Zwei Simone sorgen für die Verdoppelung der Mandate: Im Bezirk Frauenfeld sind die Grünen überrascht vom vierten Sitz

Die Grüne Partei ist im Bezirk Frauenfeld die grosse Gewinnerin. Neu hat man vier Mandate im Grossen Rat inne.

Mathias Frei
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Ein Bier auf den Wahlerfolg: Grünen-Bezirkspräsident Michael Pöll mit dem neu gewählten Simon Vogel.

Ein Bier auf den Wahlerfolg: Grünen-Bezirkspräsident Michael Pöll mit dem neu gewählten Simon Vogel.

Bild: Reto Martin

Sie können es selber noch nicht glauben. Im Bezirk Frauenfeld verdoppeln die Grünen ihre Sitzzahl von zwei auf vier. «Unsere kühnsten Prognosen haben sich erfüllt», sagt Grünen-Bezirkspräsident Michael Pöll. Nebst den beiden Bisherigen Gina Rüetschi und Mathis Müller sind auch Simon Vogel aus Frauenfeld und Simon Weilenmann aus Basadingen gewählt. «Unsere zwei Simone», meint Pöll und lacht.

Mit Abstand Biowein aus Hüttwilen getrunken

Auf dem Eisenwerk-Parkplatz steht ein grosser Tisch. Vom veganen Apéro und dem Bio-Federweissen aus Hüttwiler Reben hat es nicht mehr viel übrig. Seit dem frühen Sonntagnachmittag haben hier Kantonalpräsident Kurt Egger sowie die Präsidien der Bezirksparteien gefeiert. Man habe mit Abstand getrunken, sagt Pöll.

«Wobei das ‹Social Distancing› immer mehr in den Hintergrund gerückt ist.»

Bedauerlich, dass man unter diesen Umständen habe feiern müssen, stellt der Frauenfelder Bezirkspräsident fest. Er spricht von einem guten Wahlkampf im Bezirk, der optimal getaktet gewesen sei. «Zudem konnten wir in Frauenfeld auch im Gemeinderat Präsenz zeigen.» Pöll, selber Stadtparlamentarier, geht davon aus, dass die vielen Stimmen der Jungen Grünen den vierten Sitz gesichert hätten.

Vom elften Listenplatz in den Grossen Rat

Simon Weilenmann, neuer Kantonsrat der Grünen Bezirk Frauenfeld.

Simon Weilenmann, neuer Kantonsrat der Grünen Bezirk Frauenfeld.

(Bild: PD)

Während die Wahl von Vogel erwartbar gewesen sei, habe man mit dem Basadinger Biolandwirt Weilenmann nicht rechnen können, hatte er doch erst den elften Platz auf der Grünen-Liste inne. «Er holte aber schon vor vier Jahren viele Stimmen und machte auf der Liste Plätze gut», sagt Pöll. Ob der Gewählte überhaupt schon von seiner Wahl erfahren hat, ist am frühen Sonntagabend noch unklar.

«Vielleicht ist er noch am Arbeiten?»

Weilenmanns Namensvetter Vogel dagegen ist als Gesicht der Thurgauer Klimastreik-Bewegung bekannt. Er präsidiert die Jungen Grünen Thurgau und wirkt auch im Vorstand der nationalen Jungpartei. Eigentlich trinke er höchst selten Alkohol, verrät der Elektroingenieur. «Aber ein Bier für meinen Sitz musste sein.»

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