«Just an der Ja-Nein-Grenze»: Das Musikfestival Hänkiturm Classics ist abgesagt

Die Organisatoren sagen die Hänkiturm Classics vom kommenden Wochenende ab.

Dieter Langhart
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Im historischen Aadorfer Hänkiturm wäre vom 20. bis 22. März das Musikfestival Hänkiturm Classics über die Bühne gegangen.

Im historischen Aadorfer Hänkiturm wäre vom 20. bis 22. März das Musikfestival Hänkiturm Classics über die Bühne gegangen.

(Bild: ZVG)

Eine leichte Anspannung war schon am Freitagvormittag in Peter Zweidlers Stimme hörbar: Finden die vierten Hänkiturm Classics statt oder muss das Festival abgesagt werden? Zweidler, OK-Mitglied und Pressesprecher, wusste, dass der Bundesrat am Nachmittag über schärfere Massnahmen im Kampf gegen Corona berate und die Besucherobergrenze für Veranstaltungen wohl enger fassen werde. Auf der Festival-Website stand: «In Übereinstimmung mit den kantonalen und eidg. Vorgaben finden unsere Konzerte statt!»

Zweidler rechnete nicht mit einer Absage, denn «mit 100 Sitzplätzen sind wir ein kleines Festival». Dann, um halb vier, verbot der Bund Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern. Auch das Hänkiturm-OK beriet sich – und sagte das Festival ab.

Künstler erhalten kein Honorar

«Wir sind zwar just an der Ja-Nein-Grenze, aber mehrere Gründe zwingen uns, den Anlass um ein Jahr zu verschieben.» Das Vienna Reed Quintet hätte gar nicht mehr ausreisen dürfen, andere Musiker hätten um Entlastung vom Auftritt gebeten.

Die Organisatoren der Hänkiturm Classics: Bruno und Maja Lüscher, Olivia Geiser, Elisabeth und Peter Zweidler.

Die Organisatoren der Hänkiturm Classics: Bruno und Maja Lüscher, Olivia Geiser, Elisabeth und Peter Zweidler. 

(Bild: ZVG)

«Wir haben als Veranstalter eine gewisse Verantwortung», sagt Zweidler, «und im Hänkiturm können die empfohlenen zwei Meter Abstand nicht eingehalten werden.» Auch das traditionelle Konzert der Musikschule Aadorf hätte ausfallen müssen. «Unser Verein hat ein wenig Vermögen, die Annullation bricht uns nicht das Genick.» Zweidler rechnet auch nicht mit grösseren Rückzahlungen an die Sponsoren. Und die Künstler? «Sie wird es hart treffen, denn das Honorar ist laut Vertrag nur bei einem Auftritt fällig.» Immerhin: Die Veranstalter wollen das Programm «tel-quel» auf nächstes Jahr verschieben.

Das Festival stand unter einem frohen Motto: «Frühling– ein Fest der Natur!» Die künstlerische Leiterin Olivia Geiser hatte sich einen besonderen Auftakt für den Freitag ausgedacht: Dechen Shak-Dagsay, die tibetische Mantras mit meditativer Musik verbindet.