Für die Überbauung des Hirschen-Areals ist ein Baukonsortium mit einheimischen Fachleuten verantwortlich. Dem Netzwerk mit Sitz in Hüttwilen gehören folgende Unternehmungen an: die beiden Architekturbüros Honegger Architekt AG aus Herdern und Meier Architektur aus Frauenfeld, das Bauunternehmen H. Hagen AG aus Hüttwilen, die beiden Schreinereien Max Aeschbacher AG aus Weiningen und Otto Wägeli AG aus Iselisberg sowie die Immo Werft GmbH aus Hüttwilen. Letztere ist für den Verkauf der Wohnungen zuständig. Ziel des Baukonsortiums ist es, qualitativ hochstehende Minergie-P-Häuser durch einheimisches Gewerbe zu erstellen. (bie)

Weitere Infos unter www.hirschen-huettwilen.ch

Der Baustart ist auf nächsten Sommer geplant respektive sobald die Hälfte der Wohnungen verkauft ist. Dass das gelingt, daran zweifelt Irene Mischler nicht.

«In Hüttwilen gibt es fast keine Eigentumswohnungen.»

Als langjährige Liegenschaftenverwalterin kennt sie den Markt und die Ansprüche der Leute, die Wohneigentum suchen. Und sie ist mit einem Energieberater, GEAK-Experten und Minergie-P-Spezialisten verheiratet. «Wer heute investiert, legt Wert auf ein innovatives, nachhaltiges Energiekonzept», sagt die Geschäftsführerin des Familienunternehmens Immo Werft.