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Entführter Frauenfelder Taxifahrer schickt WhatsApp-Nachricht an Kollegen: «Habe zwei Psychos im Taxi»

Weil sie aus einem Club in Bürglen rausflogen, holten sie eine Pistole: Diese Woche stehen die beiden Männer vor dem Bezirksgericht in Weinfelden.
Ida Sandl
Auslöser für den nächtlichen Exzess war eine Rauferei in einem Bürgler Club. (Bild: Michel Canonica)

Auslöser für den nächtlichen Exzess war eine Rauferei in einem Bürgler Club. (Bild: Michel Canonica)

Der Horrortrip des Frauenfelder Taxifahrers dauerte etwas länger als eine Stunde. Es war kurz vor vier Uhr in der Nacht auf Sonntag, als zwei angetrunkene Männer in sein Auto stiegen. Sie liessen sich von Bürglen nach Uzwil zu einem Bekannten fahren. Am Ziel sei der Ältere ausgestiegen, um eine Pistole und Kokain zu besorgen. Der Jüngere blieb im Taxi, damit der Fahrer nicht fliehen konnte. Dann musste er die beiden zurück nach Bürglen fahren. Sie wollten sich an Türstehern rächen.

Staatsanwältin beantragt hohe Gefängnisstrafen

Passiert ist die Geschichte Ende April 2017. Die Männer – zwei Schweizer, mittlerweile 28 und 27 Jahre alt, stehen diese Woche vor dem Bezirksgericht Weinfelden. Die Staatsanwaltschaft hat acht und sieben Jahre Haft für sie beantragt. Sie wirft ihnen unter anderem versuchte eventualvorsätzliche Tötung, mehrfache Gefährdung des Lebens und Entführung vor.

Wegen Gehilfenschaft muss sich auch der Mann vor den Richtern verantworten, der den Männern die Waffe und das Kokaingemisch überlassen haben soll. Für ihn hat die Anklage 30 Monate Haft beantragt.

Auslöser für den nächtlichen Exzess war eine Rauferei in einem Bürgler Club. Die Beschuldigten gegen andere Gäste. Mit Tritten und Schlägen gingen die Streithähne aufeinander los. Als die Sicherheitsleute sie trennen wollten, wurden sie ebenfalls verletzt. Daraufhin wurden die zwei Beschuldigten aus dem Club geworfen. Worüber sie so verärgert waren, dass sie beschlossen, den Security-Männern einen gehörigen Denkzettel zu verpassen.

Taxifahrer schickt Nachricht an Kollegen

Dem Taxifahrer liessen sie keine andere Wahl, als sie an die gewünschten Ziele zu fahren. Auf der Rückfahrt nach Bürglen hätten sie ihn sogar mit der geladenen Pistole bedroht, sagt er nach dem Vorfall zu unserer Zeitung. Sie hätten ihm eingeschärft, er solle «bloss keinen Seich machen.» Denn sie würden ihn überall finden. Der Chauffeur blieb ruhig, er habe nur geantwortet, dass er sie fahren würde. «Das ist schliesslich mein Job.» Trotzdem sei es ihm in einem unbeobachteten Moment gelungen, einem Taxikollegen eine WhatsApp-Nachricht zu schicken. Er habe «zwei Psychos» im Auto und der Kollege solle die Polizei verständigen. Den Beschuldigten versicherte der Taxifahrer:

«Ich werde fahren,
das ist ja schliesslich mein Job.»

Das mag mit ein Grund gewesen sein, dass es trotz Schusswaffe keine Verletzten oder gar Tote gab. Denn zurück in Bürglen sollen die Beschuldigten Jagd auf die Türsteher gemacht haben. Der Taxifahrer hörte, wie ein Schuss fiel. Als schliesslich die Polizisten einschritten, rannten die Beschuldigten davon. Nach kurzer Fahndung nahm die Polizei die zwei Männer im Rheintal fest. Das Bezirksgericht Weinfelden hat zwei Tage für den Prozess reserviert. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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